Lithium: UBS bietet relativ günstiges Zertifikat auf Aktienkorb
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Rohstoffe
vom 24. August 2010, 17:00 Uhr
ENL5462
Prinzipiell bieten sich alle kleineren Rohstoffaktien mit aussichtsreichen Ressourcen für Spekulationen auf eine Übernahme an. Je höher der zukünftige Bedarf für einen Rohstoff in der absehbaren Zukunft eingeschätzt wird und umso knapper die Reserven sind, desto interessanter wird ein solcher Kauf für die Großen der Branche. Wie wir an Potash sehen, kann es dabei für einen solchen Giganten wie BHP Billiton auch darum gehen, sich mit einem riesigen Happs schlicht und einfach die Marktführerschaft in einem bisher im Unternehmen unterrepräsentierten Sektor zu sichern.
Der Zukunftsmarkt Lithium bietet Spielraum für Übernahmen
Lithium halte ich weiterhin für einen sehr aussichtsreichen Sektor in dieser Hinsicht. Der Markt beginnt sich gerade erst richtig zu bilden. Dennoch bezeichnet Chile als eines der dafür ressourcenreichsten Länder diesen Rohstoff bereits als strategisch so wichtig, dass Förderquoten festgelegt worden sind und ausländischen Unternehmen der Zugang zu den Ressourcen erschwert wird. Erst am 05.08.2010 hat der Marktführer Sociedad Quimica y Minera de Chile (SQM) daher sein Interesse bekundet, in anderen Ländern wachsen zu wollen.
Entwickler von Lithiumressourcen finden leicht Kapitalgeber
Allzu viele Möglichkeiten dafür gibt es noch nicht. 38 Lithium-Juniors sind derzeit in der Entwicklung. Erst wenige größere Unternehmen gibt es bisher, die keine Schwierigkeiten haben, strategische Investoren zu günstigen Konditionen zu finden. Ein Beispiel dafür ist etwa die australische Orocobre, bei der Toyota Tsusho die Finanzierung der ersten Produktionsstätte gegen eine strategische Beteiligung fördern wird. Spätere Übernahme? Nicht ausgeschlossen.
Sehen wir aus diesem Grund also nach meinen beiden vorigen Beiträgen zu diesem Thema heute eine weitere Anlage in einen ganzen Korb von Lithium-Aktien an. Enthalten waren bei Auflage des Zertifikats der UBS (DE000UB1LTH2) folgende Aktien mit entsprechender Gewichtung:
Quelle: UBS, Stand 01.03.2010
Die Gewichtung der Aktien dürfte sich inzwischen etwas verschoben haben, doch das große Bild stimmt weiterhin. Der Basket besteht aus den 15 liquidesten Aktien, die "ihr Hauptgeschäftsfeld in den Bereichen Forschung, Abbau und Investitionen von und in Lithium" haben. Die Schwergewichte wie SQM, FMC oder Rockwood erfahren dabei eine Begrenzung ihrer Gewichtung auf maximal 15%.
Wie immer, haben Sie bei Zertifikaten natürlich das Emittentenrisiko, das Sie beachten sollten, auch wenn die UBS ein relativ solides Rating besitzt. Das Zertifikat ist nicht währungsgesichert. Schwankungen auf dem Währungsmarkt wirken sich also auf den Preis des Zertifikats aus. Dividenden werden auf den Wert des Index angerechnet. Es gibt eine Endfälligkeit zum 05.03.2015. Gebühren werden nicht berechnet, der Spread zwischen An- und Verkaufspreis beträgt maximal 2,5%, liegt derzeit aber nur bei 1,5%. Das ist relativ günstig.
Einige Kriterien des Zertifikats gefallen mir nicht so gut
Was mir an diesem Zertifikat weniger gefällt als an anderen Lithiumkörben ist die statische Zusammensetzung, die nur bei besonderen Ereignissen /(z.B. Übernahme, Insolvenz) der beteiligten Aktien geändert wird. Ferner die zeitlich begrenzte Anlagemöglichkeit durch die Endfälligkeit in knapp fünf Jahren. Bei der Zusammensetzung finde ich vor allem die Berücksichtigung des Bergbauriesen Rio Tinto ungünstig. Schade, dass insgesamt 60% des Index auf Werte entfallen, die teilweise nur wenig von einer möglichen Angebotsverknappung beim Lithium profitieren oder bei denen eine Übernahme schwierig erscheint.
Wer in Lithium investiert, kauft auch Kali
Zuletzt noch eine kleine Anmerkung zum Kalimarkt: Wenn Sie auf Lithium aus Salzseen setzen, dann haben Sie automatisch auch Kali in Ihrem Portfolio. Denn in allen Salzseen kommen diese beiden Elemente vergesellschaftet in unterschiedlichen Anteilen vor. So kann es sogar bei entsprechenden Preisen vorkommen, dass ein Unternehmen aus dem Lithiummarkt mehr an dem erzeugten Kali verdient als am Lithium! Berücksichtigen Sie daher bei Anlageentscheidungen bitte immer beide Märkte oder verlassen Sie sich auf die Empfehlungen von einem der Premiumdienste des Investor Verlags.
Herzliche Grüße. Eine weiterhin erfolgreiche Woche wünscht Ihnen
Ihre Daniela Knauer
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Klaus Meyer (24.08. 2010 18:50 Uhr):
Sehr geehrte Frau Knauer, ich schätze Ihre Rohstoffkenntnisse sehr,aber wenn Sie Kali als Element bezeichnen, liegen Sie daneben! Viele Grüße Klaus Meyer
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