Lassen Sie die Finger von Dollar-Zockereien!
Georg Pröbstl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 26. April 2007 17:00 Uhr
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Lieber Leser,
der Euro zischt ab! Gestern kletterte unsere Einheitswährung in Euroraum gegenüber dem US-Dollar auf das Allzeithoch. Konkret kostete 1 Euro dabei 1,367 US-Dollar. Diesen Wert markierte der Euro auch schon am 30. Dezember 2004.
Sie fragen sich vielleicht: Schadet das nicht unserer Wirtschaft? Denn schließlich sinkt die Attraktivität der deutschen Produkte bei den Verbrauchern in den USA und Ländern, die sich am US-Dollar orientieren, mit dem Verfall des Greenback. Und wenn unsere Produkte nicht mehr so rege nachgefragt werden, sollten auch die Umsätze unserer Firmen einbrechen. Fallende Umsätze könnten dann sinkende Gewinne und fallende Aktienkurse bringen.
Im Prinzip ist das sicher richtig! Ich denke aber: Im Moment sollte der Dollarverfall unserer Wirtschaft noch nicht schaden. Ein Indiz dafür: Bisher hört man von Unternehmerseite noch überhaupt kein Wehklagen zur Wechselkursentwicklung.
Das hat 2 Gründe: Zum einen konnte die deutsche Wirtschaft in den letzten Jahren die Produktivität steigern. Damit konnte sich die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produkte verbessern. Zum anderen zahlt sich jetzt die starke Lohnzurückhaltung der Arbeitnehmer aus. Die deutschen Löhne sind durch zahlreiche Nullrunden oder gar Lohnkürzungen im internationalen Vergleich wieder attraktiv. In Euroland und in der EU gibt es inzwischen einige Länder, in denen bei weitem nicht so günstig produziert werden kann wie hier zu Lande. Selbst Länder Osteuropas sind bei der Billigproduktion bei weitem nicht mehr so himmelweit überlegen.
Nehmen Sie ein Unternehmen wie Hyrican (WKN 600450). Der Computerhersteller aus Kindelbrück in Thüringen produziert ausschließlich dort. Zwar könnte Firmenchef Michael Lehmann die Computer beispielsweise in der Ukraine billiger zusammenbauen lassen. Für den Transport und die fällige Transportversicherung müsste er aber in der Summe mehr hinlegen als er beim Lohn sparen könnte.
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