Lesermeinungen der Woche: Ein anderes Licht auf Fidel geworfen
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Global Anlegen
vom 17. August 2010, 14:30 Uhr
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das Thema Kuba hat die Gemüter meiner Leser bewegt. Auf meinen Kommentar zu Fidel Castros Atomkriegswarnungen in Richtung Barack Obama haben sich viele Leser bei mir gemeldet. Einen Beitrag von A. F. Weiss habe ich heute für Sie heraus gesucht, für welchen ich mich vorab schon einmal bedanken möchte:
Verehrte Frau Bach, manche Ihrer Kommentare wären es wert, sich damit zu befassen. Das gilt in zweierlei Hinsicht. Es sind durchaus bemerkenswerte dabei, aber auch manche, die irgendein Loch für die schreibende Zunft stopfen müssen. Nehmen wir Ihren vorletzten Satz, den Sie Fidel Castro gewidmet haben. Der Mann hat absolut Recht, denn er sagt, was er denkt und das können unsere Politiker nicht.
Seine Meinung wird im Übrigen, wenn auch in geschliffener Form von vielen anderen geteilt, auch von den Politikern, die nichts mehr zu sagen haben, dies ist Ihnen genau so bekannt wie mir (Gorbi, Rothschild sen., etc.). Sie müssen sich daher die Frage gefallen lassen, ob Sie inzwischen auch zu den von unserem Hosenanzug" verdonnerten Journalisten gehören, die dem Volk Sand in die Augen streuen müssen", um sie zu beruhigen. Es ist doch unstrittig, dass im Pentagon bereits Pläne existieren, die sich mit einem Atomschlag gegen Iran befassen - auch das wissen Sie. Damit stehen die - zugegebenermaßen - plumpen Äußerungen von Fidel Castro in einem anderen Licht. Weiterhin eine lockere Feder wünscht Ihnen ein kritischer Leser."
Dazu nun eine kleine Anmerkung von mir: Es liegt mir fern Sand in die Augen meiner Leser zu streuen, sondern ich möchte vielmehr durch polarisierende Kommentare zu regem Diskurs animieren. Leider kann ich mich dabei nicht so weit aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass ich es für unstrittig halte, dass es im Pentagon Pläne zu einem Atomschlag der USA gegen den Iran gibt. Denn fest steht: ich weiß es nicht, es wären also nur Vermutungen - und damit halte ich mich nicht auf.
Fakt aber ist: Wenn sich Fidel Castro als Revolutionsführer, Kommunist und ehemaliger Staatschef eines nach wie vor kommunistischen Landes zu einer solchen Rede aufschwingt, dann hören die Menschen einfach hin. Und das ist auch gut so, mag das was er sagt auch in manchen Punkten übertrieben sein. Man wird hellhörig. Castro gibt uns die Sicht eines Mannes, der den Kapitalismus und seine Auswüchse ablehnt. Und das brauchen wir hin und wieder, um zu verstehen, dass nicht alles hingenommen werden sollte.
Doch man könnte hier auch schnell zu dem Schluss kommen, dass er durch seine flammende Rede über drohende Atomschläge und den dritten Weltkrieg nur versucht, von den Missständen im eigenen Land abzulenken. Das hat die SED-Regierung der DDR auch versucht. Sie haben die Eskalation des "Kalten Krieges" heraufbeschworen und damit von den eigentlichen Problemen und Missständen im Land abgelenkt. Die Angst der Menschen in der DDR vor etwas Größerem als der ihnen aufgelegten Diktatur war das beste Mittel gegen eine aufkeimende Revolution. Doch mit dem schleichenden Zusammenbruch der Wirtschaft im Ostblock und dem Führungswechsel im Kreml fand der "Kalte Krieg" bald ein Ende. Eines der Ergebnisse kennen Sie ja: Die friedliche Revolution 1989.
Ich wünsche Ihnen allen einen guten Tag.
Ihre
Cindy Bach
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Rolf Schuh (17.08. 2010 18:11 Uhr):
Sehr geehrte Frau Bach, Ihr lesenwerter Kommentar beschäftigt mich und deswegen kommentiere ich ihn meinerseits. Kuba ist eine Diktatur. Diese führen selten zu etwas Gutem. Kuba ist anderseits ein Land der 3.Welt vor der Haustür der USA. Vor der Revolution war Kuba das Freudenhaus der USA und ein großer Teil der Bevölkerung analphabetisch. Dass Kuba nach wie vor so arm ist liegt nicht an dem zu vermutenden Mißmanagement der Führungskräfte, sondern sehr an dem nach wie vor geltenden Handelsembargo der USA. Wie groß muss die Angst der USA vor dem, was auf Kuba gemacht wird sein, dass das Handelsembargo nicht mal mit einem Federstrich des Präsidenten aufgehoben werden kann? Mr. President Obama kann nur politics machen aber keine policies. Dazu reicht seine Kraft nicht. Das ist ihm als Person nicht anzulasten, sondern den Macht- und Kraftverhältnissen einer Demokratie, die ein für alle funktionierendes Krankenversicherungssystem bereits des Teufels. Da ist es viel christlicher, die vielen Armen, die kein Geld haben, verrecken zu lassen. Da ist es viel freiheitlicher, Einwanderer aus den südlichen Staaten bis aufs Blut auszuquetschen und sie danach auszuweisen. Würde das Handelsembargo aufgehoben - eine Akt der Freiheit und Größe - und beide Systeme könnten mit annähernd gleichen Waffen kämpfen, würde man dann immer sehen können, wie sich was entwickelt und dann entscheiden, was für wen besser ist. Damit will ich keiner Diktatur das Wort reden, s.o., sondern den Aspekt der Unterschiedlichkeit zwischen der 1. und 3. Welt hinweisen. Die 3.Welt gibt, weil es den ungeheuerlichen Reichtum der 1. gibt und die letztere eine Welt unter allen Umständen verhindern will. Dieser Aspekt kommt leider bei Ihnen garnicht vor. Damit befinden Sie sich nicht alleine, sondern im meinungsmachenden Mainstream.
Antworten - Kommentar von Ernst Burger (18.08. 2010 12:11 Uhr):
Der Kommentar von Herrn Weiss zu Fidel ist interessant. Es zeigt mir, dass er die Situation in Kuba nicht kennt. Das ist ein von Demagogen herunter- gewirschaftes Land, das gezwungen ist sich zu öffnen. Die Leute sind i.d.R. bettelarm. Außer großmäuligen Reden haben die Brüder nichts bewirkt. Ein einstmals so blühendes und reiches Land so herunterzuwirtschaften ist eine Sünde am Volk. Auch sein Kompagnon Che war nicht anderes als ein brutaler Mörder, das darf man nicht vergessen. Ich hoffe, dass nach Fidel und Raul eine friedliche Revolution in Kuba stattfindet. Ich kann da mitreden, weil ich dort war. Viele Grüße Ernst Burger
Antworten - Kommentar von Karl Schlor (18.08. 2010 18:21 Uhr):
Leider muß ich Ihnen wieder widersprechen, Liebe Frau Bach! Der Leser Weiß, der im Falle Castros Äußerung ähnlich wie ich argumentiert hat, hat auch in denen von Ihren Argumenten völlig recht, weil: 1. Es sind keine Gerüchte, die von einer drohendem Angriff auf den Iran sprechen, sondern Fakten, Fakten, Fakten - um einen bekannten Journa= listen zu zitieren! Ich zähle sie hier nicht auf, weil sie unter das Internet nutzenden Lesern diese bekannt sind, wenn Sie alternative Internetadressen konsumieren, wissen Sie mehr als von unseren "Qualitätsmedien" manipuliert! 2. Natürlich will Castro auch von seinen desaströsen V erhältnissen auf Kuba mit solchen Reden ablenken, das schließt aber nicht aus, daß er mit seiner Aussage bezüglich des Iran recht hat. 3. Hat Leser Weiß auch recht, wenn er schreibt, daß auch "offizielle" Politiker - ohne Öffentlichkeit selbstverständlich - diese Meinung (von Castro) vertreten, denn sie lesen ja auch die "ominösen" Internet-Nachrichten. Sie getrauen sich aber nicht, vor den Medien dies einzugestehen, bzw. dürfte so mancher Journalist sein Waterloo erleben, wenn er eine solche ehrliche Meinung ver= öffentlicht, ebenso wie der "ehrliche" Politiker wäre er seinen Job los, weil einfach die Wahrheit nicht veröffentlicht werden darf, so ist es leider in unserem politisch-korrekten Manipulations-Sys= tem, die Meinungsfreiheit besteht nämlich nur darin, die Meinung maßgeblicher Leute nachzuplappern, ansonsten gibt es Tabus ungeanhnter Zahl!
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