Leistungsdruck
unserem Korerspondenten Bill Bonner in Paris in Investors Daily
vom 26. November 2003 18:00 Uhr
ENL5462
*** Der Goldpreis ist ein bisschen zurueckgekommen. Verschwoerungstheoretiker glauben, dass irgendjemand den Goldpreis unter der Marke von 400 Dollar halten will. Nun, ich hoffe, dass dieser "irgendjemand" noch mehr Macht bekommt und den Goldpreis noch bis auf 370 Dollar druecken wird. Denn dann werde ich mehr Gold kaufen!
Man braucht jetzt 25 Feinunzen Gold, um alle 30 im Dow Jones enthaltenen Aktien kaufen zu koennen. Vor einem Vierteljahrhundert stand der Goldpreis ungefaehr da, wo er heute steht. Aber der Dow Jones stand sehr viel tiefer – so tief, dass man alle Aktien des Dow Jones fuer wenig mehr als eine einzige Feinunze Gold kaufen konnte.
In diesen 25 Jahren haben wir die groesste Zunahme an Dollars gesehen, die es je in der Geschichte gab. Und dennoch ist der Goldpreis nicht stark gestiegen. Der Dow Jones ist auf das 25fache des Preises einer Feinunze Gold gestiegen. Und ich bezweifle, dass das so fuer immer weitergehen kann.
Wenn Sie den Investor's Daily schon laenger lesen, dann wissen Sie bestimmt, dass ich oefters einen "Trade der Dekade" empfehle: "Aktien verkaufen, Gold kaufen". Bis jetzt ist der Goldpreis schoen gestiegen. Aber ich denke, dass mein "Trade der Dekade" noch lange nicht ausgelaufen ist. Ich halte unveraendert weiter daran fest!
*** "Armer Edward", sagte gestern Sylvie ueber meinen Sohn. Sie kommt von Zeit zu Zeit in mein Buero, um mir Franzoesisch beizubringen. Und zusaetzlich zur Grammatik bietet sie auch gallische Philosophie:
"Ja, ich weiss, dass die Muetter im 16. Arrondissement (eine sehr gehobene Gegend von Paris) so sind ... sie draengen ihre Kinder sehr stark, damit diese gute Noten bekommen, aber das ist eine Schande. Denn nicht alle Kinder sind fuer gute Schulen geschaffen, und dann scheitern sie. Und dann gehen die Eltern eine Stufe herunter, aber vielleicht ist auch eine solche Schule fuer die Kinder noch zu anspruchsvoll – und sie scheitern wieder. Irgendwann einmal kommt dann ein solches Kind in eine Schule, die seiner Leistungsfaehigkeit entspricht. Aber zu diesem Zeitpunkt ist das Selbstvertrauen dieses Kindes zerstoert, und es kann nur noch einen Job bei der Regierung annehmen ... und sich das ganze Leben lang als gescheitert betrachten."
*** "Edward", sagte ich gestern Abend zu meinem Sohn, als seine Nachhilfelehrerin um 18.00 Uhr gegangen war ... und die zweite Nachhilfelehrerin um 20.30 Uhr. Edward war die letzten Tage sehr ruhig. Ich machte mir Sorgen.
"Weisst Du ... Schule ist nicht alles", begann ich.
"Ich weiss ..."
"Das ist nicht das Wichtigste im Leben ..."
"Ich weiss ..."
"Wichtig ist, dass Du Dein Bestes gibst ... und sicherstellst, dass Du das Richtige tust ... ich meine, das Luftgewehr haettest Du wirklich nicht mit in die Schule bringen sollen ..."
"Uh huh ..."
"Gib einfach Dein Bestes ... und mach Dir keine Sorgen, ok?"
"Ok ..."
"Und wenn Du Dein Bestes gibst und Dir nicht zuviele Sorgen machst, dann werden wir sehr stolz auf Dich sein ..."
"Uh huh ..."
"Gute Nacht, Edward."
"Gute Nacht, Dad."
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