Lektionen vom Crash von 1987
Alexander Green in Investoren Wissen
vom 13. März 2007 16:00 Uhr
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Liebe Leser,
Am 19. Oktober 1987 verlor der Dow 22,6 % seines Wertes innerhalb eines Handelstages. Die Ursache des schwarzen Montags wird immer noch diskutiert, keiner wurde erschossen; keine Währung stürzte ab; keine Regierung versagte.
Der Markt stürzte einfach mit Beginn des Handelstages ab – im Wechsel zwischen dem Computer-gesteuerten Handel und dem Verkauf von Aktienpositionen des Privatmanns - und weil jeder andere verkaufte – hörte er nicht auf zu fallen bis mehr als 500 Milliarden Dollar Aktienwert nieder gemacht war.
Das war ein trauriger Tag für Investoren. Er unterstreicht die Unvorhersehbarkeit der Märkte für kurzfristige Anlagen. Und er liefert eine Lektion für jene, die sich wundern, was zum Kuckuck in den letzten Wochen mit dem Markt los ist.
Schließlich war der plötzliche Abverkauf, den wir die letzten Wochen beobachten konnten, nicht verursacht durch den Bankrott eines großen Aktienwertes oder durch einen großen Hedgefonds Krach. Stattdessen entschieden sich tausende Investoren plötzlich, den Ausgang zu wählen, obwohl es keine großartigen Überraschungen bezüglich des Wirtschaftswachstums, der Zinsen oder der Gewinne gab.
Während der Beginn des Rückgangs am 27. Februar ein wenig überraschend war, war die Preisbewegung des Marktes selbst in Ordnung und die Preise (obwohl volatil) stabilisierten sich zwischenzeitlich ein wenig. Aber das ist immer noch ein Markt, den man sich genauer ansehen muss.
Warum? Weil über die letzten Jahre hinweg viele Investoren weltweit immer unvorsichtiger gegenüber dem Risiko wurden. Fragen sie nur Jonathan Wilmot....
Wilmot ist Analyst bei der Credit Suisse First Boston und sein „Risk Appetite Index“ zeigt, dass das spekulative Fieber der globalen Investoren kürzlich ein 12-Jahreshoch erreicht hat und sich nah am Allzeithoch befindet, genau so wie vor dem Aktienmarktcrash 1987. Sein Index, ein Maßstab für den Willen der Investoren, ihr Kapital zu „verfeuern“ ist nahezu genial.
Wilmot untersucht die Art des Investments, dass die Investoren zur Zeit bevorzugen – und extrapoliert aus diesen Daten, ob sie sich dem Risiko abgeneigt fühlen... oder im Gegenteil. Im Moment sieht es so aus, als ob viele von ihnen so zufrieden sind, dass sie bereit sind ihr hart-verdientes Kapital aus dem Fenster zu werfen.
Über die letzten vier Jahre hinweg, haben die Investoren Wachstumsaktien im Vergleich zu Value-Aktien bevorzugt, ebenso wie Nebenwerte gegenüber Hauptwerten, ausländische Märkte gegenüber dem heimischen Markt. Sie erhöhten den Ankauf von Unternehmensanleihen gegenüber Staatsanleihen und Junkbonds gegenüber Investmentgrade-Bonds. Hinzu kommt das aggressive Rekordvolumen angelegt in Optionen und Futures, eklatante (und solche mit hohem Hebel) Spekulation auf dem Immobilienmarkt und der glühende Wunsch von Mam und Dad, einen Teil ihres Rentengeldes in jemandes (irgendjemandes) Hedge Fonds zu stecken.
Das ergibt einen Risk Appetite Index, der die Alarmglocken klingen lässt. Das ist nicht gut.
"Sollten Sie in Panik geraten, tun Sie es frühzeitig.“
Bedeutet das, dass Sie Ihre Aktien verkaufen sollen und sich raushalten? Nein. Aber es ist eine exzellente Zeit für die Überprüfung des Bauchgefühls. Für Anfänger bedeutet dies, dass Aktien in langfristiger Sicht die besten Gewinne erzielen, weil diese oft die Zauderer der Investoren ängstigen.
Zunächst sollten Sie sich versichern, dass Sie nicht mehr Risiko in Ihr Portfolio aufnehmen, als Ihnen angenehm ist. D.h. eine Diversifizierung über Aktien hinaus in hochverzinsliche Anleihen, inflationsgesicherte Schatzbriefe, Immobilienfonds?.... Und edle Metalle, zum Beispiel.
Ihr Portfolio in verschiedene, nicht-korrelierte Werte wie diese aufzuteilen – und dies jährlich umzuschichten – erhöht den jährlichen Gewinn und gleicht die unvermeidlichen Bodenwellen entlang des Weges aus. Sie sollten außerdem einen Trailing Stopp auf Ihre individuellen Aktienpositionen laufen haben. (Mehr dazu in einer zukünftigen Ausgabe,) Das beschützt sowohl Ihre Gewinne als auch Ihr Grundkapital. Falls Sie keine Verkaufsdisziplin an den Tag legen, stehen die Chancen nur auf wünschen und hoffen – and flying by the seat out of your pants. (mit dem Schleudersitz aus Ihren Socken katapultiert zu werden).
Kurz gesagt, Ihre Investmentstrategie sollten Sie implementieren nicht nur mit einem Auge auf die Gewinnmaximierung, sondern auch auf die Verlustminimierung. Das bedeutet nicht ins sichere Cash zurückzugehen. (Nach Steuern und Inflation würde kaum Gewinn übrig bleiben.)
Aber lassen Sie die Vorsicht nicht einfach sausen, indem Sie nur an Ihr positives Potential denken. Im Fall einer ernsthaften Marktkorrektur ist es generell zu spät, irgendetwas Schlaues zu tun.
Oder wie der legendäre Fondsmanager Peter Lynch warnte: „Sollten Sie in Panik geraten, tun Sie es frühzeitig.“
Viel Erfolg
Alex