Leere öffentliche Kasse sind ein Problem für die Solarbranche
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Nebenwerte
vom 4. Mai 2009, 17:00 Uhr
ENL5462
Solarworld will eine Milliarde in 2009 umsetzen
Der Primus der deutschen Solarbranche hat heute seine Quartalszahlen veröffentlicht und dabei nicht gepatzt. Firmenlenker Frank Asbeck plant trotz des schweren ersten Quartals nach wie vor mit einem Umsatz von einer Milliarde für das Jahr 2009. Trotzdem entwickelte sich heute Vormittag die Aktie etwas schlechter als der Index. Möglicherweise lag dies nur an Gewinnmitnahmen nach den festen Vortagen. Evtl. waren aber auch einige Anleger darüber enttäuscht, dass sich Asbeck nicht bei seinem Gewinnziel festlegen wollte.
Um die Umsatzmilliarde zu erreichen, müssen sich die Bonner aber noch gehörig ins Zeug legen. Denn in den ersten drei Monaten wurden 176 Mio umgesetzt, was für Solarworld ein eher magerer Zuwachs von 5 % bedeutet. Der operative Gewinn stagnierte bei 39 Mio. Wegen besonderer Einflüsse konnte aber der Netto-Gewinn um fünf auf 24 Mio gesteigert werden und lag damit deutlich über den Schätzungen der Analysten.
Die Belastungen bleiben der Branche erhalten
Die allgemeine Problematik der Branche bleibt allerdings nach wie vor bestehen. Solarworld und seine Mitstreiter aus dem Sektor kämpft gegen sinkende Einspeisevergütungen für Solarstrom. So gerne sich auch alle unsere Parteien mit klimafreundlichen Projekten und Federn schmücken, der Spielraum für kostspielige Subventionen wird immer enger. Die gesamten Folgen der Finanzkrise und die resultierenden Mindereinnahmen wird der Staat erst noch schmerzlich zu spüren bekommen. Auf der anderen Seite aber gibt es Überkapazitäten bei der Solarzellen-Herstellung und die Preise und Margen sinken bereits. Solarworld hat nach Angaben vom heutigen Montag seine Preise im ersten Quartal um zehn Prozent senken müssen, dies aber durch Kostensenkungen kompensiert.
Da die Aktie sich von ihrem März-Tief bereits um sensationelle 80 % gelöst hat, darf eine Ruhepause nicht verwundern. Auch für ein Investment in einen Topwert gibt es gute und weniger gute Zeiten.
Noch ein nicht ganz ernst gemeinter Einwand spricht eher gegen Solarworld. Die Analysten von der West LB, die ich zu den treffsichersten Kontra-Indikatoren im Markt zähle, haben die Aktie heute als Kauf bestätigt.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die neue Handelswoche!
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Klaus Buhl
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