Ludwig von Mises und die österreichische Schule
Addison Wiggin in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 16. Juni 2011, 07:30 Uhr
ENL5454
Ludwig von Mises stellt fest, dass ungedecktes Papiergeld zu einer Geldpolitik führt, die nach politischen Zielen strebt. Er schreibt:
Der Staat sollte sich zumindest zurückhalten irgendeinen Einfluss auf den Wert des Geldes zu nehmen. Ein metallisches Geld, unabhängig von absichtlichem menschlichen Einschreiten, wird zum modernen Geldideal."
Zu einem gewissen Grad ist die Einführung von ungedecktem Papiergeld immer entweder politisch motiviert oder aber es wird sehr bald nach seiner Einführung in den Händen der Regierungen zu einem politischen Werkzeug. Wir müssen uns nur ansehen, wie die Regierungen versuchen die wirtschaftliche Gesundheit durch eine Reihe von Mitteln und in Einklang mit der Politik der Zentralbank zu beeinflussen.
Sie heben die Leitzinsen an und senken sie, sie erlassen Steuernachlässe und Sondersteuern für bestimmte Gruppen, sie bewirken Steuererhöhungen und -senkungen und erlassen Handelseinschränkungen und Zölle. Alle diese Schritte haben Vor- und Nachteile, die sich eher aus der Politik als aus der Wirtschaft ergeben. Heute gibt es in der amerikanischen Politik einen Streit zwischen dem Wunsch der Republikaner die Steuern zu reduzieren um so das Wachstum zu stimulieren und der Ansicht der Demokraten, dass man sich keine Steuernachlässe leisten kann und dass die Nachlässe immer den begünstigten, besser verdienenden Steuerzahlern gewährt würden. Die Argumente sind komplex und sie nehmen kein Ende. Aber es sind nicht einfach nur politische Werkzeuge, sie sind auch Teil der allgemeinen Trends in der Geld- und Wirtschaftspolitik.
Und das sei heute mein Einstieg in die Geschichte des Geldes. Dieser Glaube der Regierung, hat seine Wurzeln in den arroganten Vorstellungen, dass die Macht sich sogar auf die Bewertung von Gütern und Dienstleistungen und auf den Austausch von Geld auswirken darf, und führte so zu einer Geldpolitik, die historisch betrachtet überhaupt keinen Sinn macht. Nachdem man vollständig zu dieser Geldpolitik übergegangen ist, hat sich die Regierung dazu entschlossen, die Geschichte zu ignorieren und ebenso die Kräfte des Marktes, die letzten Endes immer noch die über die Bewertung entscheiden, unabhängig von allem, was die Regierung tut. Das hat schon immer gegolten, wie Jeffrey M. Herbener feststellt.
Die Verwendung von Edelmetallen war ursprünglich eine Entscheidung des Marktes. Ohne die Einmischung der Regierung, übernahmen die Händler den vergleichbaren Wert und verwendeten Gold und Silbers als Geld."
Überließe man die Geldpolitik sich selbst und ließe man zu, dass sie im freien Markt funktioniert, was wären die Folgen? Vielleicht würden die Regierungen am Ende doch dem Markt folgen und den Goldstandard wieder einführen, wie es schon einige Male in der Geschichte zu beobachten war: Erst stützt man sich auf den Goldstandard, dann geht man zu ungedecktem Papiergeld über, dann erlebt man eine Entwertung und wendet sich wieder dem Goldstandard zu. Herbener setzt meine Beobachtungen fort:
Das Haar in der Suppe beim Goldstandard ist eben die Tatsache, dass er von den Regierungen nicht nur eingeführt werden kann, sondern genauso leicht auch wieder abgeschafft und zerstört. Im Rahmen eines Gesinnungswandels gegen den Laissez-Faire-Stil hin zu einer Statik haben Regierungen oft die Notwendigkeit verspürt, ihren Einflussbereich auf die Marktwirtschaft auszuweiten und den Goldstandard aufzuheben."
Heute leben wir mit einer solchen Gesetzgebung. Während sich die Historiker mit dem Ende der Geschichte" und dem Triumph der Freien Marktwirtschaft befassen, bleibt die Fed bei der Preiskontrolle über das Symbol der wirtschaftlichen Freiheit: den amerikanischen Dollar.