Lindsay Corp: Bewässerungssysteme für die Agrarwirtschaft

in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien
vom


 

gestern noch hielt die Staatsschuldenkrise nebst der nötigen Bankenrettung die Märkte so fest im Griff, dass der Weltuntergang nahe schien. Die Unsicherheit über mögliche Lösungsstrategien lähmte die Börsianer. Umso größer heute morgen die Überraschung, als der Euro anderthalb Cents höher notierte und der DAX die Shorties bereits in der Eröffnung grillte. Abzuwarten bleibt allerdings, wie lange dieses Mal das Feuer von Shorteindeckungen und zaghaften Käufen brennen wird.


 

Wie lange wird das Feuer der Erleichterung diesmal brennen?

 

Etwas Luft erhalten die Staaten zwar durch die neuen Entscheidungen, die Staatsschuldenkrise ist damit aber noch lange nicht beseitigt. Zumindest bekommen heute Zykliker und Rohstoffe erst einmal einen Erholungsschub, der dringend überfällig war. Ob dies zu einer größeren Erleichterung ausreicht, werden wir erst zu Beginn der kommenden Woche erfahren. Dann geht es darum, ob es Anschlusskäufe geben wird oder das Feuer so schnell wieder verpuffen wird, wie es gezündet wurde.

 

Agraraktien ernten reiche Gewinne

 

Doch jetzt wollen wir wieder einmal auf aktuelle Unternehmenszahlen zu sprechen kommen. Herausgepickt habe ich mir dafür zwei Player am Agrarmarkt, den amerikanischen Hersteller von Bewässerungstechnik Lindsay Corp. und den wohl allen bekannten Agrarriesen Monsanto.

 

Die US-Firma Lindsay ist wohl nicht allen Anlegern bekannt, dafür ist sie (immer noch) zu klein. Mit einer Marktkapitalisierung von 707 Mio. USD gehört sie in den USA eher zu den Nebenwerten. Seit Jahren schon verfolge ich diesen Spezialisten für Bewässerungstechnik, der Bauern auf der ganzen Welt beliefert. Im Zuge der Baisse 2008 kam die Aktie böse unter die Räder, sie stürzte von rund 130 USD bis auf fast 20 USD ab, nachdem (zu) hohe Erwartungen enttäuscht wurden. Eine fulminante Erholung schloss sich an, die wieder in Richtung 90 USD im Frühjahr 2011 führte.

 

Lindsay

 

Seither ging es seitwärts-abwärts bis zum Tief nach dem Herbstcrash 2011, wo sich ein schöner Boden in Form einer umgekehrten Schulter-Kopf-Schulter-Formation ausbildete. In den vergangenen Wochen ist nun eine vergleichbare Formation in kleinerem Maßstab aufgetaucht, die gerade nach oben aufgelöst wurde. Anlass dafür war die Veröffentlichung der Quartalszahlen, die deutlich über den Schätzungen der Analysten ausfielen.

 

Lindsay überrascht Analysten positiv

 

Der Gewinn je Aktie lag bei 1,47 USD, 11 Cents über den Erwartungen der Analysten und über den 1,20 USD im Vorjahresquartal. Die Einnahmen lagen bei 172,1 Mio. USD, 12% höher als zuvor und 3,6% über den Schätzungen. Die Gewinnmarge stieg auf 28,5% nach 27,0% im vergangenen Jahr. Der Cashbestand erhöhte um 19,2 Mio. USD, die Schulden sanken um 4,3 Mio. USD. Insgesamt also ein sehr erfreuliches Ergebnis.

 

Billig ist die Aktie zwar nicht gerade mit einem (derzeit) geschätzten KGV von rund 20, während die ganz großen Wettbewerber Deere und AGCO ein Gewinnvielfaches von 10,5 bzw. 6,5 aufweisen. Doch bei ihnen handelt es sich um Gemischtwarenläden, bei denen das Bewässerungsgeschäft nur einen kleinen Teil des Umsatzes ausmacht. Zudem wächst Lindsay fast doppelt so schnell, wie Analystenschätzungen von 22,6% für das Gewinnwachstum der nächsten fünf Jahre belegen. In diesem Quartal lag das Wachstum der Bewässerungssparte sogar bei 38%!

 

Solange die Preise der Agrarrohstoffe nicht wieder so stark einbrechen wie in der Krise 2008/09, kann dieses dynamische Wachstum weiter anhalten. Denn eine moderne Bewässerungsanlage spart nicht nur oft knappes und damit teures Wasser, sondern steigert die Erträge der Landwirte vor allem in trockeneren Gebieten enorm. Daher rechne ich damit, dass ein Ausbruch aus dem Dreieck nach oben und zumindest die 2011er Hochs bei 85 USD nach einer gesunden Abkühlung des aktuell bereits etwas heißgelaufenen Charts mittelfristig erreichbar sind.

von
Daniela Knauer
Daniela Knauer

Daniela Knauer legt großen Wert auf eine Streuung der Depotwerte und die strikte Einhaltung von Stopp-Kursen. Darauf weist sie ihre Leser regelmäßig hin.

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