Leser berichten
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Kapitalschutz
vom 29. August 2008, 10:00 Uhr
ENL5462
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
viele von Ihnen sind meinem Aufruf" gefolgt und haben mir Ihre Ansichten zum aktuellen Stand der internationalen Finanzmarktkrise zukommen lassen. Dafür bedanke ich mich schon jetzt recht herzlich bei Ihnen. Außerdem habe ich zu meinem Kommentar vom Mittwoch zahlreiche Mails von Ihnen erhalten. Auch davon werde ich Ihnen in der kommenden Woche einige veröffentlichen.
Heute habe ich Ihnen jedoch zunächst eine Auswahl verschiedener Leserbriefe heraus gesucht, welche sich mit der Frage befassen: Befinden wir uns in Sachen Hypotheken- und Finanzmarktkrise bereits am Anfang vom Ende oder sind wir doch erst am Ende vom Anfang? Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und ein erholsames Wochenende.
Ihre
Cindy Bach
P.S.: Aufgrund der Vielzahl an Leserbriefen werde ich auch am Montag noch einige spannende Ausführungen von Ihnen im Insider Daily veröffentlichen.
Ziehen Sie sich warm an! - Ein Zukunftsszenario
Von Hans von Stosch
Für wie viele Billionen wurden in den letzten zehn Jahren in Amerika Hypotheken ausgegeben? Wieviel Prozent davon sind jetzt schon notleidend? Steigt die Prozentzahl der notleidenden Hypotheken noch? Werden jetzt z.B. auch ehemals normale Hypotheken notleidend? Das heißt der Schaden steigt durch weiter fallende Immobilienpreise. Bei Verkauf sind die Schrotthypotheken ca. 20 Prozent wert, wenn der Verkäufer diese auch noch finanziert. Dannach ist die Hypothekenkrise also nicht zu Ende.
Was kann man machen: 1. Ein radikaler Schnitt, bedeutet riesige Bankenpleite, folgt Firmenpleiten en masse, Arbeitsplatzverluste, mit allen Folgen. 2. Die Scheiße sozialisieren. Die Fed stellt Computergeld en masse den Banken zur Verfügung zu niedrigen Zinsen, die Schuldner müssen bei den Banken aber hohe Zinsen bezahlen und jedes Jahr werden 5 bis 10 Prozent der Lufthypotheken bei der Fed getilgt. Ungehorsame bzw. missliebige Banken bekommen kein Geld und werden übernommen.
Gleichzeitig machen Politiker Milliardenprogramme mit billigem Geld, um Wahlen zu gewinnen. Natürlich ist auch damit die Hypothekenkrise nicht zu Ende, wird aber formal abgearbeitet, wobei der Geldwert stark dezimiert wird, d.h. die Inflation wird langfristig - vermutlich deutlich stärker als bisher - steigen. Und das Ganze wird ziemlich weltweit passieren und wird wohl noch weitere Länder mitreißen. Oder glauben Sie, dass die EU sich abkoppeln kann ? Ich nicht. Also warm anziehen.
Anfang vom Ende des Finanzsystems
Ich denke, dass die so genannte Finanzkrise" tatsächlich der Anfang vom Ende unseres derzeitigen Finanzsystems ist. Es kann sich noch ein paar Jahre halten und dann ist Schluss.
Bedeutsam ist dabei vor allem, dass die USA aber auch Deutschland und andere westliche Staaten so viele Schulden aufgehäuft haben, dass diese nur noch durch Hyper-Inflation erledigt werden können. Also inszenieren sie eine Hyper-Inflation und fangen bei Null an. So haben wir das als Kinder schon mit unserem Spielgeld gemacht - und dabei die jüngeren Geschwister betrogen, die auf den bleibenden Wert des Geldes gesetzt hatten.
Es sind gerade mal 50 Prozent offengelegt
In einer hausinternen Fachveranstaltung eines bekannten Finanzdienstleisters wurde am 19. August von einem Repräsentanten von JPMorgan (Amerikaner, gerade aus USA gekommen) sinngemäß Folgendes gesagt: Der Abschreibungsbedarf vor allem amerikanischer Banken ist noch immens hoch. Man schätze, dass dieser nur etwa zu 50 Prozent offengelegt sei. Viele Große" kämen nicht umhin das Kapital von Staatsfonds (Asien, Arabische Länder, etc.) in Anspruch zu nehmen. Die Auswirkungen der Finanzkrise hätten wir noch 2-3 Jahre zu spüren.
Viele negative Einflüsse - aber das Schlimmste ist überstanden
Von Hans Peter Dürr
Freddie Mac und Fannie Mae sind für den Immobilienmarkt in den USA sehr wichtig. (Praktisch jeder 2. Haushalt betroffen) Leider sind einige große Anleger aus Asien und Europa durch die Verunsicherung, welche wirklich noch bei weitem nicht überstanden ist, abgesprungen, was die Suche nach Kapital zusätzlich erschwert. Verstaatlichen, Privatisieren oder Aufteilen sind ebenso Themen wie Zwangsverwalten oder eben Beteiligungen aus Asien suchen. Viele Köche verderben den Brei", sagt man und so ist es auch.
Von Ökonomen, Politikern und Wirtschaftsleuten hört man Meinungen und auch viel Senf". Ich bin sicher kein Spezialist auf diesem Gebiet, denke aber doch, dass die angespannte Lage sicher bis zu den Quartalsrefinanzierungen Ende September anhalten wird. Auch wird die Fed den Untergang dieser beiden (Freddie Mac und Fannie Mae) oder Lehman Brothers zulassen. Aber was ist mit Wachovia und Washington Mutual ? 90 Prozent Kursverluste und dies nicht nur aus Angst vor der Verstaatlichung, dann wären vermutlich die Aktien dieser Institute wirklich praktisch wertlos.
Klar ist, dass die Krise auf das Wirtschaftswachstum schlägt. Steigende Arbeitslosenzahlen, Rückgang beim Hausbau, Rezession. Noch wehren sich die Republikaner gegen eine Unterstützung der Wirtschaft, aber nicht mehr lange. Zudem belasten die ARS Papiere den Markt und wenn es so weiter geht, kann das noch für einige sehr teuer werden, nicht nur für die UBS. Trotz diesen vielen negativen Einflüssen, denke ich, das das Schlimmste" überstanden ist.
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