Libanon Waffenstillstand bringt Kurse unter Druck
Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 14. August 2006 20:45 Uhr
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Liebe Leser,
heute befinden sich die meisten Rohstoffpreise mit Ausnahme von Nickel und Kupfer wie bereits zum Ende der vergangenen Woche in einem leichten Korrekturmodus.
Nach den soliden Anstiegen des 1. Quartals ist dies nichts Ungewöhnliches. Schließlich werden im 3. Quartal traditionell die Lagerbestände der Industrie nach unten gefahren, da notwendige Reparaturarbeiten durchgeführt werden müssen. Im 4. Quartal setzt dann eine saisonale Erholung ein.
Insbesondere das Gold verliert zurzeit aufgrund der Nachrichten aus dem Libanon.
Ich warne jedoch davor hier bereits das Ende des Konflikts im Nahen Osten zu prognostizieren. Vielmehr handelt es sich aktuell lediglich um eine Pause. Zudem besteht die Gefahr, dass im Libanon der jahrelange Bürgerkrieg wieder entfacht werden könnte. Dies wäre der Fall wenn die libanesische Armee gegen die Hizbollah Miliz vorgehen würde, was in einigen Zeitungen heute bereits spekuliert wurde.
3 Nachrichten führten zu dem schnellen Rückgang der Ölpreise
Ein Waffenstillstand im Libanon, die Meldung, dass BP die Hälfte der Förderung im Prudhoe Bay Gebiet aufrechterhalten wird und fast unbeachtet die Wiederherstellung einer Tagesförderung von 180.000 Barrel in Nigeria durch Royal Dutch Shell. Während die 1. Meldung vor allem psychologischer Natur ist und die politische Lage weiterhin angespannt bleibt, entspannt die 2. und 3. Meldung die knappe Versorgungslage im Ölsektor tatsächlich ein wenig. Nichtsdestotrotz dürfte der Rohölpreis weiterhin sehr volatil auf hohem Niveau bleiben. Ich rechne damit, dass sich die Rohölpreise in einer Handelsspanne von 10 US-Dollar je Barrel zwischen 70 und 80 US-Dollar bewegen werden.
Fazit
Auf kurzfristiger Ebene fehlen zurzeit die Impulse für einen Ausbruch über die 78 US-Dollarmarke. Mittel- und Langfristig zeigen sich die Anleger und Analysten jedoch weiterhin skeptisch über die Preisentwicklung des Rohöls und demzufolge besteht hier ein größeres Potenzial für eine Bewegung in Richtung der 100 US-Dollarmarke.