Leoni als Beispiel
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 20. November 2008, 17:00 Uhr
ENL5454
Die drohende Pleite des weltgrößten Autoherstellers General Motors und die bedrohliche Unklarheit bei der deutschen Tochtergesellschaft Opel sind auch für die Zulieferer eine Herausforderung. Dafür ist Leoni aus Nürnberg ein gutes Beispiel, da der Hersteller von Kabeln und Bordnetz-Systemen in diesem Jahr etwa fünf Prozent seines Umsatzes mit Opel macht. Zusätzlich hat Leoni einen zentralen Auftrag von GM erhalten, der ein Volumen von rund einer Million Einheiten bis 2011 hat. Dieser Auftrag könnte schätzungsweise Umsätze von jährlich 200 Millionen Euro generieren.
Die Analysten von Unicredit kalkulieren den Einfluss eines möglichen Zusammenbruchs von GM/Opel auf Leoni mit 40 Millionen Euro beziehungsweise 1,0 Euro je Aktie. Das Kursziel für die Leoni-Aktie von 19 Euro würde dadurch um rund sechs Euro gedrückt. Andere Analysten schätzen, dass bei einem Ausfall von GM/Opel das angepeilte Wachstum von Leoni bis 2011 deutlich niedriger als bislang geschätzt ausfallen würde. Der langfristige negative Einfluss würde den fairen Wert der Aktie beträchtlich drücken.
Das Leoni-Management selber hat Anfang November aufgrund der Finanzkrise und des Nachfrageeinbruchs die Prognose für 2008 nach unten revidiert. Demnach erwartet das Unternehmen nun im vierten Quartal einen etwa 25prozentigen Nachfragerückgang gegenüber den ersten drei Quartalen, was voraussichtlich zu einem nur ausgeglichenen Ergebnis vor Zinsen und Steuern im vierten Quartal führen werde. Im Gesamtjahr rechnet Leoni nun mit einem Umsatzanstieg auf zirka 2,9 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wird bei rund 95 Millionen Euro liegen.
Intakter Abwärtstrend auf allen Zeitebenen bei Leoni
Immerhin können wir bei Leoni noch mit einem schwarzen Ergebnis sogar im schweren vierten Quartal rechnen. Dies ist meiner Meinung sehr viel mehr als man erwarten könnte, wenn man den Chart betrachtet. Denn einen derartigen Abverkauf in einem Wert, der ein reales und profitables Geschäftskonzept hat, sieht man nicht alle Tage.
Chart Leoni zwei Jahre:
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Im zweijährigen Wochenchart erkennt man gut den dominierenden Abwärtstrend.
Bisher kämpft die Aktie tapfer gegen ein Unterschreiten der unteren Kanal-begrenzung an. Diese leichte Unterstützungslinie hat in den vergangenen beiden Wochen auch die Dynamik des Abwärtstrends gemildert. An den oberen Dochten der Wochenkerzen erkennen Sie gut die gescheiterten Erholungsversuche. Gerade die langen negativen Wochenkerzen wirken als starke Widerstände und wirken nicht gerade als Einladung für Spekulationen auf der Long-Seite - sehr vorsichtig ausgedrückt.
Neben der Tatsache, dass schon eine Menge passieren muss, damit eine Aktie ihren Trendkanal nach unten verlässt, stützt nun auch die Nähe des zyklischen Tiefs aus dem Jahre 2003.
Der Macd ist stark überverkauft, was aber in einem intakten Abwärtstrend nicht viel bedeutet. Aus heutiger Sicht sehe ich noch keinen besonderen Grund, warum man sich hier engagieren sollte. Es sei denn, Sie sind ein langfristig orientierter Value-Investor, der sich gestaffelt schon mal ein paar Stücke ins Depot legen will.
Trotz des trüben Wetters und der vernebelten Perspektiven an den Börsen wünsche ich Ihnen schon einmal ein schönes Wochenende!
Herzliche Grüße und bis Montag!
Ihr Klaus Buhl
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