MACD: wir berechnen weiter!

in Rohstoff Daily zum Thema Tech. Indikatoren
vom


Am vergangenen Donnerstag haben wir damit begonnen uns mit dem MACD auseinanderzusetzen. Leser M.P. hatte um eine verständliche Erklärung zur Berechnung des MACD gebeten. Daraufhin durfte ich Ihnen Tom Firleys ausführlichen und extrem lehrreichen Gastbeitrag vorstellen, indem er auf einfache Art die Berechnung eines exponentiell gewichteten gleitenden Durchschnitts darstellt.


Das Know-How zur Berechnung eines EMA (Exponential Moving Average ~ exponentieller gleitender Durchschnitt) ist unumgänglich, für das Verständnis zur Berechnung des MACD. Denn der MACD entsteht durch die Subtraktion zweier exponentiell gewichteter Durchschnitte.

Heute möchte ich an der Stelle, an welcher Tom Firley seinen Gastbeitrag beendet hat fortfahren und zwar unter Zuhilfenahme des gleichen Tassen-Beispiels, dessen sich mein Kollege bedient hat.

Sie mögen sich erinnern: Tom Firley brachte uns bei die Formel für den EMA zu verstehen!

Ich zitiere:

Formel

EMAt = EMAt-1 +(2/(n+1))*(Ct-EMAt-1))

Tassenbeispiel

EMA1 (für erster Tag) = Anzahl Tassen erster Tag + (2 /(Anzahl Tage plus l) *(Anzahl Tassen erster Tag - Anzahl Tassen erster Tag))

Das bedeutet:

EMA1 = 3 + (2 / 21 *(3 - 3)) = 3 + 2/21 * 0 = 3

Interessanter wird es jetzt für den zweiten Tag:

EMA2 (für zweiter Tag) = EMA1 + (2/21 *(Anzahl Tassen zweiter Tag - EMA1))

Also:

EMA2 = 3 + (2/21 *(2-3)) = 3 + 0,0952381 * (-1) = 2,9047619

Auf diese Art und Weise lässt sich der EMA zur Nutzung für den MACD nun problemlos berechnen:

Zur Bildung des MACD benötigen wir zunächst zwei EMAs: und zwar den EMA12 und den EMA26, also den EMA mit einer Periodenangabe von 12 Tagen als Gewichtung/Glättungsfaktor und mit 26 Tagen. Das ist einfach so!

Bilden wir also einen EMA12 aus Tom Firleys Tassenbeispiel für den zweiten Tag:

EMA (2) = 3 + (2 /12 +1) * (2-3) = 2,85

Aber ich will an dieser Stelle gar nicht lange herumreden, denn EMAs berechnen können Sie, liebe Leser, ja bereits spätestens seit Donnerstag!

So geht es nun weiter...

Sie berechnen nun einfach EMA12 und EMA26. Es bietet sich an, dies mit Hilfe von Excel zu tun. Nachfolgend habe ich Ihnen eine Excel-Tabelle vorbereitet, welche ebenfalls bereits MACD und EMA9 beinhaltet:

A

B

C

D

E

F

G

1

Tage

Anzahl Tassen

EMA12

EMA26

MACD

EMA9

2

3

Tag 1

3

3

3

3

4

Tag 2

2

2,85

2,93

-0,08

2,38

5

Tag 3

5

3,18

3,08

0,1

1,93

6

Tag 4

8

3,92

3,44

0,48

1,64

7

Tag 5

4

3,93

3,49

0,45

1,4

8

Tag 6

1

3,48

3,3

0,18

1,15

9

Tag 7

4

3,56

3,35

0,21

0,97

10

Tag 8

3

3,47

3,33

0,15

0,8

11

Tag 9

8

4,17

3,67

0,5

0,74

12

Tag 10

5

4,3

3,77

0,53

0,7

13

Tag 11

6

4,56

3,94

0,62

0,68

14

Tag 12

7

4,94

4,16

0,77

0,7

Usw.

Als Beispiel habe ich auch hier Tom Firleys Tassen-Beispiel herangezogen und die von ihm vorgegeben Werte für Tage und Anzahl Tassen genutzt. Als Startwert habe ich hier als Beispiel zur Vereinfachung grundsätzlich den errechneten Wert von EMA1 genutzt.

Berechnung in Excel:

EMA12

Es ist ganz einfach! Zur Berechnung von EMA 12 geben Sie die einfache Formel in die entsprechenden Felder ein.

Beispiel Feld C6

Sie geben hier folgende Formel ein:

=C5+(2/(12+1))*(B6-C5)

also entsprechend: EMA für den sechsten Tag: EMA für den fünften Tag + (2/(12 Tage (Zeitperiode für den Glättungsfaktor)+1))*(Anzahl Tassen am 6.Tag - EMA für den 5.Tag)

EMA26

Beispiel Feld D7

=D6+(2/(26+1))*(B7-C6)

Ganz einfach, oder?!

Nun haben Sie die EMAs berechnet und es geht mit dem MACD weiter....

MACD

Der MACD wir berechnet indem der EMA mit der längeren Berechnungsperiode, von dem mit der kürzeren abgezogen wird, oder anders, der EMA 26 wird vom EMA 12 subtrahiert.

Also:

MACD = EMA(12)-EMA(26)

Auch dies habe ich in der obigen Excel-Tabelle bereits dargestellt.

Berechnung in Excel

Beispiel Feld E8

=C8-D8

Nun haben wir also unseren MACD berechnet!

Können wir jetzt schon eine Aussage treffen?

Nun, es gilt u.a.:

Bei einem positiven MACD-Wert liegt der kurzfristige über dem langfristigen exponentiell gleitenden Durchschnitt, bei einem negativen Wert der langfristige über dem kurzfristigen exponentiell gleitenden Durchschnitt.

Ein steigender MACD zeigt einen Aufwärtstrend an, ein fallender MACD einen Abwärtstrend!

Um aber tatsächliche Signale entschlüsseln zu können, muss die MACD-Linie (sie können die berechneten MACD-Werte nun in ein Diagramm eintragen) in Relation zu ihrer Signallinie gesetzt werden. Diese Signallinie gewinnt man durch die Berechnung von EMA9, womit wir uns im 2.Teil beschäftigen wollen.

von
Miriam Kraus
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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