Machen die Börsen eine Pause?
Thomas Firley in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 21. März 2007 08:30 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
das Thema der nächsten Stunden wird sicherlich die heutige Fed-Sitzung (19.15 Uhr) sein. Insbesondere wagemutige Day-Trader werden morgen blitzschnell reagieren, um sich ein paar Stückchen aus dem großen Börsenkuchen zu sichern. Ich wünsche den Zockern viel Glück, werde mich aber nicht an diesem Glücksspiel beteiligen, was ich auch Ihnen rate.
Je nachdem, welche Aussagen der Fed wie interpretiert werden, wird es einen Kursrutsch in die eine und dann in die entgegen gesetzte Richtung geben. Die Intensität dieser Ausschläge ist nicht bis überhaupt nicht prognostizierbar – daher wäre ein schneller Trade in den Indizes ab 19.15 tatsächlich mehr ein Glücksspiel.
Möglicherweise kommt es auch nicht zu übermäßigen Kurskapriolen; vielleicht gibt es auch diesmal seitens Herrn Bernanke nur zu vermelden, dass „some inflation risks remain“ (also weiterhin Inflationsrisiken bestehen). Allerdings kann er sich das meines Erachtens nicht leisten. So schön langsam sollten er und all die klugen Köpfe um ihn herum, etwas spektakulärere bzw. richtungsweisendere Worte an den Rest der Welt senden.
Ruhige Börse bis in den Herbst
Wie dem auch sei, egal zu welch Kursbewegungen es auch kommen mag – selbige werden mit großer Wahrscheinlichkeit in den nächten Tagen wieder egalisiert. So zumindest war es die letzten Male und auch dann, als Mr. Bernanke noch in seinem Zinserhöhungszyklus war…
Wenn Sie mich fragen, dann erhoffe ich mir keine großartigen geistigen Ergüsse, die aus den morgigen Fed-Statements zu ziehen wären. Und ich gehe noch einen Schritt weiter: Vielmehr erwarte ich sogar für das nächste Halbjahr keine bahnbrechenden Entwicklungen an der Börse. Außer natürlich falls es zu unvorhersehbaren geopolitschen Imponderabilien kommt.
Pause an den Börsen?
Gucken wir uns in diesem Zusammenhang den markbreiten S&P 500 an.
Der S&P 500 steht mit etwa 1.400 Punkten aktuell etwa 1 Prozent tiefer als zu Jahresanfang. In den nächsten Wochen erwarte ich einen Kampf um die 1.400-Punkte-Marke. Dies kann den marktbreiten Index natürlich etwa 4-5 Prozent in die ein oder andere Richtung pushen, je nachdem welche Akteure – die Bullen oder die Bären – gerade die Oberhand haben.
Nach unten müssen wir die dicke grüne Linie im Auge behalten, diese kennzeichnet den März 2003-Aufwärtstrend. „Oben“ wartet das vorläufige All-Time-High bei 1.459 Punkten, das überwunden werden will. Da ich weiterhin bullish bin und auch optimistisch in die nächsten Jahre schaue, hoffe ich, dass das Allzeithoch nicht allzu schnell wieder geknackt wird.
Zwar würde dieses angedeutete Szenario auf die allseits verhasste Seitwärtsphase, die sich seitwärts schlängelnde Börsen-Viper, hinauslaufen, aber nur so – wenn die Bullen und Bären in den nächsten Wochen die vermeintliche Faktenlage austoben können – ist meines Erachtens im Nachgang mit weiter steigenden Börsen zu rechnen.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
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