Lichtblick in Afrika
Volkmar Michler in Profit Radar
vom 4. Dezember 2009, 19:00 Uhr
ENL5454
Gewalt, Unterentwicklung, Korruption - das gehört zweifelsohne zu Afrika. Doch es gibt auch eine ganz andere Seite Afrikas, die den schwarzen Kontinent zur nächsten Generation der Schwellenländer machen wird. Da bin ich mir ganz sicher.
Wissen Sie, wo die größten Gold- und Diamantenreserven der Welt liegen? Wo werden gewaltige Öl- und Gasvorkommen vermutet? Wo liegen in großen Mengen wichtige Industriemetalle, die zum Beispiel für Elektorautos dringenden benötigt werden? Die Antwort lautet: in Afrika.
Wenn man ein Land oder eine Region stärker in den Welthandel einbinden will, braucht man dafür ein funktionierendes Verkehrswesen. Von einem ausgebauten Straßennetz kann man in Afrika nicht sprechen - das kann ich ebenfalls aus leidvoller Erfahrung selbst bestätigen. Was ich für deutsche Straßen schlicht lächerlich finde, ist hier überwiegend absolut erforderlich: ein Geländewagen. Von den vielen Militär-Straßensperren einmal abgesehen, brauchen Sie für die Strecke von der Hauptstadt Conakry zur 400 km entfernten zweitgrößten Stadt Guineas über 8 Stunden. Guinea gehört zu den Ländern mit der schlechtesten Infrastruktur, ingesamt sind in Afrika nur 19% der Straßen asphaltiert.
Die fehlende Verkehrsinfrastruktur verteuert natürlich auch den Güterverkehr. Hohe Kosten hemmen aber den Handel und damit die gesamte Wirtshaftstätigkeit eines Landes. Ein Studie des US-Handelsministeriums kam zu einem sehr bezeichnenden Ergebniss: Es ist teurer eine Tonne Weizen von der kenianischen Hauptstadt Mombasa ins benachbarte Kampala nach Unganda zu transportieren als von Mombasa nach Chicago.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Andreas Hörsch (05.12. 2009 08:55 Uhr):
Hallo Herr Michler, leider muss ich Sie auf einen Fehler in Ihrem Bericht hinweisen. Da ich jetzt zum zweiten mal gelesen habe das Sie Mombasa als Hauptstadt von Kenia betiteln. Mombasa ist die bedeutenste Hafenstadt und zweitgrößte Stadt von Kenia. Die Hauptstadt ist aber Nairobi. Mittlerweile ist auch die ca.400 km lange Verdindungsstrasse zwischen diesen beiden Städten gut ausgebaut und komplett geteert. Dieser Strassenbau wurde mit Hilfe von EU-Geldern angeschoben. Diese Gelder wurden dann aber 2006 aus welchen Gründen auch immer von der EU gestoppt. Das brachte dann die Chinesen ins Boot welche die Strasse dann ab 2007 finanzierten und fertig bauen ließen. Also ist es Heute, den Chinesen sei Dank, billiger den Weizen nach Uganda zu transportieren als in die USA. Viele Grüße Andreas Hörsch
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