Long oder short?
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 26. September 2011, 08:30 Uhr
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die zweitägige US-Notenbanksitzung in der vergangenen Woche brachte nicht die von vielen Anlegern erhoffte Kurswende nach oben. Der bekannte amerikanische Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte verzeichnete gar mit 6,4% den höchsten Wochenverlust seit Oktober 2008. Was habe ich da im Vorfeld für einen Unsinn über die angeblich geplanten Notenbankmaßnahmen gehört (bis hin zu direkten Aktienkäufen war die Rede). In meinem Börsendienst DAX Profits haben wir uns nicht beirren lassen. Die Kursmuster in den letzten Wochen sprachen für eine Verschnaufpause im Abwärtstrend, eine Trendwende nach oben war nicht erkennbar. Wir haben demzufolge keine Aktienpositionen im Depot und stattdessen unsere Shortpositionen (Investitionen auf fallende Kurse) ausgebaut. Das zahlt sich jetzt aus, wo der Markt erwartungsgemäß nach unten ausgebrochen ist.
Die Abwärtsbewegung dürfte noch nicht so bald vorüber sein, wie sich das vielleicht viele Anleger erhoffen, die noch immer an ihren in den letzten beiden Jahren zu teils deutlich niedrigeren Kursen gekauften Aktienpositionen festhalten. Am Freitag hatte ich Ihnen eine Analyse des Kupferpreises (mithin ein guter Konjunkturindikator) vorgestellt - der Crash beginnt hier erst. Ebenfalls vor einer deutlichen Abwertung stehen Euro und Ölpreis. Auch das wird den Aktienmarkt nicht ungeschoren lassen. An den Emerging Markets sehen wir seit einigen Tagen regelrecht crashartige Abverkäufe. Nein, wirklich unten sind wir noch lange nicht. Sollte es aber zu panikartigen Abverkäufen kommen, dann könnte der Boden für eine mehrmonatige Bärenmarktrally gelegt werden. Und diese würde dann endlich die ersehnten günstigen Einstiegskurse bringen. Nein, nicht für Aktien, sondern für die nächste Verkaufswelle - in Investitionen auf fallende Kurse.
Bei vielen Privatanlegern haben solche (Short-)Positionen ja einen etwas anrüchigen Ruf. Laufen die Kurse aufwärts, ist das gut. Laufen sie abwärts, ist das negativ und da möchte man sich lieber nicht beteiligen. Der Markt fragt allerdings nicht nach Moral. Entweder, Sie stehen auf der richtigen oder auf der falschen Seite eines Trends - fertig. Der übergeordnete Trend zeigt seit vielen Wochen ziemlich brutal abwärts. Glaube und Hoffnung auf Besserung bringt Sie nicht weiter. Ich selbst kenne das miese Gefühl in der Magengegend nur zu gut aus meiner Zeit als Börsenneuling, wenn der Markt wieder einmal drastisch eingebrochen ist und das Depot zusammengeshreddert wird. Glücklicherweise habe ich recht schnell aus meinen damaligen Fehlern gelernt.
Überdies könnte man es auch umgekehrt sehen: Steigen die Kurse, dann bringt das Inflation, fallen sie, werden zu hohe Bewertungen, Überkapazitäten und Fehlentwicklungen in der Wirtschaft abgebaut und bilden so das Fundament für die nächste Rally. Was ist jetzt gut, was schlecht? Jedes Ding hat immer zwei Seiten. Ich persönlich habe mit keiner Trendrichtung ein Problem. Auch im Kopf sollten Sie besser flexibel bleiben. Ihr Depot wird es Ihnen danken. Hilfe dabei bekommen Sie in meinem Börsendienst - hier: Jetzt DAX Profits zum absoluten Vorzugspreis testen!
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Albert Karl (26.09. 2011 10:46 Uhr):
Sehr geehrter Herr Voigt, das Problem ist doch, dass unser weltweites Finanzsystem völlig falsch konstruiert ist: Unser Geldsystem baut heute auf Schulden auf. Über den Zins wachsen diese Schulden jedes Jahr weiter an - eine endgültige Tilgung ist unmöglich, da sie ansonsten zu einer Vernichtung der den Schulden ggü-stehenden Geldvermögen führen würde. Und so häuft jedes Land der Welt Schulden an, nur um seine Zinsen zahlen zu können. Aus diesem Grund werden auch alle Sparpakete in den überschuldeten Ländern wirkunslos bleiben; insofern habe ich mit Trendrichtungen schon ein Problem: Ohne steigende Schulden - alleine um die Zinslast tragen zu können - kann heute kein Land existieren. Sparmaßnahmen führen dazu, dass die Wirtschaft dort deflationär zusammenbricht und dann erst Recht der Bankrott droht. Und um "im Kopft flexibel zu bleiben" - wie Sie es nennen, habe ich das bißchen mir zur Verfügung stehende Geld in Agraranlagen, Edelmetallen und einigen Fremdwährungen (China Yuan, Russischer Rubel, Schweizer Franken, Hong Kong Dollar, Singapur-Dollar) und in Wertpapieren dieser Länder angelegt. Ich hoffe, in diesem Szenario nicht allzuviel zu verlieren, wie es momentan im DAX-Geschäft geschieht. Gute Grüße, Ihr A. K.
Antworten - Kommentar von Wesner (26.09. 2011 12:21 Uhr):
Wie so oft,liegen sie auch heute im Trend wieder voll daneben. Die armen Dax-Profits Kunden werden es ausbaden. Trotz Ihres charttechnisch guten Wissens,haben Sie ein kein Fortune. Das gehört auch dazu. Grüsse Max W,
Antworten - Kommentar von Werner Bläser (26.09. 2011 15:53 Uhr):
Es ist in der gegenwärtigen Marktphase sehr riskant, eine sehr feste Meinung wie Herr Voigt zu haben. Ein Charttechniker hält natürlich nichts von fundamentalen Bewertungskriterien. Aber sie wirken doch. Wenn auch oft mit Verzögerung. Mein Call jedenfalls hat schon Gewinn gebracht. Und der Ifo von heute morgen sieht auch nicht nach Rezession aus. Wann kommt die denn endlich? Oder ist sie storniert oder auf später verschoben? Wie ich schon einmal schrieb, wenn die Rezessionspropheten jetzt nicht bald "liefern", dann zertrümmert es ihre Puts.
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