L’Oreal und GEA Group - Wer empfiehlt was
Katja Kram in Insider Daily
vom 6. März 2009, 14:30 Uhr
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
heute stelle ich Ihnen in der Rubrik "Wer empfiehlt was" zwei Unternehmen vor, die sich in der Konjunkturkrise auf ihre Stärken konzentrieren und zuversichtlich in die Zukunft blicken.
L'Oreal sieht auch in Krisenzeiten gut aus
Das Kosmetikunternehmen L'Oreal aus Paris hat alles, was "Frau" - aber auch "Mann" - für ein gutes Aussehen braucht. Angefangen von Pflegeprodukten für Haut und Haar, über Kosmetik bis hin zu feinen Duftwässerchen - hier gibt es einfach alles, was "schön" macht. Wie die Unternehmensnachrichten von L'Oreal zeigen, ist selbst in Krisenzeiten den Menschen gutes Aussehen wichtig.
Diese Meinung vertritt auch L'Oreal-Chef Jean-Paul Agon, der davon ausgeht, dass sich sein Unternehmen in der aktuellen Lage gut behaupten kann - auch wenn die Geschäftzahlen für 2008 ein wenig schwächer ausgefallen sind, als dies Analysten erwartet hatten. So konnte L'Oreal die Umsätze um 3,1% auf 17,54 Mrd. Euro steigern. Beim operativen Ergebnis, das rund 2,725 Mrd. Euro betrug, musste man gegenüber dem Vorjahr mit 2,83 Mrd. Euro jedoch Einbußen von 3,7% hinnehmen. Analysten waren zuvor von einem Umsatz in Höhe von 17.59 Mrd. Euro und einem operativen Gewinn von rund 2,775 Mrd. Euro ausgegangen. Dennoch kündigte der Konzern eine Dividendenerhöhung an. Die Ausschüttung soll von 1,38 Euro auf 1,44 Euro je Aktie angehoben werden. Das kann sich sehen lassen.
Experten meinen: L'Oreal ist ein stabiles Unternehmen
Die Experten von Börse Aktuell schreiben über den Kosmetikhersteller: "Vergangenes Jahr hat der weltgrößte Kosmetikkonzern den Umsatz und den bereinigten Gewinn noch leicht gesteigert. Zum Jahresende hin zeigten sich aber auch in der L'Oreal-Bilanz leichte Bremsspuren. Vor allem der US-Markt und das Geschäft, mit Luxuskosmetik haben Umsatzeinbußen verzeichnet. Hingegen entwickeln sich Massenmarken und das Geschäft in den Schwellenländern weiter positiv. L'Oreal will deshalb stärker auf preiswerte Marken setzen. Gleichzeitig sollen aber auch Produktinnovationen vorangetrieben werden. Eine konkrete Prognose für 2009 will L'Oreal angesichts der Wirtschaftskrise zwar nicht abgeben, das Unternehmen geht jedoch davon aus, dass der weltweite Kosmetikmarkt trotz Krise wächst und. L'Oreal besser abschneidet als der Markt. Der Marktanteil von derzeit 15,8% soll auch 2009 weiter ausgebaut werden. Fazit: L'Oreal ist nicht zu 100% krisenresistent, jedoch sehr viel stabiler als Unternehmen aus vielen anderen Branchen - und auch sehr viel solider, als die Kurshalbierung seit Anfang 2008 andeutet."
GEA schwimmt gegen den Strom
Vor einigen Wochen machten die Unternehmensinsider des Maschinenbauers GEA Group besonders auf sich aufmerksam. Im Januar gingen einige Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtrates auf Einkaufstour und erwarben insgesamt 21.350 Anteilsscheine des eigenen Unternehmens. Doch der Kurs der GEA-Aktie steckte im Februar ordentlich Prügel ein und notiert aktuell bei 8 Euro je Aktie. Für Experten ist dieses Niveau ein guter Einstiegszeitpunkt, denn ihrer Meinung nach steckt in der Aktie des Spezialmaschinenherstellers viel Potenzial, wenn die Märkt erst einmal angesprungen sind.
Dass die Bochumer im aktuell schwierigen Marktumfeld gegen den Strom schwimmen, zeigt die Meldung über den Eingang eines Großauftrages in Höhe von 38 Mio. Euro aus den USA. Nach Unternehmensangaben soll die Tochtergesellschaft GEA Power Cooling bis 2011 einen luftgekühlten Kondensator für das 575-Megawatt Gas- und Dampfkraftwerk Astoria II im US-Bundesstaat New York produzieren und montieren.
Kellerkurse locken geradezu zum Einstieg
So lese ich aktuell in der Börsen-Zeitschrift Effecten-Spiegel: "Deutschlands größter börsennotierter Maschinenbaukonzern kam kurstechnisch unter die Räder und hat sich seit Mitte 2007 nahezu gedrittelt. Jetzt bietet GEA eine attraktive Einstiegsgelegenheit. Selbst wenn die Zahlen für 2008 unter den Prognosen liegen sollten, ist der Titel mit einem akt. Börsenwert von 1,50 Mrd. Euro eindeutig unterbewert. Im Januar lag die Umsatzprognose von Gea-Chef Jürg Oleas für 2008 bei + 5 bis + 10%. Die Ebit-Marge wird bei 10,0 bis 10,5% erwartet (2007: 9,2%). Aufgrund der Konzentration auf den Spezialmaschinenbau - insbesondere in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie - rechnen Analysten damit, dass Gea nicht so hart von der Rezession getroffen wird wie andere Maschinenbauer. Branchenexperten trauen GEA ein Wachstumspotenzial bis 7 Mrd. Euro Umsatz in 4 Jahren zu. Für 2008 wird ein Gewinn je Aktie von 1,80 Euro anvisiert. Für das lfd. Geschäftsjahr rechnen die Analysten von Oppenheim Research mit einem Gewinn von 1,47 Euro. Daraus resultiert ein KGV 09e von 5,4. Die Kellerkurse bei dem grundsoliden Spezialmaschinenbauer sollten zum Einstieg genutzt werden."
Ich wünsche Ihnen nach dieser turbulenten Börsenwoche ein ruhiges und erholsames Wochenende.
Ihre
Katja Kram