Leserfrage beantwortet: Bearline-Trade umgekehrt?
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 11. Mai 2009, 16:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
die letzten Tage fragten mich einige von Ihnen, ob man denn die Logik des Bearline-Trades nicht auch auf die bullische Unterstützungslinie anwenden könne.
Selbstverständlich können Sie dies analog durchführen. In der Tat sieht es das Regelwerk für Point&Figure auch im Optimalfall genau so vor, denn die Nähe zur bullischen Unterstützungslinie bietet Ihnen eine sehr gute Chance, enge Stop Loss Marken zu setzen und diese stets nachzuziehen.
Bitte beachten Sie allerdings, dass ein passender Chart zwar ein Teil der erfolgreichen Aktienauswahl mittels Point & Figure darstellt, jedoch hierzu noch weitaus mehr gehört.
Da ca. 80% des Risikos einer Aktie im Sektor liegen, ist die Wahl des richtigen Sektors zum richtigen Zeitpunkt natürlich aus Point & Figure Sicht ebenfalls absolut wesentlich. Darüber hinaus sollten Sie für bullische Trades natürlich eine hohe relative und fundamentale Stärke in den Aktien, die sie auf diese Weise traden wollen, haben.
Um noch ein Beispiel zum Thema "Bearline-Trade" (also der Short-Variante) nachzusteuern: Etwa wie folgt sollte die Ausgangssituation für potentielle Kandidaten aussehen (achten Sie auf die letzte X-Säule, die an die bärische Widerstandslinie schön herangelaufen ist):
Abb.: P&F Chart "Graco Inc."
Bei der korrekten Chartformation handelt es sich allerdings nur um die notwendige und nicht die hinreichende Bedingung. Hierfür sind z.B. noch fundamentale Überbewertung, Überkauftheit im Sektor und eine Reihe weiterer Kriterien wichtig. Je mehr Punkte erfüllt sind, desto wahrscheinlich ist ein Erfolg Ihres Trades. Wenn allerdings schon die Ausgangsformation im P&F Chart nicht stimmt, ist das bereits ein K.O.-Kriterium, da Ihnen dies das Chance-Risiko-Verhältnis ruiniert. Der obige Chart soll nur zur Veranschaulichung dienen und ist meinerseits nicht als Trading-Empfehlung gedacht!
Beste Grüße
Alexander Hahn
