Machen Sie sich auf fallende Kurse gefasst
Henrik Voigt in Wave Daily
vom 18. März 2009, 13:00 Uhr
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Da Herr Schröder heute wie angekündigt unterwegs ist, lesen Sie bitten einen exclusiven Gastbeitrag aus Dax Profits
Liebe Leser,
die Meldung der vergangenen Woche schlechthin war diese Nachricht: Die Banken machen plötzlich alle wieder Gewinne! In den vergangenen Tagen liefen entsprechende Aussagen von der Deutschen Bank, Citigroup, J.P.Morgan, Bank of America und Wells Fargo über die Ticker und lösten eine beachtliche Kursrallye an den Aktienmärkten aus. Also nichts wie rein in Aktien, weil der nächste Bullenmarkt gerade gestartet ist?
Lage immer noch kritisch
Unsinn! Auch wenn viele Medien diese Meldungen überschwänglich feiern und suggerieren, dass es den Banken wieder gut geht: Wenn ich jedoch genau nachlese und meinen Verstand gebrauche, haben wir es weiterhin mit einer äußerst kritischen Lage zu tun. Die Banken machen vielleicht Gewinne, jedoch vor Steuern und Abschreibungen. Das ändert aber nichts daran, dass die Abschreibungen ein Vielfaches der Gewinne betragen und diese inder Summe komplett ausradieren.
Erinnern wir uns: Eben jene Banken, die sich jetzt feiern lassen, mussten noch vor wenigen Wochen massiv mit Steuergeldern in Milliardenhöhe gestützt werden, damit sie überhaupt überleben können. Und zwar mit einem zweiten Rettungspaket innerhalb kurzer Zeit, das erste reichte ja - wie Sie wissen - noch nicht einmal aus.
Welche Gewinne bei den Banken?
Warum dann diese extremen Maßnahmen, wenn doch alles gut ist? Das viele Großbanken inzwischen wieder ein paar Gewinne einfahren, ist sicher ermutigend und könnte den unmittelbaren Zusammenbruch des Finanzsystems vorerst abwenden. Aber erst wenn diese Gewinne Größenordnungen erreichen würden, welche die noch ausstehenden Abschreibungen auf wertlose Kredite wenigstens auf lange Sicht kompensieren können, wären die Banken aus dem Schneider. Und da reden wir über mindestens zweistellige Milliardensummen bei jeder Großbank pro Jahr. Wo Gewinne in dieser Größenordnung in einem rezessiven Umfeld herkommen sollen, ist mir jedoch schleierhaft.