Märkte hängen in der Warteschleife
Katja Kram in Insider Daily
vom 2. November 2009, 14:30 Uhr
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am vergangenen Freitag erfuhren die Märkte auf breiter Front eine Korrektur nach unten, die es wahrlich in sich hatte. Der DAX wurde von den Kursverlusten der Wallstreet um 3,1% nach unten gedrückt und verabschiedete sich mit 5.415 Zählern ins Wochenende. Der Dow Jones brach um 2,5% auf 9.713 Punkte ein. Im marktbreiten S&P ging es um 2,8% auf 1.036 Punkte runter. Die negative Stimmung zog sich wie ein roter Faden durch die Indizes, denn die schlechte Stimmung zog auch die asiatische Indizes nach unten. So verlor der japanische Nikkei-Index am Montag gut 2,3% und schloss auf rund 9.800 Punkten.
Anleger warten auf US-Konjunktur-Update
Da verwundert es kaum jemanden, dass die Investoren heute eher vorsichtig agieren. Bis zum Mittag wagte sich der DAX mit einem Zählerstand von 5.429 Punkten und einem Plus von 0,27% nur zaghaft aus der Deckung. In der zweiten Reihe und im deutschen Technologie-Index hingegen halten sich die Anleger derzeit noch zurück. Der MDAX gab nochmals um 0,62% auf 6.690 Punkte nach und im TecDAX ging es sogar um 1,66% runter auf 715 Zähler. Welche Richtung die Märkte einschlagen werden, hängt von den Konjunkturneuigkeiten ab, die erst der späte Nachmittag bringen wird. So schauen die Anleger wieder einmal mit Spannung auf den amerikanischen ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe im Oktober und auf die amerikanischen Bauausgaben für September.
Linde-Zahlen liefern positive Tendenzen
Einen kleinen Lichtblick bot das DAX-Schwergewicht Linde. Der Gasehersteller aus München bekam im dritten Quartal 2009 die Wirtschaftsflaute nur noch geringfügig zu spüren. Wie der Konzern mitteilte, sank das operative Ergebnis (EBITDA) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,3% auf 637 Mio. Euro, was die Schätzungen der Analysten, die mit 618 Mio. Euro gerechnet hatten, sogar leicht übertraf. Verglichen mit dem Vorquartal des laufenden Geschäftsjahres konnte man sogar ein Plus von 12,5% einfahren. "Die positiven Tendenzen, die wir zum Ende des zweiten Quartals gesehen haben, haben sich im dritten Quartal weiter verfestigt", sagte Linde-Chef Wolfgang Reitzle.
Der Gewinn beläuft sich im Zeitraum Juli bis September auf 169. Mio. Euro nach 177 Mio. Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Umsatz ging von 3,136 Mrd. Euro im dritten Quartal 2008 auf 2,837 Mrd. Euro zurück. Für das Gesamtjahr ist Linde weiter optimistisch und rechnet im Vergleich zum ersten Halbjahr mit einer besseren Geschäftsentwicklung. An die Zahlen von 2008 werde das Unternehmen dabei aber nicht anknüpfen können.
BMW will Kurzarbeit beenden
Mit BMW machte ein weiteres DAX-Schwergewicht von sich reden. Nach Angaben der "Automobilwoche", die sich auf den Produktionsvorstand Frank-Peter Arndt beruft, will der Münchener Autobauer in den kommenden Wochen die Kurzarbeit an allen deutschen Standorten beenden. Ob das bereits als das Ende der Flaute bei BMW gewertet werden kann, bleibt jedoch abzuwarten. So dürften die Geschäftszahlen zum dritten Quartal, die BMW morgen bekannt geben wird, eine deutlichere Sprache sprechen.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die neue Börsenwoche.
Ihre
Katja Kram