Lufthansa-Aktie: Der Kampf mit der 10-Euro-Marke
Tom Firley in Investors Daily
vom 28. September 2011, 18:00 Uhr
ENL5454
schauen wir uns heute einmal die Lufthansa-Aktie an. Denn ein paar Fakten sprechen für... ja, für was?.... Kauf, Investition oder Zock darf ich nicht schreiben. Nun gut, die Aktie sieht also interessant aus, und zwar rein hypothetisch sowohl als Zock, als auch als mittelfristige Investition. Schauen wir zunächst auf den längerfristigen Chart:
Wochenchart Lufthansa-Aktie seit 1997
Wie Sie sehen unterlag die Lufthansa in den letzten Jahren relativ wilden Auf- Und Abwärtsbewegungen. Aktuell liegt der Kurs leicht unter der 10-Euro-Marke.
Im Chart habe ich einmal die Phasen mit roten Rechtecken markiert, in denen die Lufthansa-Aktie ebenfalls unter 10 Euro zu haben war. Wie Sie sehen, war dies vergleichsweise häufig nicht der Fall... oder negativ ausgedrückt:
Jeder Anleger, der außerhalb der roten Phasen in die Lufthansa-Aktie eingestiegen ist, liegt im Minus.
Doch wie Sie erkennen, gelang es der Aktie stets, sich wieder zu berappeln und mindestens die 13-Euro-Marke zu erreichen, wie im Chart gekennzeichnet. In den meisten Fällen ging es dann noch durchaus höher. Zoomen wir den Chart auf Tagesbasis:
Tageschart Lufthansa
Klare Sache: Die Lufthansa-Aktie befindet sich seit Dezember 2010 im Abwärtsmodus. Das Niveau um 13,50 bzw. 13,8 erwies sich zwar im März, Juni und Juli als tragfähige Unterstützung, doch im und nach dem August-Crash prügelten die Bären den Kurs bis auf 9,2 Euro. Das Interessante:
Wie oben dargestellt, unterliegt die Lufthansa-Aktie wilden Bewegungen. Und wie ebenfalls dargestellt, gelang es der Aktie immer wieder mindestens die 13-Euro-Marke zu erreichen. Natürlich ist dies noch lange kein Kaufgrund... aber es ist (langfristig) gut zu wissen.
Als Charttechniker brauchen wir natürlich einen Kaufgrund bzw. einen Zockgrund (ein netter Neologismus...). Und der liegt auf der Hand: Der Kampf um die 10-Euro-Marke muss zunächst einmal gewonnen werden (was heute noch nicht so aussieht). Erstes klareres Indiz wäre aus heutiger Sicht das Überbieten des 20-Tage-GD (roter Verlauf im Chart). Und dann käme uns schon die kurzfristige Abwärtstrend-Gerade entgegen.
Natürlich, alles kann schief gehen. Die Lufthansa-Aktie könnte brav bis auf 11 Euro steigen und dann Absacken... und dann ist die Frage, wo ggf. ein Stopp zu setzen wäre. Und was ich jetzt schreibe, ist höchst gefährlich und ist nur laut gedacht und gilt nur für mich alleine (was Sie daraus machen, ist Ihre Sache, füge ich nassforsch hinzu). Falls mein Zock nicht wie erwartet verlaufen sollte, würde ich ausnahmsweise und mit dem vollen Risiko-Bewusstsein keinen Stopp setzen. Sehr ungewöhnlich, wäre aber ausnahmsweise so. Aus drei Gründen:
1.) Schauen Sie bitte noch einmal auf den langfristigen Chart
2.) Die Wahrscheinlichkeit, dass die 10-Euro-Marke jemals wieder erreicht werden würde, ist relativ hoch.
3.) Die Aktie hat ein historisch niedriges Kurs-Buchwert-Verhältnis
Nun gut, etwas historisch niedriges, kann natürlich noch historisch niedriger werden.
Genau deswegen bin ich sehr gespannt, ob die 10 Euro in den nächsten Tagen noch geknackt werden.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
PS: Vermutlich haben Sie es bemerkt, es geht zwar auch um die Lufthansa-Aktie. Wichtig ist ebenfalls die Herangehensweise an aktuelle Möglichkeiten. Erst das langfristige Bild betrachten, Chancen ausloten, kurfristiges Bild betrachten, Idee verwerfen oder Wenn-Dann-Szenario definieren.
PPS: Falls die Lufthansa-Aktie in der Tat die 10-Euro-Marke überspringen sollte, achten Sie auf die Umsätze. Je höher, umso besser. Eher geringe Umsätze würde zumindest bei mir ein Strinrunzeln entfachen.

