Luftfahrtbranche wieder im Aufwind
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 25. Juni 2010, 14:30 Uhr
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es sind Ferien - zumindest in einigen Bundesländern. Und pünktlich zu dieser Urlaubshochzeit keimt auch in der internationalen Luftfahrtbranche nach der gewaltigen Krise der letzten drei Jahre endlich wieder Optimismus auf.
Nach Meinung des Weltluftfahrtverbands IATA dürfte die Branche in diesem Jahr erstmals seit 2007 global betrachtet wieder profitabel sein. In Europa seien wegen der schwächeren Erholung der Konjunktur allerdings vorerst weiterhin rote Zahlen zu erwarten.
Nicht zuletzt sollte dies auch der Aschewolke geschuldet sein, die vielen europäischen Luftfahrtkonzernen mit tagelangen Luftraumsperrung arg zu schaffen machtet. Wenig überraschend: Für sie erwartet der Verband einen höheren Verlust von 2,8 Mrd. Dollar nach zuvor 2,2 Mrd. Dollar. Weltweit allerdings stellt die IATA für dieses Jahr jedoch einen Branchengewinn von gut 2 Mrd. Euro in Aussicht, nach rund 8,3 Mrd. Euro Verlust im vergangenen Jahr.
Doch auch die Deutsche Lufthansa, Europas führendes Luftfahrtunternehmen, spürt eigenen Aussagen zufolge, bereits wieder Rückenwind. Wie das Unternehmen kürzlich bestätigte, bemerke man bereits wieder eine Nachfragebelebung nach der Branchenflaute. Im Langstreckengeschäft sei langsam wieder eine positive Entwicklung zu sehen, sagte Vize-Vorstandschef Christoph Franz heute in Berlin am Rande der Jahresversammlung des Weltluftfahrtverbands IATA.
Auch auf Routen in Deutschland und Europa lege das Passagiervolumen zu. Das Niveau von 2008 sei jedoch deutlich noch nicht erreicht. Die Preise seien "absolut im Keller". Allerdings erhole sich das Frachtgeschäft schneller als erwartet. Vor diesem Hintergrund bekräftigte Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber vor einigen Tagen erneut das Ergebnisziel für das laufende Geschäftsjahr 2010, trotz der Einbußen wegen der Vulkanaschewolke aus Island.
Auch die Lufthansa spürt anziehende Nachfrage
Noch im ersten Quartal des laufenden Geschäftjahres musste die Fluglinie mit dem Kranich ein negatives Quartalsergebnis verkünden. Unter dem Strich verbuchte Deutschlands Nummer eins einen Quartalsverlust von 298 Mio. Euro, der damit rund 12% höher ausfiel als vor einem Jahr. Damals war die Nachfrage im Passagier- und Frachtgeschäft wegen der Wirtschaftskrise scharf eingebrochen. Dieses Mal lasteten die gestiegenen Kerosinpreise und Flugausfälle wegen Schnee und Pilotenstreik auf dem Ergebnis.
Der Umsatz legte dank der beiden Zukäufe zwar um rund 16% auf 5,8 Mrd. Euro zu. Der operative Verlust des Konzerns wuchs allerdings von 44 auf 330 Mio. Euro. Doch es gab auch darüber hinaus Positives zu berichten: Denn bereits im März deutete sich eine deutliche Trendwende an. Hier flogen mit den Fluglinien unter der Marke Lufthansa 4,98 Mio. Passagiere und damit rund 10% mehr als im Vorjahreszeitraum.
Diese positiven Entwicklungen sehe ich als erstes deutliches Anzeichen einer Trendwende für die Branche - vor allem für die Deutsche Lufthansa. Da kommt die heutige Nachricht doch genau Recht: Der Tarifstreit zwischen der Deutschen Lufthansa und der Pilotenvereinigung Cockpit ist beigelegt. Man konnte sich einigen und eine für beide Seiten verträgliche Lösung finden. Im Endergebnis dürfte die Lufthansa vor allem das Versprechen der Piloten freuen in den kommenden Jahren auf weitere Streiks zu verzichten. Also alles "eitel Sonnenschein".
Ich wünsche Ihnen ein tolles Sommerwochenende mit einem spannenden Achtelfinale unserer Mannschaft. Hoffen wir, dass sie sich gegen die Engländer souveräner zeigen.
Ihre
Cindy Bach