LUKoil rollt den osteuropäischen Markt auf
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Rohstoffe
vom 28. September 2010, 17:00 Uhr
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Eigentlich wollte ich heute aber auf ein anderes Thema zu sprechen kommen. Es handelt sich um ein weiteres Detail, das mir auf meiner Reise aufgefallen ist. Dieses Mal steht es im Zusammenhang mit dem zweitgrößten russischen Ölunternehmen Lukoil. Also alles andere als ein Smallcap, aber für Freunde der Rohstoffaktien sicher auch ein interessantes Thema.
Mir war in Ungarn aufgefallen, dass die mit weitem Abstand günstigsten Tankstellen, die zudem mit gutem Service und einer modernen Ausstattung glänzten, zur Kette von LUKoil gehören. So wurde ich gestern hellhörig, als mir eine Nachricht zum Unternehmen unter die Finger kam und ich recherchierte etwas weiter. Diese Nachricht war eigentlich schon länger erwartet worden und sorgte daher für keine größeren Kursbewegungen. Es geht darum, dass LUKoil im Rahmen einer Optionsausübung eigene Aktien von ConocoPhilips zurückkauft.
Eine interessante Konstellation
Interessant sind allerdings insgesamt die Politik von LUKoil und auch die Charttechnik. LUKoil ist einer der wenigen stark vertikal integrierten Ölunternehmen. Das bedeutet, dass sie die ganze Palette der Dienstleistungen rund ums Öl anbieten. So gehören eigene Raffinerien zum Geschäft, Tankstellen werden betrieben und auch der Einstieg in die für die Zukunft so wichtigen alternativen Energien ist in Arbeit.
Gerade das Geschäft mit Tankstellen und Raffinerien wird in jüngster Zeit stark ausgebaut. So kam es dann auch zu den günstigen Tankstellen in Ungarn. Denn LUKoil expandiert in ganz Osteuropa und versucht hier den Markt mit billigen Angeboten aufzurollen. Eine starke Konkurrenz für die ungarische MOL, die meist mit relativ hohen Preisen an der Zapfsäule glänzt, ebenso wie die österreichische OMV. Und was machen natürlich die Verbraucher? Bei knappen Kassen (angesichts einer hohen Inflation im Land) werden natürlich die günstigeren Anbieter bevorzugt.
Die Zahlen können eigentlich nur besser werden
Dennoch war das jüngste Quartalsergebnis des russischen Konzerns nicht gerade berauschend. Der Umsatz stieg zwar, aber der Gewinn entwickelte sich nicht gut. Das liegt zu einem bedeutenden Teil an besonderen russischen Steuern für ölproduzierende Betriebe. Doch hier ist Besserung in Sicht. Manche Spezialisten für den russischen Markt rechnen mit einer Erleichterung dieser Belastung in absehbarer Zeit. So kommt es auch dazu, dass erste Analysten LUKoil auf Kaufen gesetzt haben. Die Kennzahlen für die Zukunft hören sich auch nicht schlecht an: Die Aktie weist derzeit ein erwartetes KGV 2010 von 5,45 auf. Die Dividendenrendite liegt bei ordentlichen 3,5%.
Natürlich darf ich Ihnen hier keine Empfehlung geben, wann und wie LUKoil für ein Investment interessant wäre. Diese Informationen sind den Premiumbriefen des Investor Verlags vorbehalten. So beschäftigt sich z.B. der Tiger & Dragon regelmäßig mit russischen Ölwerten.
Herzliche Grüße. Eine weiterhin erfolgreiche Woche wünscht Ihnen
Ihre Daniela Knauer
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