Leichen im Keller
Daniela Knauer in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 10. August 2007 08:30 Uhr
ENL5454
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
scheibchenweise kommen die Nachrichten ans Tageslicht, wo überall bei den Kreditinstituten die Leichen im Keller liegen. Heute morgen berichtet die FAZ über Ermittlungen der BAFIN bei der Landesbank Sachsen. Möglicherweise droht hier die nächste größere Schieflage nach der IKB. Da können wir als Steuerzahler uns schon auf die nächste Überweisung freuen ...
Nachdem gestern die BNP für leichte Panik an den Märkten sorgte, weil drei ihrer Fonds in Schwierigkeiten sind, bin ich jeden Tag gespannt auf die nächsten Schlagzeilen. Diese Nachrichten werden uns noch über Wochen beschäftigen, bis wir alle Probleme kennen.
Erste Eingeständnisse der Probleme
Die Notenbanken haben bisher ja immer alle Probleme fleißig abgestritten bzw. nur so viel zugegeben, wie sowieso schon bekannt war. Erst am Mittwoch beteuerte US-Finanzminister Paulson, dass alles im Griff sei. Doch gestern gab es zum ersten Mal ein deutliches Zeichen, dass dem nicht so ist: Die EZB stellte dem Markt 94,8 Mrd. EUR als Finanzspritze zur Verfügung. Das ist das erste Mal seit September 2001 und die größte Geldspritze, die die EZB dem Markt jemals verpasst hat. Die US-Notenbank stellte 12 Mrd. USD zur Verfügung und die Notenbanken von Japan, Australien und Kanada kündigten entsprechende Schritte an, falls sie nötig werden.
Diese Geldspritze sollte den Markt beruhigen, doch sie machte vielen Marktteilnehmern erst klar, dass die Situation ernster ist als bisher beteuert. Vor diesem Hintergrund darf der tägliche Blick auf den japanischen Yen nicht fehlen, denn er zeigt uns auf einen Blick, wie es um die Nerven der großen und kleinen Spekulanten bestellt ist.