Klaus Buhl in Nebenwerte Daily
vom
am letzten Montag zeigte ich Ihnen an dieser Stelle auf, wie unter anderem im Russell 2000 und im S&P 500 erneut Widerstände gebrochen wurden und die technische Situation sich damit weiter verschlechterte.
Gleichzeitig wies ich Sie jedoch auf den generell kurzfristig überverkauften Zustand der Märkte hin.
Was hat sich seitdem geändert?
Beginnen wir mit dem Russell 2000 als dem weltweit wichtigsten Leitindex für das Universum der Nebenwerte.
Quelle: Stockcharts
Wie Sie im obigen Chart erkennen können, ist der Index nach wie vor im Abwärtstrend. Wir haben es hier aktuell mit einem Kanal zu tun, der bisher weder nach oben noch nach unten durchbrochen werden konnte.
Auf Indikatorbasis haben wir inzwischen im MACD ein Kaufsignal. Der RSI konnte sich jedoch noch nicht dazu durchringen, die wichtige 50er-Marke zu überwinden.
Damit bleibt hier das Bild weiterhin schwach. Erst ein klares Verlassen des Abwärtskanals nach oben würde dies aus meiner Sicht ändern.
Etwas anders sieht es hingegen beim S&P 500 aus:
Quelle: Stockcharts
Wie Sie unschwer im Chart oben erkennen können, haben wir zwar auf Indikatorebene ein ähnliches Bild wie im Russell 2000, jedoch gibt es eine wichtige Änderung im Preischart:
Hier ist der Index in einem ersten Ausbruchsversuch aus seinem Abwärtskanal nach oben ausgebrochen. Dies ist umso interessanter, da der Index damit durchaus auch dem Russell 2000 vorangehen könnte.
Anstatt hier jedoch zu wild zu spekulieren, werfen wir lieber ein Blick auf den internen Markt:
Verrät dieser uns vielleicht mehr und gibt uns damit mehr Klarheit?
Ein Blick auf den internen Markt
Beginnen wir mit dem VIX als dem "Angstbarometer" der Märkte.
Hier haben wir zwar einen Rückgang jedoch halten die wichtigen Unterstützungen noch, so dass aus Sicht des VIX noch keine Entwarnung für die Bullen gegeben werden kann:
Quelle: Stockcharts
Wie Sie im obigen Chart unschwer erkennen können, hält die Unterstützung nach wie vor. Erst ein deutlicher Bruch dieser wäre für mich ein klares Zeichen, dass der Druck auf die Märkte nachlässt. Wir haben zwar ein erstes Zeichen, in welche Richtung der Index laufen könnte, da die Trendlinie gebrochen wurde, jedoch muss das alleine bei einem derart volatilem Index wie dem VIX nicht viel heißen.
Ähnlich verhält es sich im NYSE BP Index.
Quelle: Stockcharts
Dieser hat sich zwar etwas entspannt und steht kurz vor einem Unterstützungslevel, jedoch fehlen weniger als 2 Punkte um ein P&F-Verkaufsignal im Index zu generieren, was aus einem "Bärenalarm"-Zustand sogar noch einen "bestätigten Bärenmarkt"-Zustand machen würde.
Auch hier ist also noch Vorsicht angesagt.
Einen einzigen kleinen Hauch von Entspannung bietet aktuell der "Prozent der 10"-Index, der kleine, schnellere Bruder des NYSE BP Index.
Quelle: Stockcharts
Wie Sie sehen können, hat der Index einen Boden im völlig überverkauften Bereich gebildet und in eine X-Spalte gewechselt. Da der Index jedoch relativ empfindlich ist, würde ich hier erst ein bestätigtes Überschreiten der 30er-Marke sehen wollen, bevor ich an eine tragfähigere Aufwärtsbewegung glaube.
Bis dahin würde ich an Ihrer Stelle noch etwas mit größeren Positionen abwarten. Das technische Bild sieht im Moment sicher nicht mehr so hässlich aus wie die vergangenen Wochen. Aber Potential für unschöne Überraschungen besteht leider immer noch ein wenig. Warten wir daher erst die klare Entwarnung ab. Dann wird es immer noch genug Raum nach oben geben, den Sie an den Märkten mitnehmen können.