Liebe Freunde und Wohltäter!
Pater Gerhard Knühl in Traders Daily
vom 28. Dezember 2009, 12:00 Uhr
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Das Jahr 2009 neigt sich seinem Ende zu und wir jedes Jahr möchte ich euch ein paar Zeilen zu Weihnachten schreiben. Trier, die älteste Stadt Deutschlands ist mir inzwischen zur zweiten Heimat geworden. Viele von Euch haben mich gefragt, wie es mir geht?
Ich kann Euch schreiben, dass ich hier in der großen Gemeinschaft, wir sind 18 Personen, gut aufgehoben bin. Unser Haus geht bis ins 11. Jahrhundert zurück und war einmal im Mittelalter ein Büßerinnen-Kloster. Als Papst Eugen III. auf Einladung des Trierer Bischofs Albero in Trier weilte, hat er das Kloster besucht und seine Magdalenenkirche, die heute noch besteht, eingeweiht.
Wie Ihr alle wisst, gibt es für Ordenleute keinen Ruhestand. Man könnte unseren Ruhestand als heiligen Unruhestand bezeichnen, denn an den Wochenenden schwärmen die meisten Patres aus, um in Pfarreien, Altenheimen und Schwesternklöstern Gottesdienste zu halten. Im Ohrensessel sitzen, uns bequem zurückzulehnen, das ist nicht unsere Sache.
Hinzu kommt, dass viele Patres und Brüder Afrika nicht vergessen haben. Sie unterstützen von Deutschland aus ihre alten Pfarreien, Krankenhäuser, Kinderheime, afrikanische Ordensgemeinschaften und Hungerprojekte. Warum tun wir das? Weil die immer wieder versprochenen UN-Hilfe nicht greift? Weil mehr als eine Milliarde Menschen hungern und leiden, eine unvorstellbare Anzahl von Menschen! Weil das von westlichen Staaten gespendete Geld in den dunklen Kanälen der Korruption landet.
Meine Lieben, draußen ist es regnerisch und kalt, dicke Regentropfen prasseln an mein Fenster, das üblich Spätherbstwetter. Die Stände sind auf dem Trierer Hauptmarkt aufgebaut und erstrahlen abends in weihnachtlichem Glanz. Sie sind wenigstens ein Lichtzeichen in dieser dunklen Jahreszeit. Doch das Ganze verstellt uns die Sicht auf das wahre LICHT, nämlich auf JESUS CHRISTUS, der jedes Jahr an Weihnachten in unsere Herzen kommen will.
Viele unserer Zeitgenossen wissen längst nicht mehr, um was es an Weihnachten geht und was uns Christen das Fest bedeutet. Der Plastik-Kitsch aus Asien hat bei uns Einzug gehalten und sehr häufig unsere schönen Krippen verdrängt. Engel aufgepeppt wie Modepüppchen stehen zum Verkauf bereit. Der Mammon ist zur Weihnachtsidee geworden und nicht das Kind von Bethlehem. Was kann man von einer a-religiösen Gesellschaft, die auch noch unsere Kreuze abhängen will, erwarten? Wird in Zukunft das multi-kulturelle Europa ein vom Christentum gereinigtes Europa sein?
An Heilig Abend werden die Kirchen wieder brechend voll sein und die Pfarrer freuen sich. Doch am eigentlichen Weihnachtsfeiertag werden sie ihre Hochämter vor gähnend leeren Bänken halten.
Die Propheten haben den Israeliten die Wahrheit gesagt und sie zur Umkehr aufgerufen, dafür sind sie verfolgt worden. Was wir heute brauchen sind mutige, moderne Propheten, die uns sagen, was unsere Lebensmitte ist und was unser Lebensziel sein muss.
Die Berliner Mauer ist niedergerissen worden, doch wie viele andere Mauern gibt es zwischen den einzelnen Menschen und Völkern? Wir müssen lernen wieder aufeinander zu zugehen, zu verzeihen und lernen die Welt in Frieden zu gestalten. Im Buch Tobit habe ich einen schönen Vers gefunden, den ich Euch allen in die kommende Weihnachtszeit mitgeben möchte: "Sei nicht kleinlich, wenn du gutes tust. Wende deinen Blick niemals ab, wenn du einen Armen siehst, dann wird auch Gott seinen Blick nicht von Dir abwenden."
Zum Schluß möchte ich noch all denen danken, die durch Ihr Gebet und Opfer meine kleinen Mini-Projekte gegen den Hunger in Malawi unterstützt haben. Zur Zeit ist ein Entwicklungshelfer aus dem Saarland dort, um die Bauern zu beraten und für die Frauen Kochkurse abzuhalten. Im nächsten Jahr möchte ich einen jungen Mann und eine junge Dame hinschicken, die Gott sei Dank vom Bistum Trier und der Bundesrepublik finanziert werden. Jede Hilfe ist willkommen, Der Einzahlungsbeleg kann als Spendenquittung benutzt werden.
Ich wünsche Euch allen gesegnete und gnadenreiche Weihnachten, sowie ein friedliches und glückliches Neues Jahr
Herzlich Grüße Euer Pater
Gerd Knühl
www.hungerprojekt-malawi.de