Lloyd Blankfein: Die rechte Hand Gottes
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 10. November 2009, 16:00 Uhr
ENL5454
endlich kann ich wieder ruhig schlafen in dieser manchmal schon gottverlassen anmutenden Welt. Geht es Ihnen nicht manchmal auch so? Sie sehen sich die Nachrichten an und sind schockiert von all den negativen Dingen, die Ihnen dort serviert werden? Sie machen sich Sorgen um die Zukunft Ihrer Kinder in dieser Welt? Kein Wunder, dass z.B. Theologen hier schon lange über Punkte wie die sog. Theodizeefrage diskutieren.
Doch endlich ist Rettung in Sicht! Nein, liebe Leser, ich bin nicht irgendeiner messianistischen Sekte beigetreten, sondern es gibt Grund zum Feiern, denn ein hoher Diener Gottes (zumindest aus seiner Sicht) offenbarte in seiner am Wochenende geäußerten, ganz persönlichen "Heilsbotschaft", dass es keinen Grund zur Sorge gibt. Er, quasi als rechte Hand Gottes, erfülle als Investmentbanker "Gottes Werk" auf Erden und die hohen Profite von Goldman Sachs seien natürlich auch ein Grund für die Menschheit zum Feiern (nicht etwa nur für die Menschen, welche einen Bonus erhalten).
Solch erfrischende Offenherzigkeit nimmt meiner Kritik fast schon die sprichwörtliche Wurst vom Brot.
Im Falle von Goldman Sachs bzw. Herrn Blankfeins kann ich hinsichtlich meines monatelang geäußerten Vorwurfspunkts des "Größenwahnsinns" hierzu eigentlich nur noch sagen: Danke für das klare Wort, Herr Blankfein! Normalerweise folgen den Worten die Taten, doch hier ist es wohl andersherum.
Schließen wir daher dieses Kapital mit einem Kopfschütteln und einem "q.e.d.", denn hier verschlägt es mir wirklich die Sprache...
Beste Grüße