Leserfrage: 20.000 EUR und was damit machen?
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 29. August 2011, 17:00 Uhr
ENL5454
Kürzlich erreichte mich ein paar Leserfragen, die sich etwa wie folgt anhörten:
Sehr geehrter Herr Buhl,
[...] Ich habe 20.000 EUR und möchte diese aktuell anlegen. Doch was soll ich tun?
Zunächst einmal möchte ich den entsprechenden Verfassern der Zuschriften für Ihr Vertrauen danken, dass Sie offenbar in meinen Ratschlag legen.
Leider ist es mir als Autor eines Börsennewsletters jedoch nicht gestattet, eine individuelle Anlageberatung durchzuführen, weshalb ich solche Fragen nicht wunschgemäß beantworten kann.
Mir ist natürlich klar, dass dies Ihr Problem natürlich nicht löst, daher möchte ich dennoch ein paar generelle Gedanken mit Ihnen teilen. Dies ersetzt jedoch keineswegs ein Gespräch mit dem Vermögens- bzw. Anlageberater Ihres Vertrauens und eignet sich mit Sicherheit nicht für alle von Ihnen.
Kommen wir also auf den Punkt
Was also tun?
Zunächst einmal möchte ich davon abraten, alles auf eine Karte zu setzen. Der Begriff Karte ist hier allerdings sehr weit gefasst. Dies bezieht sich sowohl auf Assetklassen als auch auf einzelne Wertpapiere bzw. Basiswerte.
Grundsätzlich bin ich für eine gesunde Streuung, die sowohl Sachwerte als auch Papierwerte beinhaltet. Da wir in einer Zeit leben, in der die globalen Marktungleichgewichte und Krisenherde nach wie vor nicht gelöscht sind, würde ich einen Teil des Geldes in physisches Gold- und Silber investieren. Dies sollte jedoch eher taktisch und als Versicherung erfolgen, weniger als Objekt zur Renditemaximierung (Sie fahren ja auch nicht Ihren PKW zu Schrott, nur damit Ihre Autoversicherung bezahlt). Dementsprechend würde ich hier dann auch nicht mehr als 5% bis 10% des Portfolios parken.
Danach würde ich im Bereich der Realwerte mich bei interessanten Beteiligungen, Immobilien, etc.umsehen.
Hierzu käme dann eine Aktienkomponente. Diese kann eine Basis an Bluechips beinhalten, aber rein persönlich bin ich eher von chancenreichen Nebenwerten überzeugt und sehe hier deutlich mehr Potential.
Ein Investment in Nebenwerte kann, wenn Sie nicht nach einzelnen Werten suchen möchten, natürlich auch über einen Fonds laufen oder einen Index-ETF. Wenn Sie allerdings mit der "Schrotflinte" vorgehen, werden Sie zwar ein geringeres Einzelwertrisiko haben jedoch aber auch stets Werte im Portfolio haben, die nicht so gut laufen.
Eine Assetklasse, die ich aktuell jedoch meiden würde, sind Anleihen (es sei denn, Sie wissen sehr genau, was Sie tun).
Natürlich hat jeder Mensch eine andere Anlagephilosophie aber meine basiert vor allem auf einer guten Streuung und Chancenorientierung der Investments.
Ich wünsche Ihnen ein gutes Händchen bei Ihren Investments.
Herzliche Grüße, Ihr
Klaus Buhl