Machttheorie und Wechselkursentwicklungen
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 21. November 2008, 11:00 Uhr
ENL5462
Liebe Leser
Bevor wir im Devisen-Daily ein neues Thema aufreissen, möchte ich auf eine interessante Rückmeldung des Devisen-Dailys vom Mittwoch zurückkommen und vervollständigen
Der Leser schreibt:
Guten Tag,
ich verstehe Ihren Zusammenhang zwischen dem Rüstungsetat und einer Aufwertung der jeweiligen Währungen nicht. Wenn ein Land seine Rüstungsausgaben erhöht, bleibt doch das Geld im Land selber und die Geldmenge wird grösser, was doch zu einer Abwertung der Währung führen müsste. Oder begründen Sie die Aufwertung damit, dass durch die höheren Ausgaben weniger importiert werden kann und ein kleineres Leistungsbilanzdefizit entsteht?"
Meine Antwort darauf:
Weder noch, denn Devisenkurse sind viel mehr psychologischer Natur, als dass sie fundamental zu begründen sind. Es macht an den Devisenmärkten meiner Ansicht nach keinen Sinn Fundamentaldaten zu analysieren und daraus Rückschlüsse für die zukünftige Entwicklung der Währung zu ziehen.
Deshalb lehne ich mich auch nicht zu weit aus dem Fenster wenn ich behaupte, dass Sie an den Devisenmärkten mit Fundamentaldatenanalyse kein Geld verdienen können, selbst wenn sie in der Lage wären alle kommenden Zahlenveröffentlichungen, Leistungsbilanzdefizite, Geldmengenentwicklungen usw., vorab für die nächsten 5 oder 10 Jahre zu erfahren.
Währungskurse sind vielmehr ein Ausdruck der Zuversicht, oder des Pessimismus der beteiligten Marktteilnehmer.
Deshalb wollte ich am Mittwoch auch nur die Diskussion etwas weg von den Fundamentaldaten" lenken und die Rüstungsthese" in den Raum stellen.
Grundsätzlich wird die Stärke eines Landes im Falle einer extremen Rezession und Eskalation, auf dessen Waffengewalt zurückgehen. Nur wer in der Lage ist seine Ansprüche (Eigentum) grundsätzlich zu verteidigen, oder sogar seine Macht notfalls durch Armeen auszuweiten, wird auch seine Währung retten können.
Deshalb ist der Dollar stark.
Zugegeben diese Meinung ist sicher etwas extrem formuliert, trifft aber in der Sache zu, wie die folgende Zuschrift eines werten Lesers bestätigt, der die Eigentumstheorie sowie das Gewaltmonopol des Staates bereits seit längerem analysiert und ein ausgezeichnetes Basiswerk von Gunnar Heinsohn und Otto Steiger entdeckt und kurz kommentiert hat.
Hoffen wir in unser aller Interesse, dass der Staat und die USA von diesem kombinierten Waffen-, Gewalt- und Dollarmonopol nicht allzu viel Gebrauch machen. Die letzten Jahre lieferten diesbezüglich für die USA ja ein wahres Armutszeugnis.
Ihre
Miriam Kraus
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