Leidende Manager
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 26. Mai 2009, 07:30 Uhr
ENL5462
Liebe Leserin, lieber Leser!
Die Mutter aller Krisen" ist nun auch bei den Führungskräften der Wirtschaft angekommen. Einer jüngsten Umfrage zufolge habe sich bei sage und schreibe 80 Prozent der befragten Manager der Leistungsdruck seit Krisenbeginn erhöht.
Auf Einkommensverluste vorbereitet
Bei einem Drittel sei es bereits so weit gekommen, dass die Krise negative Folgen auf die privaten Lebensumstände habe. Und 60 Prozent stünden auch im privaten Freundeskreis unter immer stärker werdenden Rechtfertigungsdruck. Fakt ist zudem, dass 40 Prozent der befragten Führungskräfte sich heuer auf Einkommensverluste in Relation zum Jahr 2008 einstellt.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, so kann es gehen. Der Grad zwischen leitender" und leidender" Funktion ist äußerst eng geworden. Einige böse Zungen mögen ja in diesem Kontext an Schmerzensgeld" denken. Zuerst kommt der Schmerz, erst dann das Geld.
Lange Null-Zins-Phase
Indes bereitet der Vize-Chef der US-Notenbank die Öffentlichkeit auf eine lange Phase eines historisch tiefen Zinsniveaus nahe null vor. Laut Donald Kohn gebe es in der Wirtschaft erst jetzt VORSICHTIGE Hinweise auf eine MÖGLICHE Stabilisierung. Zudem werde ein künftiger Aufschwung zunächst nur sehr graduell sein. Daraus folge, dass es einige Zeit brauchen werde, ehe die US-Notenbank auch ihren Leitzinssatz wieder anheben werde. Nötig sei ferner, dass die Fed auch klar kommuniziere, dass sie gegebenenfalls ihre Geldpolitik wieder anziehen werde.
Fed als Ankäufer
Sehr interessant, was Kohn zu den Ankäufen von Unternehmens- und Staatsanleihen äußerte. Die vorläufigen Anzeichen würden darauf hindeuten, dass das Fed-Programm bisher funktionieren würde. Fakt ist allerdings, dass die Rendite für die zehnjährige US-Staatsanleihe in der vergangenen Woche auf den höchsten Stand seit November 2008 (aktuell 3,45 Prozent) gestiegen ist. Zur Erinnerung sei vielleicht erwähnt, dass die US-Notenbank am 18.3. diesen Jahres ankündigte, Staatsanleihen im Volumen von bis zu 300 Milliarden Dollar anzukaufen. Seither ist die Rendite am langen Ende um sage und schreibe 92 Basispunkte nach oben geschnellt. So viel zum bisherigen Erfolg!
Ankaufvolumen bei fast 123 Milliarden Dollar
Möglicherweise sieht sich die US-Notenbank ja bald gezwungen, das Ankaufvolumen signifikant zu erhöhen. Bisher hat sie Staatsanleihen im Volumen von knapp 123 Milliarden Dollar gekauft. Im laufenden Fiskaljahr beträgt laut Goldman Sachs das US-Staatsanleihen-Emissions-Volumen gigantische 3,25 Billionen Dollar. Dagegen erscheint das Fed-Programm wahrlich mickrig.
Nervöse Chinesen
Insofern verwundert es nicht wirklich, dass die Chinesen, die per Ende März diesen Jahres fast 768 Milliarden Dollar in US-Staatsanleihen stecken hatten, immer nervöser werden und mittlerweile nicht mehr nur die US-Verantwortlichen offen davor warnen, die Gelddruckmaschinen noch hemmungsloser einzusetzen. Das Reich der Mitte ist bereits dazu übergegangen, sich vor einem weiteren Dollar-Zerfall zu schützen. Die (offiziellen) Goldreserven wurden auf 1054 Tonnen aufgestockt. Hinzu kommen aggressive Käufe am Rohstoffmarkt und in diversen Minenaktien.
Und am Ende des Tages bleibt nichts anderes übrig, sich ebenso wie die Chinesen abzusichern. Damit nicht auch noch mehr Investoren LEIDgenossen der Manager werden....
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