Leichte Erholung?

Klaus Buhl in Nebenwerte Daily
vom


 

wie die meisten von Ihnen, die schon länger bei Nebenwerte Daily dabei sind, wissen, bin ich grundsätzlich niemand, der sehr negativ auf die Zukunft schaut. Natürlich gibt es im Rahmen der europäischen Schuldenkrise noch eine ganz große Reihe an Herausforderungen und Problemem zu lösen. Und auch wird es mit Sicherheit auf dem Weg dorthin auch zwischendurch noch mal etwas "hässlicher" an den Märkten werden. Dennoch bin ich optimistisch, dass es am Ende gelingen wird, aus den Problemen zu lernen.


Die Vergangenheit zeigt jedoch, dass ich mit dieser Sichtweise bei einem Teil von Ihnen nicht immer auf Zuspruch stieß, weshalb ich Ihnen auch heute nochmals eine zu meiner Ansicht doch eher konträre Meinung vorstellen möchte. Im zweiten Artikel der heutigen Ausgabe wird daher mein Kollege Claus Vogt, seines Zeichens Chefredakteur des Dienstes "Sicheres Geld"  die Marktlage kurz für Sie kommentieren.

 

Ein Blick auf die technische Marktlage zum Ende der Woche

Am Montag zeigte ich Ihnen an dieser Stelle den überverkauften Zustand der Märkte auf und schrieb:

Ich gehe daher für die nächsten Tage aus technischer Sicht von erholenden Tendenzen an den Märkten aus. Spannend wird jedoch sein, ob dies reichen wird, den mittelfristigen Abwärtstrend (vgl. NYSE BP Index) umzukehren. Insofern sehe ich die Lage weniger kritisch als noch letzte Woche, würde jedoch mit größeren Long-Engagements noch etwas warten.

Was ist seitdem geschehen?

Beginnen wir mit dem üblichen Blick auf den Russell 2000:

Quelle: Stockcharts

In der Tat fand der Index einen ersten kurzfristigen Boden bei 745 Punkten. Auffällig ist auch, dass damit der RSI sofort aus der überverkauften Zone schnellte, was auch wieder einmal zeigt, dass Märkte prinzipiell stets länger überkauft als überverkauft bleiben und dass kein Trend jemals in einer Linie ohne Gegenbewegung verläuft.

Ein sehr ähnliches Bild bietet sich übrigens im S&P 500:

Quelle: Stockcharts

Auch hier sprangen die Märkte wieder ein kleines Stück von ihrer Abwärtsbewegung zurück und korrigierten damit den kurzfristig überverkauften Zustand.

Es überrascht daher wenig, dass der VIX damit auch wieder etwas Boden verlor:

Quelle: Stockcharts

Dennoch ist es zu früh, hier bereits von einem erneuten Bruch nach unten zu sprechen. Der VIX könnte genauso an einem schlechten Tag wieder sehr schnell seinen neuen Aufwärtstrend fortsetzen.

Weitaus aussagekräftiger ist vor dem Hintergrund ein Blick auf den kleinen Bruder des NYSE BP Index, den "Prozent der 10"-Index.

Dieser spricht eine klare Sprache:

Quelle: Stockcharts

Wir sind kurzfristig nach wie vor überverkauft und der Index hat noch nicht einmal einen Spaltenwechsel hingelegt.

Dies lässt Raum für zwei Hauptszenarien:

(1) Die Abwärtsbewegung setzt sich fort und die Märkte korrigieren nur extrem kurzfristig ihre bisherige Abwärtsbewegung.

(2) Die eigentliche bullische Korrektur der letzten Abwärtsbewegung beginnt gerade erst.

Welches der beiden Szenarien hier zutrifft, werden die nächsten Tage zeigen.

Eine deutliche Sprache spricht jedoch nach wie vor der NYSE BP Index. Dieser bleibt auf "Bärenalarm" und verliert weiter an Punkten.

Quelle: Stockcharts

Dies zeigt, dass mittelfristig nach wie vor mehr Kapital aus dem Markt ab- als hineinfließt. Damit ist der Boden für sinnvolle mittelfristige bullische Positionen aus technischer Sicht in der Marktbreite noch nicht gegeben und ich rate allenfalls zu sehr selektiven Engagements im Moment.

Es ist gut möglich, dass die Märkte auf dem aktuellen Niveau die nächsten Tage wieder vermehrt nach oben drehen bzw. einen Boden bilden. Gewissheit, ob dem wirklich so ist, erhalten wir allerdings erst die nächsten Tage.

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg an den Märkten und einen angenehmen, sonnigen Abend.

Herzliche Grüße, Ihr

Klaus Buhl

 

 

 

 


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