Leser kommentieren: Zu Warren Buffets Verteidigungsversuchen
Cindy Bach in Insider Daily
vom 5. Mai 2010, 14:30 Uhr
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Am Montag berichtete ich Ihnen über die Versuche von Investmentlegende Warren Buffet auf der Hauptversammlung seines Versicherungskonzerns Berkshire Hathaway, deren lukratives Investment in Goldman Sachs zu rechtfertigen und die Betrugsvorwürfe gegen die US-Investmentbank abzuschwächen. Natürlich gab es darauf einige Reaktionen. Und diese möchte ich Ihnen natürlich nicht vorenthalten. Ein geschätzter Insider Daily-Leser meldete sich mit folgendem Beitrag zu Wort:
Bloße Dummheit oder absolute Frechheit?
Von Dr. Klaus Landfried
"Ganz so blauäugig sollten wir nicht sein. Dass der alte Fuchs Warren Buffet schlau war und ist, auch mit 79, freut einen, der es auch noch dahin bringen will. Aber seine Verteidigung von Goldman Sachs dient nur der Rechtfertigung seines eigenen Geschäfts. Die Behauptung, man habe 2007 (unter selbsternannten Experten, bitte!!!) nicht erkennen können, dass die Immobilien-Krise kommen und die nicht wirklich besicherten Darlehen kollabieren würden, ist schlicht entweder bloß dumm (trau ich Warren Buffet nicht zu) oder sie ist eine Frechheit.
Selbst Laien wie ich hatten 2007 schon längst die Warnungen ernsthafter Beobachter der Finanztürme zu US-Babel vor dem Zusammenbruch ernst genommen. Wer seine Finanzkommentare aus der Zeit aufgehoben hat, findet da alles, was es braucht, um Buffet Lügen zu strafen. Konsequenz: So lange die gleichen Ritter des Finanzbetrugs die großen Companys managen, sollte jeder, der nicht zocken will, nur substanzielle Werte kaufen."
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von thorath (05.05. 2010 15:48 Uhr):
danke für den beitrag, sie haben ja völlig recht und ich denke, das alles nur einem zweck dient, die schon die macht und das geld haben, noch mehr geld zu scheffeln, ich frage mich nur, wie lange das die menschen hinnehmen, muss es erst zur anarchie kommen, damit die regierung weiß, was überhaupt wichtig ist, nicht 100 milliardäre leben das leben, sondern das volk lebt das leben
Antworten- Antwort von ScheLm (06.05. 2010 12:29 Uhr):
Die Klage der US-Börsenaufsicht SEC gegen Goldman Sachs wird in den Medien wie der Stein von Rosetta gefeiert, mit dessen Hilfe endlich die Perfidie und das doppelte Spiel der Wall Street im Vorfeld der Finanzkrise entschlüsselt werden können. Doch wir fragen uns: Ist das alles? Nach 18-monatiger Untersuchung fällt der Regierung nichts Besseres ein, als Goldman anzuklagen, einige der erfahrensten Investoren 2007 mit einer synthetischen Verbriefung von US-Hypothekenkrediten (CDO) in die Irre geführt zu haben. Das hat nichts mit rauchenden Colts zu tun, es sieht mehr nach Spritzpistolen aus. Bei dem unterstellten Betrug arbeitete Goldman mit dem Hedgefondsmanager John Paulson zusammen, der auf einen Zusammenbruch des Subprime-Hypothekenmarkts wetten wollte. Die SEC wirft Goldman vor, die Bank habe Paulson & Co das Portfolio aus hypothekenbesicherten Wertpapieren zusammenstellen lassen, auf das Anleger via CDOs (Collateralized Debt Obligation) spekulieren sollten. Den Investoren hätte sie jedoch Paulsons Rolle als Gegenpartei bei dem Deal verschwiegen. Dazu ist zunächst festzustellen, dass das betreffende Investment gar keine hypothekenbesicherten Wertpapiere enthielt. Deshalb wird es als synthetischer CDO bezeichnet. Es ist ein Finanzinstrument, mit dem Investoren auf die Wertentwicklung bestimmter hypothekenbesicherter Wertpapiere wetten können, ohne diese physisch zu besitzen. Doch liest sich die Klage über weite Strecken so, als hätte das Angebot tatsächlich Hypothekenpools enthalten und nicht nur eine Ansammlung von Wetten gegen diese. Warum drückt sich die SEC nicht präziser aus? Wahrscheinlich hat die Börsenaufsicht die Klage so schwammig formuliert, um Journalisten und Öffentlichkeit darüber im Unklaren zu lassen, was die Investoren genau gewusst haben: dass nämlich per Definition eine derartige CDO-Transaktion eine Wette auf und gegen Wertpapiere ist, die durch Subprime-Hypotheken besichert sind. Die Existenz einer Short-Wette war nicht Goldmans großes Geheimnis, es war die Voraussetzung dieses Deals. War Goldman verpflichtet, allen mitzuteilen, dass Paulson die Short-Wetten auf die Subprime-Papiere aufgebaut hatte? Goldman betont, es sei "übliche Geschäftspraxis", dass die einzelnen Beteiligten einer Transaktion nicht bekannt gegeben werden. Und es stellt sich die Frage, ob das irgendetwas geändert hätte. Paulson ist heute für seine Hypothekenwette berühmt und hat damit eine Milliarde Dollar Gewinn gemacht. Doch zum Zeitpunkt des Abschlusses war er ein normaler Hedgefondsmanager. Kein Investor hätte damals das Gefühl gehabt, gegen Warren Buffett zu wetten. Auch gibt es in dieser Geschichte keine Witwen und Waisen. Paulson wettete gegen die deutsche IKB und den amerikanischen Vermögensverwalter ACA. Die IKB beschreibt sich als ein "führender Investor in CDOs" und "führender Kreditmanager im deutschen Markt". ACA ist in den USA bekannt dafür, mehr Risiken als die Konkurrenten einzugehen. Im Übrigen zählte auch Goldman selbst zu den Verlierern. Die Bank kassierte zwar 15 Millionen Dollar an Gebühren für den Deal, dennoch verlor sie nach eigenen Angaben 90 Millionen Dollar, weil sie sich entschied, gemeinsam mit IKB und ACA zu wetten. Nun ist noch zu fragen, welche Rolle dieser Deal in der Finanzkrise spielte? Die größte Auswirkung ist, dass einige Long-Side-Spieler im Häusermarkt eine Milliarde Dollar an Mr. Paulson überweisen mussten. Hedgefonds-Transaktionen dieser Art sorgen für spannende Storys von finanzieller Tollkühnheit, aber sie sind kaum der Grund für die Panik. Damit kommen wir zu den eigentlichen Auswirkungen dieses Deals. Und die sind politisch. Die Klagen der SEC kommen immer kurz vor Senatsdebatten über eine Finanzreform und werden gern als Rechtfertigung für die Verabschiedung neuer Gesetze herangezogen. "Ich bin froh, dass die Regierung Obama alles unternimmt, die Wall Street zur Verantwortung zu ziehen, und sich für Hausbesitzer und kleinere Unternehmen in ganz Amerika engagiert", betont der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid. Für Hausbesitzer ist dieser Fall freilich überhaupt nicht von Interesse. Vielleicht hat die SEC mehr Beweismittel, als sie mit der Klage offenlegte, aber bisher sieht es eher so aus, als würden sich Regierung und Medien im Nachhinein auf eine Seite schlagen. Drei Jahre, nachdem der Häusermarkt zusammengebrochen ist, nach Panik und Rezession sucht die politische Klasse nach Beweisen dafür, dass an dem ganzen Unglück die Wall Street schuld ist. Goldman kommt da als Schurke gerade recht. Man könnte die Klage allerdings auch als Beweis dafür sehen, wie wenig Schurkereien die Behörden gefunden haben.
- Antwort von ScheLm (06.05. 2010 12:29 Uhr):
- Kommentar von Tommy Rasmussen (05.05. 2010 15:58 Uhr):
"Ich möchte Sie hiermit noch einmal aktiv dazu ermuntern, mir Ihre Ansichten zu meinen Beiträgen zu schreiben." OK, bitte schreiben Sie in Zukunft mehr konkret. Zum Beispiel: Die Hochfinanz hat den 1. und 2. Weltkrieg nur zum Zweck der Einführung einer einheitlichen Welt-Reserve-Währung eingefädelt und finanziert. Jetzt geht es, ob mit oder ohne 3. Weltkrieg, um das eigentliche Ziel: Die totale Weltkontrolle durch ein einheitliches globales aber privat kontrolliertes CO2 Steuer- und Weltwährungssystem. Aller Wohlstand unter dem Volk wird über die Banken extrahiert. Aller Wohlstand der Nationen durch die Investmentbanken. Gesteuert wird alles durch die BIS und der ihr unterstellten Zentralbanken. BIS unterliegt keinem Nationalen Recht - weder in der Schweiz noch sonst einem Land der Welt. Die Weltkriege im 20. Jahrhundert drehten sich alle um die Etablierung dieses Systems. Deshalb sind die Hintermänner dieses Verbrechens mit denen die heute davon profitieren identisch. (aus Blog) 01.05.2010 - Bis zu 600 Milliarden Euro müssen die reicheren Länder bald für Portugal, Spanien und Irland bezahlen. (Aller Wohlstand unter dem Volk wird über die Banken extrahiert. Aller Wohlstand der Nationen durch die Investmentbanken. Gesteuert wird alles durch die BIS und der ihr unterstellten Zentralbanken - siehe oben.) (aus cash.de) 03.05.2010 - Nach Berechnungen von der Großbank UniCredit wären Hilfen von mindestens einer Billion Euro nötig, um die Euro-Länder Italien, Irland, Portugal und Spanien mit dem nötigen Kapital zu versorgen. (Aller Wohlstand unter dem Volk wird über die Banken extrahiert. Aller Wohlstand der Nationen durch die Investmentbanken. Gesteuert wird alles durch die BIS und der ihr unterstellten Zentralbanken - siehe oben.) (aus welt.de) Mit freundlichen Grüssen, Tommy Rasmussen.
Antworten - Kommentar von Claus Kiep (05.05. 2010 16:43 Uhr):
Wenn man sich die Verträge von Goldmann&Sachs ansieht - im Netz nur einen Vorvertrag gefunden - dann komme ich zu dem Schluss dass Investoren die sowas unterschreiben, eigentlich kein Grund zur Beschwerde haben, sofern sie volljährig sind und des Lesens und Schreibens mächtig. Dort wird sogar explizit Prospekthaftung ausgeschlossen. Eine Zivilklage hat somit kaum eine Berechtigung, höchtens ein Strafverfahren wg. Verletzung von Treu&Glauben. Hat wirklich jemand jemals die Wall Street als Hort dieser hehren Qualitäten angesehen ?
Antworten - Kommentar von Frank Knop (05.05. 2010 17:39 Uhr):
Dem ist nichts hinzuzufügen: Es ist schlichtweg eine Frechheit!!
Antworten - Kommentar von Helene Moos (05.05. 2010 18:02 Uhr):
Es liegt mir gaenzlich ferne, die Finanzkonstrukte von Goldman Sachs zu verteidigen. Die Debatte und die Anklage finde ich nicht nur unfair, sondern sogar billig. 2004 habe ich zum ersten Mal Das Greenspan Dossier von Roland Leuschel und Claus Vogt gelesen. Seither sind viele aehnlich warnende Publikationen erschienen. Selbst ich, ein in Finanzanlagen völliges Greenhorn, habe damals verstanden, dass faule Hypothekenpapiere Zeitbomben sind. - Da stellt sich nun schon auch die Frage um das Fachwissen (ist es in der Finanzbranche mit dem Lesen nicht weit her?) und das Risikobewusstsein der nun so klaeglich aufschreienden Geschaedigten! Waren das nicht auch Fachleute? Hier geht es nicht um Betrug, sondern um eine falsche (verantwortungslose) Risikoeinschaetzung der Kaeufer. Die Blase ist eben frueher als erwartet geplatzt. Wenn man ein Haus kauft, heißt es doch auch im Vertrag: ...so wie besichtigt. Offenkundig wurde das Produkt nicht ausreichend geprüft. Außerdem bin ich ueberzeugt, dass niemand auch nur ein Woertchen verloren haette, wenn die Kaeufer nicht verloren, sondern gewonnen oder die Papiere rechtzeitig weiterverkauft haetten. Die Verlierer sollten schon auch an die eigene Brust klopfen und eingestehen, dass sie im Risikomanagement versagt haben. H.Moos
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