Laufen die Geschäfte wieder besser?
Bill Bonner in Investors Daily
vom 9. Juni 2009, 18:00 Uhr
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Die Geschäfte scheinen an anderer Stelle wieder besser zu laufen... zumindest ist das der Eindruck, den man bekommt, wenn man die Zeitungen liest. Der Krieg gegen den Kapitalismus schient ziemlich gut zu laufen, mit anderen Worten.
Der Dow ist gestiegen. Auch der Ölpreis ist gestiegen. Und sehen Sie sich Gold an - das gelbe Metall steigt auch weiterhin im Preis.
Heißt das, dass die Regierungsvertreter den Krieg gewinnen?
„Es gibt Anzeichen, dass das Leben an den kalifornischen Markt zurückkehrt", heißt es von der Financial Times.
Die Häuser werden in vielen Gegenden für 60% weniger als noch vor zwei Jahren verkauft. Vor zwei Jahren konnte es sich eine Durchschnittsfamilie nicht einmal annähernd leisten, ein Haus zu kaufen. Man brauchte kein Genie zu sein, um dahinter zu kommen, dass es so nicht weitergehen konnte. An wen sollte man denn ein durchschnittliches Haus verkaufen, wenn nicht an eine durchschnittliche Familie? Und heute wird der Müllhaufen, der 2007 noch für 600.000 Dollar verkauft wurde, zwangsvollstreckt und ist für 200.000 zu haben. Das bedeutet, dass die durchschnittliche Familie, die noch einen Job hat, das Haus kaufen kann.
Und da tut es auch nicht weh, dass die Regierungsvertreter es leichter gemacht haben, ein Haus zu kaufen - indem sie den Markt mit einer Steuervergünstigung von 8.000 Dollar und einer einfachen Finanzierung durch die FHA verzerrt haben.
Einen Augenblick noch, sind wir nicht erst durch die lockeren Finanzierungsangebote in die Krise geraten? Natürlich! Aber diese kleine Feststellung kann die Regierungsvertreter nicht aufhalten. Sie sind überzeugt davon, dass wenn sie es schaffen ausreichend weitere neue Kredite auf den Markt zu bringen, sie es irgendwie meistern werden, die Probleme, die entstanden sind, weil man zu viele Kredite hatte, verschwinden zu lassen.
So läuft das also. Man kann zur FHA gehen, um ein Haus zu finanzieren. Langfristig für nur 4,9% Zinsen. Das sind nur 0,3% mehr als die Erträge auf Schatzanleihen mit langer Laufzeit. Ich brauche keine weiteren Infos, um zu erkennen, dass hier etwas stinkt. Wie können die Kreditgeber erwarten, mit einer Gewinnspanne von 0,3% noch Geld zu verdienen - nach den Zahlungsverzügen, den Zahlungsunfähigkeiten, den Zwangsvollstreckungen und den Rückkäufen... und ganz zu schweigen vom juristischen und verwaltungstechnischen Aufwand. Und dabei gehe ich schon davon aus, dass ihr Geld genau so viel kostet, wie es für die Regierungen kostet - d.h. dass ich den Satz der Schatzanleihen mit langer Laufzeit zu Grunde lege.
Vielleicht sollten sie die Zeitung lesen. John Authers schreibt in der Financial Times:
„Die letzten Zahlen zu den Zahlungsverzügen bei den amerikanischen Hypotheken sind horrend. Mehr als 6% der bestbewerteten Hypotheken stecken in Schwierigkeiten - das ist mehr als das Doppelte der langfristigen Norm. Ein Viertel der minderwertigen Kredite werden nicht mehr bezahlt."
Und obwohl einem von sechs Hausbesitzern das Wasser bis zu Hals steht...
„... liegt der Gipfel der Zwangsvollstreckungen immer noch vor uns", fügt der Geschichtswissenschaftler Niall Ferguson aus Harvard hinzu. „Sie werden von 40% aller Hauskäufe, bis zum Ende des Jahres auf praktisch 100% gestiegen sein.