Leser zum Thema der Woche: "Aufreger" Hypo Real Estate
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Kapitalschutz
vom 24. September 2010, 14:30 Uhr
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ich bedanke mich bei den vielen Lesern, die mir auf unser Thema der Woche "Milliardengrab Hypo Real Estate" ihre Meinung haben zukommen lassen. Die Resonanz war groß, ebenso die Entrüstung. Doch einige von Ihnen mahnten auch eine oberflächliche Vorverurteilung an. Ich bin froh, dass wir zu diesem Thema einen so ertragreichen Diskurs erhalten haben, welchen ich Ihnen heute als "Wochenausklang" präsentieren möchte. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen der verschiedenen Leserbeiträge und wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.
Ihre
Cindy Bach
Mein Leser Stemmerling meint:
"Sie haben vollkommen Recht. Es ist ja wohl total unsinnig das hier gutes Geld der Steuerzahler dem schlechten Geld noch hinterher geworfen wird. Außerdem bezweifle ich das diese Menager, die ja auch die Mrd. Verluste verursacht haben, so GUT sind das man ihnen noch einen Bonus zahlen muß damit sie bleiben und weitere Mrd. in den Sand setzen. Es ist unverantwortlich wie hier von der Regierung mit dem Geld der Steuerzahler umgegangen wird. Hier müssen wieder einmal viele (Steuerzahler ) bluten damit wenige (Miß-Manager) davon profitieren. Das ist wieder einmal ein gutes Beispiel das in Deutschland die Lobbbyisten und nicht die Politier die Politik bestimmen. In Italien würde man das Mafia nennen. Wie kann man das eigentlich bei uns bezeichnen?"
Hans Hofer schreibt:
"Wenn es die besten und teuersten Spezialisten waren, die die Banken so an die Wand gefahren haben, möchte ich es jetzt eigentlich mal mit den zweitbesten versuchen... vielleicht nicht so teuer und vielleicht auch weniger erfolgreich im "an die Wand fahren"...
Kommentar von Leser Kellershohn:
"Die Bänker handeln nach den gültigen Arbeitsverträgen. Hier stellt sich die Frage, wo waren die hoch bezahlten Politiker und Staatssekretäre, die es versäumt haben nach der Pleite die Änderungskündigungen einzuleiten. Wenn unsere BAFIN und andere Spezialisten zu blööööde sind das Arbeitsrecht anzuwenden, haben die Leute doch recht sich zu bedienen."
Erich Hungenberg schreibt in seinem Kommentar:
„Unter diesen Voraussetzungen bin ich gerne bereit, der HRE meine langjährige kaufmännische Erfahrung zur Bewältigung der Probleme zur Verfügung zu stellen.. Im Ernst: Den Vertretern der öffentlichen Hand ist dringend zu empfehlen, vor der weiteren Hergabe öffentlicher Gelder - auch wenn es zunächst nur Bürgschaften sind - das 1x1 verantwortlichen Handelns zu erlernen. Wahrscheinlich sind wir immer noch zu geduldig mit solchen Versagern, ob bei der HRE oder in der Politik!"
Erdmmann Grzanna berichtet:
"Sehr geehrte Frau Bach, als ehemaliger Kaufmann, der als Industriekaufmann begann und als Leitender Angestellter aus einem Pharmamulti in Rente ging und dem ein Händedruck mehr bedeutete als jeglicher Papierkram, ist es absolut unverständlich, wie Manager, die nachweislich total versagt haben, vom Steuerzahler letztlich Boni erhielten und das nur aufgrund Ihrer Warnung, die Boni eventuell einklagen zu wollen. Ich kenne nicht die Verträge der Bank und auch sind mir Boni nur für erzielte Erfolge und nicht als Festgehalt bekannt, hätte die Manager klagen lassen. Zumindest wäre dann in aller Öffentlichkeit das Missverhältnis zwischen Leistung und Vergütung diskutiert und damit bekannt geworden."
Von meinem Leser Mickey ist zu lesen:
"Auf den ersten und oberflächlichen Blick ist die Zahlung sicher ein Aufreger, aber ohne die Hintergründe zu kennen sollte man keine polemische Pauschalverurteilung per Megafon verbreiten. Was hier immer wieder als "Boni für Zocker" bezeichnet wird, ist ein vertraglich zugesicherter, variabler Gehaltsbestandteil. Diesen erhält jeder Mitarbeiter(in) - von der Putzfrau über die Sekretärin und Sachbearbeiter bis zum Manager - in Abhängigkeit der eigenen erbrachten Leistung. Dieser variable Gehaltsbestandteil liegt in der Regel zwischen einem halben und zwei Monatsgehältern und sicher nicht im sechsstelligen Bereich. All diese hart arbeitenden Mitarbeiter (eine Bankbelegschaft besteht nicht nur aus Topmanagern), die versuchen eine Krise zu bewältigen an der sie nicht die geringste Schuld tragen als "Zocker" zu verunglimpfen, ist in meinen Augen nicht minder schamlos. In 2009 haben die Mitarbeiter bereits auf die Zahlung des variablen Gehaltsanteils verzichtet! Nochmal: wir reden nicht von einem "on-top-Bonus". Das im Industrievergleich ganz normale Gehalt ist lediglich in einen festen Anteil und einen variablen Anteil gesplittet, dessen Höhe geringfügig über die Qualität der e-i-g-e-n-e-n Leistung beeinflusst werden kann."
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Erich Off (24.09. 2010 21:06 Uhr):
Zu dem Leserbeitrag von "Mickey" möchte ich noch folgendes bemerken: Warum ist wohl das Gehalt auf einen fixen und eine variablen Bestandteil aufgeteilt? Ich gehe davon aus, dass der variable Bestandteil die Leistung des Mitarbeiters widerspiegeln soll. Sprich, je mehr hochspekulative Anlagen an den Mann bzw. die Frau gebracht werden, je erfolgreicher ist die Bank und je höher die Boni. Dieses Vorgehen ist wahrscheinlich derzeit nicht sehr einträglich und das Geschäft für die Bank entsprechend schlecht und somit müsste der variable Anteil dementsprechend ausfallen! In der Industrie gibt es bekanntlich Dividenden, auch Erfolgsprämien genannt, wenn die Geschäfte gut laufen, also die Firma "Erfolg" hatte. Bei erfolglosem Geschäftsjahr gibt es auch keine Prämie und das müsste jedem normal denkenden Menschen einleuchten! Bei der Hypo Real kommt dieser Vergleich schon gar nicht mehr zur Anwendung, denn wäre es ein Industrieunternehmen, gäbe es schon lange nichts mehr zu verteilen.
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