Leser kommentieren: Zum Hochtief-Übernahmepoker
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 27. Oktober 2010, 14:30 Uhr
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Am vergangenen Freitag schrieb ich Ihnen an dieser Stelle den neuesten "Klatsch und Tratsch" zum Hochtief-Übernahmepoker. Dabei ging es um das "Ass im Ärmel", das der Essener Baukonzern gerne spielen würde, um sich gegen den Feind aus Spanien zu wehren, nämlich die australische Hochtief-Tochter Leighton. Doch bislang sah es nicht so aus, dass die "Perle aus Sydney" der Konzermutter helfen würde. Doch nun gibt es scheinbar doch Schützenhilfe von Leighton.
Hochtiefs australische Tochter teilte am Montag mit, den heimischen Übernahme-Ausschuss angerufen zu haben. Ein so genanntes "Übernahme-Panel", bestehend aus 54 Mitgliedern - darunter Anwaltskanzleien, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Banken und Unternehmen, könnte nun den Kauf des australischen Unternehmens für unzumutbar erklären. Das dies gelingt, hofft natürlich auch Hochtief. Ziel der Aktion ist, ACS zu zwingen, doch auch eine separate Offerte für Leighton abzugeben. Ob diese ,Giftpille' tatsächlich hilft, bleibt abzuwarten.
Skeptisch ist auch Dr. Klaus Landfried. Der Insider Daily-Leser schrieb mir:
"Wenn alle Ihre Infos zutreffen, dann hat das Hochtief-Management ein Problem: nämlich seinen eigenen Aktionären und seinen Mitarbeitern zu erklären, wieso man so dilettantisch über eine geraume Zeit gearbeitet hat. Die Leighton-Geschichte ist schon ein Zeichen für mangelhaftes Personal-Management und mangelnde kulturelle Sensibilität. Die ACS Gelüste hätte man auch kennen können, wenn man die Ohren in España etwas auf gehalten hätte. Dass ACS arm dran ist, d.h. hoch verschuldet, spricht doch für ein solches Überfallmanöver. Mein Gott, wo leben eigentlich unsere Manager?
Hochtief ist ja leider kein Einzelfall. Ob es jetzt noch zur Kapitalerhöhung reicht, wird man sehen. Im Übrigen hat natürlich auch die deutsche Botschaft in Madrid nach bewährter Methode gepennt. Hohe Diplomaten, auch wenn sie eventuell Wirtschaftsattaches sind, verkehren lieber unter ihresgleichen, statt, wie es Diplo's anderer Länder tun, sich im Business zu tummeln und Nachrichten zu sammeln.
Mir hat mal einer der hohen Herren (in Indien) gesagt, sie seien doch keine Klinkenputzer... Wofür halten wir uns denn diesen überkandidelten Diplomatendienst noch, wo doch sowieso alles Politische über Berlin läuft, und Infos per Internet gesammelt werden können, nur eben nicht die eher vertraulichen aus dem Business. Denn die bekommt man nur in einem guten Netzwerk. Also Doppel-Schlafmützen: einmal bei Hochtief, dann aber auch im AA. Ob's eine von den Trantüten liest?"
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von vitruv (27.10. 2010 22:04 Uhr):
Die Idee des Hochtief-Managements zur Abwehr der Spanier ist ja geradezu genial. Die Tochter in Australien ist die Perle im Hochtief-Konzern. Dies wird besonders deutlich, wenn man von Hochtief-Konzernzahlen einmal die Leighton-Konzernzahlen abzieht, da bleibt kaum etwas übrig. Wegen des hohen Drittanteils dort sind auch die Gewinnanteile Dritter im Konzernabschluss so hoch. Nun will das Hochtief-Management die Spanier zwingen, Leighton zu übernehmen. Was ist, wenn die jetzt tatsächlich davon Gebrauch machen ? Dann ist vielleicht der einzige Gewinnbringer weg ! Interessant ist, dass an Leighton, Turner usw. immer auch der Ex-Bankier von Finck maßgeblich beteiligt ist. Das ist sicher kein Zufall. Die 30 % der Spanier stammen ja auch von dem Ex-Bankier. Da gibt es mal wieder steuerfreie Veräußerungsgewinne für die Superreichen.
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