Lithium-Akkus revolutionieren das E-Bike
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Rohstoffe
vom 15. Oktober 2009, 17:00 Uhr
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Da ist es wieder, das Thema, das mich seit Monaten regelmäßig beschäftigt. Wo ich auch hinsehe, in immer mehr neuen oder modernisierten Anwendungen begegnet uns das Lithium. Der gesamte Markt der Akkutechnik für mobile Elektromotoren wird gründlich umgekrempelt. Diverse neuentwickelte Lithium-Akkus machen Anwendungen bzw. Reichweiten möglich, die vor einigen Jahren noch undenkbar waren. Und so ist auch das E-Bike schwer im Kommen. In Asien, besonders dem technologie-affinen Japan sind sie schon weit verbreitet. Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung hat im Mutterland des Fahrradfahrens, Holland, bereits jedes zehnte Fahrrad einen Elektroantrieb. In Deutschland wurden 2008 rund 100.000 dieser kleinen Flitzer verkauft. Die schnellsten Modelle schaffen bereits bis zu 40 km/h, dazu kommt dann noch die Unterstützung per Muskelkraft - das kann für rasante Fahrraderlebnisse sorgen, die nichts mehr mit dem muffigen Ruf der alten Oma-E-Bikes zu tun haben. So können die rasanten neuen Hybridflizer mit ihrer Mischung aus Muskelkraft und Elektromotor sogar unter Umständen führerscheinpflichtig werden. Auch die Energierückgewinnung schaffen die Modelle mit Nabenantrieb bei Bergabfahrten bereits.
Stuttgart ist die ideale Stadt für ein Pilotprojekt
Investitionen in diesen Markt sind bisher noch nicht so einfach. Eine Handvoll Batterie-Hersteller bieten sich an. Mit den Elektro-Autos verdient zur Zeit noch kaum jemand Geld. Das kann sich zwar bald ändern, wenn die Stückzahlen nach oben gehen bzw. die Benzinpreise an den Tankstellen uns wieder die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Aber die Idee der flotten Pedelecs finde ich so charmant, dass ich sie derzeit den Autos vorziehe. Der Abnehmermarkt ist riesig: Von den vielen Millionen Asiaten, für die das Fahrrad oder Mofa das wichtigste Verkehrsmittel ist, weil sie sich noch lange kein Auto leisten können bis zu den Sädtern unserer Breiten, die frisch und erholt im Büro ankommen wollen und sich mit so einem Flitzer schneller durch den Stau schlängeln als mit den meisten anderen Verkehrsmitteln. So hat zB. die besonders bergige Großstadt Stuttgart gerade 2,7 Mio. EUR vom Bund erhalten, um ein Pilotprojekt mit Verleihstationen für die komfortablen Flitzer aufzubauen. Bei innerstädtischen 300m Höhenunterschied der ideale Ort, um die elektrische Unterstützung der eigenen Tretkraft schätzen zu lernen und einen Werbeeffekt für die neuen Räder zu erzeugen.
Accell Group: Holländische Aktie mit Renner-Qualitäten
Eine interessante Aktie ist mir bei den Recherchen zu diesem Thema in die Finger gefallen: Die Accell Group ist ein mittelgroßer holländischer Nebenwert mit einer Marktkapitalisierung von 341 Mio. EUR. Es handelt sich bei dieser Gruppe um ein Konglomerat verschiedener bekannter Fahrradhersteller. Besonders dank der rasant steigenden Absatzzahlen der diversen E-Bikes und hochwertiger Sportmodelle konnte Accell auch im schwierigen Jahr 2008 den Gewinn steigern und eine Dividende zahlen. 2009 strebt die Geschäftsleitung trotz der angespannten Wirtschaftslage erneut ein Plus von 10% an. Unterstützend wirkt dabei, dass der Hauptabsatzmarkt in Europa liegt, wo noch kein nachhaltiger Konsumverzicht aufgetreten ist. Im Gegensatz dazu profitiert der Fahrradbauer sogar von den Trends zu sportlicher Gesundheit und energiesparender Fortbewegung.
Die relative Stärke des Charts ist beeindruckend
Die Aktie ist in diesem Jahr bereits gut gelaufen. Zur Zeit ist sie dabei, die schwere Hürde des Allzeithochs aus dem Jahr 2007 anzugreifen. In gelb darunter sehen Sie den holländischen AMX-Index, der immer noch weit von seinem 2007er Hoch entfernt ist.
Angesichts vieler Aktien, die immer noch nahe der Krisentiefs herumkriechen, zeigt das gewaltige innere Stärke. Dennoch handelt es sich dabei natürlich gerade nicht um einen idealen Zeitpunkt zum Einstieg. Er bietet sich vor allem dann an, wenn der Ausbruch über das alte Hoch nachhaltig gelingt. Ebenso wäre es interessant, wenn es nun zu einem begrenzten Rücksetzer kommen würde. Dann könnten Sie nach der Konsolidierung die Hände aufhalten. Auf jeden Fall kommt diese Aktie aber auf meine Beobachtungsliste der möglichen Profiteure des Lithium-Booms. Nachdem der Rohstoff Investor dreistellige Gewinne mit dem Lithium-Explorer Orocobre Ltd. realisieren konnte, winkt hier eine neue Chance im Bereich der Lithium-Aktien.
Herzliche Grüße, Ihre
Daniela Knauer
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