Bill Bonner ist einer der anerkanntesten Finanzexperten der USA und Bestseller-Autor. Bei uns schreibt er regelmäßig im Börsen-Newsletter Kapitalschutz Akte.
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Weitere Börsenthemen
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Anfang vergangener Woche hat es geschneit… der Winter ist noch nicht vorbei, es kann sogar sein, dass die kältesten Tage dieses Jahres noch vor uns liegen. Gleichzeitig hielt sich der Dow stabil, nachdem er am vorvergangenen Freitag noch um 315 Punkte gefallen war. Gold war wieder gestiegen, um weitere 11 Dollar… auf 986 Dollar.
Es sieht so aus, als läge ein Goldpreis von 1.000 Dollar nur noch Tage entfernt, und das bedeutet, dass ein Goldpreis von 2.000 Dollar auch nicht mehr so weit entfernt sein kann. Und wenn wir erstmal da sind, dann weiß ich, dass meine Leser bereit sein werden.
Das ist der große Monat, in dem die Neueinstufungen der Hypotheken den Gipfel überschreiten – dabei werden Hypotheken im Wert von fast 120 Milliarden Dollar nach oben angepasst. Man erwartet natürlich, dass die Amerikaner das Gefühl haben, in der Klemme zu sitzen… ganz besonders jetzt, wo die Preise für Energie und Lebensmittel auf einem Rekordniveau liegen.
“Die Amerikaner fangen an, ihren Hunger nach Benzin einzuschränken“, schreibt das Wall Street Journal in einer Schlagzeile.
Die Autoverkäufe sind im Februar zurückgegangen – wie man erwarten sollte. Der Einzelhandel berichtet von geringeren Verkaufszahlen. Und die Wirtschaft selbst hatte sich, als man sie zuletzt maß, weder nach vorne bewegt, noch war sie zurückgegangen, sie stand absolut still. Das hat zu einem Ansturm der Urteile auf Seiten einiger Kritiker geführt.
“Die Rettung der amerikanischen Zentralbank ist gescheitert”, verkündet eine Schlagzeile im englischen Telegraph.
Ambrose Evans Pritchard, der Herausgeber des Wirtschaftsteils der Zeitung sagt:
„Der Urteilsspruch ist gefällt. Die Notfallzinssenkungen im Januar schafften es nicht, die Abwärtsspirale in Richtung einer vollständigen Schuldendeflation aufzuhalten. Viel drastischere Maßnahmen werden dazu notwendig sein.
Die Erträge auf zweijährige amerikanische Schatzanleihen fielen am Freitag nach einer Flucht in die Sicherheit auf 1,63 %. Der Schuldenmarkt friert noch tiefer ein, volle acht Monate nach Beginn der Krise. Die Ansteckung breitet sich bis in die sichersten Taschen des amerikanischen Kredituniversums aus.“
Mr. Evans-Pritchard kommt dann auf die New Yorker Hafenbehörde zu sprechen, die Brücken, Busterminals und Flughäfen in der Gegend von New York und New Jersey betreibt. Die Hafenbehörde wird sowohl vom Staat als auch von der Regierung betrieben… Doch als man loszog, um Geld zu leihen, wurde sie behandelt wie die schäbigsten unter den Schundkrediten… und gezwungen, Zinssätze von 20% zu zahlen.
“Ich habe nie gedacht, dass ich so etwas noch einmal in meinem Leben sehen würde”, sagte James Steele, ein Wirtschaftler von HSBC in New York.
“Kein Sterblicher mit Verstand muss wissen, was term-auction bedeutet, es sei denn, auch das wird ein Mittel der amerikanischen Kreditalchemisten“, fährt Evans-Pritchard fort. „Die Banken haben kurzfristig den Markt als Laboratorium verwendet, um die langfristigen Zinssätze zu verzaubern, die wegen Alan Greenspan schon Geschenkzinssätze waren. Es ist alles aus dem Ruder. Als Nächstes steht der Derivatmarkt für CDS im Wert von 45 Billionen Dollar in der Reihe.“
„Minderwertige Kredite fallen auf neue Tiefstwerte. Bestbenotete Wertpapiere, die Anfang 2007 emittiert wurden, fielen am Freitag um einen Rekord von 12,72% des Nennwerts. Die minderwertigsten Wertpapiere erreichten 10,42%.
Diese ‚giftigen’ Teile der Emissionen sind wertlos.“
„Warum hört es nicht auf? Weil sich die amerikanischen Hauspreise im freien Fall befinden.“
In dem Artikel wird außerdem erwähnt, dass wir uns erst auf halbem Wege in den Sturm der Neueinstufungen von Hypotheken befinden.
Sie sollten mit noch mehr schlechtem Wetter rechnen, sagt Evans-Pritchard.
Doch hier auf diesen Seiten habe ich keine Eile, ein Urteil über Ben Bernankes Plan abzugeben, die amerikanische Wirtschaft zu retten. Ich muss das nicht tun.
Ich weiß, dass es von Anfang an ein Fehler war.
Ich könnte aber nicht genau vorhersagen, wie der Markt reagieren wird. Doch die Vorstellung, dass man Menschen vor zu vielen Schulden rettet, indem man ihnen Geld leiht, schien mir immer ein bisschen so, als würde man auf einem Treffen der anonymen Alkoholiker Martinis servieren – das musste zu Schwierigkeiten führen.
Die Schwierigkeiten, die wir bekommen werden, sind allgemein als „Stagflation“ bekannt. Die Preise steigen und das tut auch die Arbeitslosigkeit. Das war so nicht geplant. Die Inflation sollte eigentlich die Verbraucher dazu bringen, mehr Geld auszugeben und die Unternehmen dazu, Leute anzustellen.
Aber die Leute kommen irgendwann immer dahinter. Sie sind eifrig bemüht, ihr Geld los zu werden… und die Preise steigen. Aber sie begreifen irgendwann auch, dass es kein echter Boom ist, sondern ein trügerischer Boom… Und deswegen expandieren die Geschäfte nicht… sie stellen niemanden ein… und sie verdienen auch nicht mehr Geld. Sie heben ihre Preise an, aber auch ihre Kosten steigen.
Und trotzdem ist das Label „Stagflation“ für die Leute beruhigend. Diejenigen, die schon älter als vierzig sind, können sich an die Stagflation in den Jahren Nixons erinnern. Rückblickend wirkt es gar nicht so schlimm.
Aber auch dort trennen sich meine Wege von denen der meisten Beobachter. Damals war es nicht so schlimm, weil die amerikanische Wirtschaft sehr viel stärker war – stark genug, um Paul Volckers bittere Medizin verkraften zu können… und zu überleben.
Diesmal öffnen die Finanzvertreter noch nicht einmal den Medizinschrank. Sie haben Angst, dass dem Patienten die Behandlung nicht gefallen könnte. Stattdessen befürworten sie das alte Elixier, das überhaupt erst dazu geführt hat, dass wir diese ernsten Probleme bekommen haben – mehr Geld und mehr Kredite.
Andere Umstände… eine andere Behandlung… und ganz sicher werden wir auch ein anderes Ergebnis haben. Bleiben Sie auf dem Laufenden.