Märkte reagieren leicht verschnupft auf die FED-Sitzung
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Nebenwerte
vom 25. Juni 2009, 17:00 Uhr
ENL5462
Gestern wurden die Märkte mal wieder ordentlich nach der FED-Sitzung geschüttelt. Zuerst sah es wegen der teils besser als erwarteten Konjunkturzahlen nach einem sehr festen Börsentag auch in den USA aus. Doch nach dem Statement der FED gab vor allem der Dow Jones wieder von seinen Gewinnen ab, wenn auch das Volumen sehr dünn war. Eigentlich merkwürdig, denn da nichts Neues gesagt wurde, konnte auch kein Investor auf dem falschen Fuß überrascht werden. Bis auf weiteres bleibt es bei der Niedrigzinspolitik. Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass die US-Notenbank Fed der Ansicht ist, dass sich der Wirtschaftsabschwung weiter verlangsamt, die Dynamik nach unten also abnimmt. Besonders die Entwicklung an den Finanzmärkten wurde als positiv bewertet. Zudem sei eine Deflation derzeit keine große Bedrohung mehr. Hervorgehoben wurden im Rahmen des Statements vor allem steigende Energiepreise sowie andere sich verteuernde Rohstoffe. Besonders beachtenswert waren meiner Meinung nach die Worte zur Inflationsgefahr, die die FED nach wie vor als gering einschätzt.
Konjunkturdaten in USA dynamischer als in Europa
Besonders beachtenswert fand ich den Auftragseingang für langlebige Güter der US-Industrie. Dieser Wert sollte man zwar wegen seiner starken Schwankungen mit Vorsicht geniessen, trotzdem sollte man diesen Beleg einer konjunkturellen Bodenbildung aber keinesfalls vom Tisch wischen. Der Auftragseingang langlebiger Güter ist im Mai 2009 überraschend um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vormonatsniveau angewachsen, während Volkswirte auf eine Abnahme um 0,9 Prozent gewettet hatten. Im Gegensatz hierzu war der Auftragseingang in Europa weiter rückläufig und liegt momentan um katastrophale 35 % unter dem Wert des Vorjahres.
Einen weiteren kleinen Stein im Puzzle lieferten die US-Hypothekenanträge, die sich wiederum leicht erhöht haben. Dies könnte ein Anzeichen dafür sein, dass auf dem gegenwärtig gesunkenen Preisniveau wieder langsam Käufer angelockt werden und der Preisverfall gestoppt ist. Dafür spricht auch der Rückgang bei der Zahl der Hausverkäufe, hinter denen sich vor allem Zwangsversteigerungen verbergen.
Artikel weiterempfehlen