Leitzinsen in Großbritannien unverändert gelassen
J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom 10. Dezember 2004 12:00 Uhr
ENL5462
*** Die Zentralbanken von Großbritannien, Neuseeland und Schweden sind den Zentralbanken von Kanada, Australien und der EU gefolgt – indem sie die Leitzinsen unverändert gelassen haben.
Das ist das Mindeste, das sie tun konnten, – wenn man bedenkt, dass ihre Währungen gegenüber dem Dollar gestiegen sind und deshalb die eigene Exportwirtschaft geschwächt haben.
*** Konventionelle Analyse-Weisheit ist, dass starkes Handelsvolumen Hauptcharakteristikum eines Bull-Markets ist. Ganz klar: Wenn man bullish eingestellt ist, möchte man Preise aufgrund starker Nachfrage zulegen und aufgrund leichter Nachfrage zurückziehen sehen. Entsprechend unkten auch die Talking Heads der Finanzpresse, dass das Handelsvolumen "zu leicht" oder "zu schwach" sei ...
Als sei dies allein schon ausreichend, den Bullen in die Wurstfabrik zu schicken. Aber vielleicht ist Handelsvolumen auch ein nicht allzu aussagekräftiger Indikator.
Natürlich sagt es etwas über die dominierende Grundeinstellung am Markt aus. Aber sich allein danach zu richten, heißt, sich großartige Gelegenheiten durch die Lappen gehen zu lassen. Tatsache ist, dass Aktien sehr häufig während "geringen" oder "schwachen" Handelsvolumen in die Höhe steigen.
Zwischen April und Mai 2003 legte der NASDAQ beispielsweise 300 Punkte zu. Nur an einem Tag (dem 7.5.2003) wurden mehr als zwei Milliarden Shares gehandelt. Dann, zwischen dem 11. August und dem 8. September, ging es abermals um 250 Punkte aufwärts. Und wieder gab es nur einen Tag mit mehr als zwei Milliarden Shares. Nur im Januar handelte der NASDAQ mit einiger Konsistenz über dieser Marke ... und mein Kollege Brit Ryle, seines Zeichens Cheftrader des MoneyFlow Matrix Traders, bezeichnet dieses Niveau als "something of a blow-off top."
Brit analysierte den 25.3. dieses Jahres wie folgt:
"Handelsvolumen spielt für mich eine große Rolle in der Analyse. Aber ich suche nach Anzeichen von Volumenanstieg im Fall von Trendwendungen. Am 25.3.legte der NASDAQ um 50 Punkte zu, während das Volumen auf 1,9 Milliarden stieg. Unterpar, vielleicht, aber ich wusste zu diesem Zeitpunkt, dass eine sich über mehrere Tage erstreckende Aufwärtsbewegung bevorstand. Entsprechend bezogen wir die erste von vier Positionen in Sandisk (SNDK-NYSE) Call Optionen. Innerhalb von elf Tagen erzielten wir Gewinne von 46 %, 34 % und 71 %."
"Wichtig ist ein Blick auf die Verteilung des Volumens zwischen 'up volume' und 'down volume', meist auch On Balance Volume oder OBV genannt. Dieses macht eindeutig, was das Verhältnis von Käufern zu Verkäufern ist. Wenn man das weisß, wird schnell klar, ob ein Tag mit 'geringem' Volumen nicht doch solides Potenzial nach oben mit sich bringt."
"Am 25.März beispielsweise war das OBV anfangs bei 10:1 – sehr bullish also. Gegen elf Uhr war der NASDAQ um 25 Punkte gestiegen – und OBV war immer noch bei 10:1 , ... mein Signal, Calls zu kaufen. Am Ende des Tages lag OBV bei 13:1 und der NASDAQ hatte weitere 25 Punkte zugelegt. Unsere Calls waren 15 % gestiegen. Am folgenden Tag verkauften wir sie für 46 % Gewinn."
Mit herzlichem Gruß
Ihr
J. Christoph Amberger, Executive Publisher, The Taipan Group
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