Lufthansa gehört zu den Tagesverlieren – möglicher Konkurs von United Airlines belastet
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 05. Dezember 2002 18:00 Uhr
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Ich hatte vor der Lufthansa gewarnt, heute belasten gleich 2 Faktoren den Kurs.
Erstens ein möglicher Konkurs der Partner Fluglinie United Airlines. Ich hatte davon berichtet, dass United Airlines mit einem Kredit über 1,8 Mrd $ von der Hilfsbehörde für die US-Fluggesellschaften rechnen könne. Diese Behörde war im Zuge der Terroranschläge am 11. September eingerichtet worden. Nun hat eben diese Behörde mit zwei zu eins Stimmen die staatliche Kreditgarantie abgelehnt. Begründet wurde diese Entscheidung damit, dass der vorgelegte Geschäftsplan nicht gesund sei.
United Airlines ist nun bereit, einen Antrag auf Gläubigerschutz zu stellen, sobald eine Zwischenfinanzierung für den Konkurs in Höhe von ca. 1,5 Mrd $ zur Verfügung stehe. Dieser Zwischenfinanzierung soll der Aufrechterhaltung des Flugbetriebs gewährleistet sein.
Der Kurs von United Airlines brach um fast 70 % auf 95 US-Cent ein. Sollte United Airlines Konkurs gehen, dann hat Lufthansa Schwierigkeiten, einen neuen Partner auf dem US-Markt zu finden.
Das zweite sind die Schwierigkeiten bei den Tarifverhandlungen der Lufthansa mit der Gewerkschaft Ver.di. Die Gefahr eines Streiks wächst mit der Dauer der Tarifverhandlungen. Ich hatte Sie auf diese Möglichkeit hingewiesen. Ein Streik würde die Lufthansa deutlich belasten. Heute werden die Tarifverhandlungen für die rund 52.000 Konzernmitarbeiter fortgesetzt.
Aber auch der Billigflugpreiskampf wird die Luftfahrtbranche beeinträchtigen. Auch ein möglicher Irakkrieg und weitere Anschläge könnten belastend wirken. Ich halte also weiter an meiner Einschätzung fest: Lufthansa zur Zeit kein Kauf
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