Langfristige Investment Strategie
Tom Firley in Investors Daily
vom 16. Juni 2010, 18:00 Uhr
ENL5454
als Grundlage für eine langfristige Investment-Strategie zeigte ich Ihnen gestern ein auf den ersten Blick etwas seltsames Chartbild. Zur Wiederholung:
In folgendem Chart sehen Sie den Verlauf der 30 Einzelwerte aus dem Dow Jones Industrial sowie den Dow (rot hervorgehoben) selber (Zeitraum: 8. Oktober 2007, also Beginn der Finanzkrisen-Baisse bis heute).
Chart Dow Jones plus Einzelwerte
Die meisten Einzelwerte bewegen sich ähnlich wie der Dow Jones Industrial selber. Im unteren Teil sehen wir drei Ausreißer, die sich wesentlicher schlechter entwickelten als der Dow. Diese sind Alcoa, Bank of America und General Electric. Zocker könnten bei weiter steigenden Dow-Kursen diese Werte mal genauer unter die Lupe nehmen. Morgen mehr hoerzu, heute geht es aber nicht um Zockereien, Charttechnik, den 256-Tage-GD oder Technische Analyse. Heute geht es schlicht weg um eine langfristige Überlegung.
Schauen wir uns hierfür die drei Werte an, die im oben genannten Krisen-Zeitraum wesentlich besser als der Dow Jones performen konnten.
Es sind die drei stark erscheinenden McDonalds, WalMart und IBM. Jetzt schauen wir uns einmal die Charts dieser drei Aktien an und achten weniger auf Gleitende Durchschnitte etc. sondern auf die Entwicklung der Dividenden, die ich Ihnen unter dem jeweiligen Kursverlauf mitgebracht habe.
Chart McDonalds
Das ist ein Chart, der wohl jedem Börsianer gefällt, der Kurs geht von links unten nach rechts oben. Eine „Finanz-Krise" ist hier kaum zu erkennen. Beachtlich auch die steigenden Dividenden:
Dividenden-Entwicklung McDonalds:
2004: 0,40 Dollar
2005: 0,56 Dollar
2006: 0,67 Dollar
2007: 1,00 Dollar
2008: 1,50 Dollar
2009: 1,63 Dollar
2010: 2,05 Dollar
Chart IBM
Bei der IBM-Aktie sehen wir schon etwas deutlicher die Auswirkungen der Finanzkrisen-Unsicherheit - ebenso deutlich aber die darauf folgende Erholung, welche die Aktie wieder über das 2008er Niveau brachte.
Dividenden-Entwicklung IBM:
2003: 0,59 Dollar
2004: 0,63 Dollar
2005: 0,70 Dollar
2006: 0,78 Dollar
2007: 1,10 Dollar
2008: 1,50 Dollar
2009: 1,90 Dollar
2010: 2,15 Dollar
Chart Wal Mart
„Prickelnd" sieht das Kurs-Zick-Zack der Wal Mart-Aktie wahrlich nicht aus. Jedoch kommt es uns ausnahmsweise in dieser Betrachtung nicht an (siehe Fazit): Auch hier sehen wir eine stetige Erhöhung der Dividende:
Dividenden-Entwicklung Wal Mart:
2003: 0,30 Dollar
2004: 0,36 Dollar
2005: 0,52 Dollar
2006: 0,60 Dollar
2007: 0,67 Dollar
2008: 0,88 Dollar
2009: 0,95 Dollar
2010: 1,09 Dollar
Fazit: Krisen schadlos überstanden, steigende Dividenden - was will der Börsianer mehr? Ich will nicht behaupten, dass diese drei Aktien immer wieder neue Allzeithochs erreichen werden, aber es sieht fast danach aus. Vielleicht sind es auch nicht genau diese drei Aktien, die Sie sich in ein längerfristiges Portfolio legen sollten, das ist Geschmacks- und Interpretationssache. Beachten Sie:
Strategie: Aber wenn Sie den Gedanken hegen, langfristige Investments zu starten, dann bitte mit Strategie. Zum Beispiel würde ich nicht jetzt alles auf eine Karte setzen und zum Beispiel nur McDonalds-Aktien kaufen, sondern:
Ich würde mir 5 bis 10 Aktien aussuchen, die sich ähnlich wie die oben drei genannten entwickelt haben.
Daneben würde ich möglichst auf eine Branchen- und Länder-Streuung achten.
Mindestens 10% Ihres Kapitals würde ich für diese Käufe insgesamt vorsehen.
Das Allerwichtigste: Kaufen Sie diese Aktien jedes Jahr zu einem bestimmten Zeitpunkt nach. Egal, wo der Kurs steht. Ein gefährlicher Satz für einen Charttechniker (wie mich). Aber mit der richtigen Streuung erhalten Sie so die wohl sinnvollste und vor stress-resistenteste Sparbüchse der Welt. Mit dem Rest des Kapitals können Sie dann weiterhin auf (charttechnische) Schnäppchenjagd gehen und das Salz in der Suppe suchen.
Viel Erfolg an der Börse
Tom Firley
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Ing Dieter Ulbricht (27.09. 2010 20:46 Uhr):
Hallo Hr. Firley Ihrem Artikel möchte ich noch zwei Punkte hinzufügen: Wenn man bei einer langfristigen Veranlagung in Aktien höheren Gewinn erzilen will, sollte man, wie Sie schreiben, ein aktives Management betreiben. Ich als Zeitungsleser und Internetuser habe aber niemals alle wichtigen Informationen und diese selten so rechtzeitig, wie eine Fondsgesellschaft, bei der oft mehrere Hundertschaften im Research arbeiten. Hier konnte man schon sagen, dass es auch sinnvoll sein kann, andere für sich arbeiten zu lassen und etwas dafür zu bezahlen, zumal wenn Aktienspekulation nicht das einzige hobby ist, das man hat. Als zweiten Punkt möchte ich noch die Meinung vertreten, dass es Zeiten gibt, in denen die Veranlgung in festverzinsliche Wertpapiere sinnvoll ist. Zum Glück gibt es doch schon ein knappes Dutzend solcher gemischter Fond ohne einschränkende Vorgaben und mit einem sehr geringen Risiko. Sie lassen doch auch Ihr Auto in der Werkstatt reparieren, auch wenn Sie es selbst genau so gut könnten. MfG Dieter Ulbricht
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