Langfristige Investitionen lohnen sich nicht nur an der Börse
Bill Bonner in Investors Daily
vom 25. Januar 2005 18:00 Uhr
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"Oh, Sie sind Amerikaner? Ich besuche die Vereinigten Staaten regelmäßig – für gewöhnlich in Chicago oder Cleveland."
Einer der Gäste auf meinem Samstagsabend-Dinner arbeitet für eine große deutsche Firma, die Bremsen für schwere LKWs herstellt. Ihren Verkauf in Amerika betrachtete er, gelinde gesagt, als schwierig. "Unsere Bremsen sind wirklich viel besser als diejenigen, die typischerweise in den USA verwendet werden. Die Qualität der LKWs auf den Straßen Europas ist ebenso besser – technisch gesehen – als in Amerika.
In den Vereinigten Staaten jedoch möchten sie alles schön preiswert halten. Dies ist eine sehr kursichtige Mentalität. Sie möchten am Ende des Jahres gute Profite vorweisen können. Daher werden neue Investitionen in neue Ausrüstung verzögert. Das ist überall in den USA zu sehen.
Ist Ihnen hier in der Normandie schon aufgefallen wie viele Städte und Dörfer so hübsch wie aus dem Bilderbuch aussehen? Wissen Sie auch warum? Zum ersten werden die Häuser von vorneherein besser entworfen und auch gebaut. Keiner stellt hier transportierbare Häuser auf. Es gibt keine billigen Häuser. Alles ist solide gebaut. Nicht so solide und modern wie in Deutschland ... aber weitaus besser als in den Vereinigten Staaten.
Haben Sie darüber hinaus irgendwo Starkstromleitungen bemerkt? Nun, es gibt nicht viele, weil sie die Kabel in den Boden verlegen. Es ist teurer, aber so wird man die hässlichen Masten los. Und langfristig könnte es durchaus preiswerter sein. Doch am Anfang muss man eben eine Menge Geld investieren.
Nun, auf diese Art funktioniert eben alles. Aus diesem Grund sind unsere Züge z.B. so deutlich besser – weil wir eben bereit sind Geld auszugeben. Und aus diesem Grund sind auch unsere Bremssysteme besser. Aber sie sind eben auch teurer – was ihren Verkauf in den USA erschwert.
*** Die US-Hypothekenbank Fannie MAE erstattete der Börse am Freitag einen Bericht über die Zurückziehung von Bonuszahlungen, die sie letztes Jahr 43 ihrer Angestellten gewährt hatte. Fannie Mae möchte auch dementsprechende Optionsrechte auf Aktien drastisch reduzieren, zumindest bis sie über "beständige finanzielle Daten" für 2001, 2002 und 2003 verfügen.
*** Associated Press berichtete:" Um die Kapitalreserven der Firma zu vergrößern verkündete Fannie Mae, dass sie die Dividendenzahlungen des ersten Quartals in diesem Jahr um die Hälfte auf 26 Cents pro Aktie kürzen möchten. Es war in zwei Jahrzehnten die erste Dividendenzahlung, die von der Bank gekürzt wurde." Es gab einmal eine Zeit, in der man davon ausging, dass Fannie eine der sichersten Investitionen ist, die es an der Wall Street überhaupt gibt.
*** Wir fuhren an diesem Wochenende in die Normandie. Dort begrüßte uns der Bürgermeister der Kleinstadt in der unser Haus liegt. "Willkommen", begann er, "sie wissen Amerikaner sind nicht so beliebt in Frankreich. Davon müssen Sie viel gehört haben. Aber es ist nicht wirklich wahr. Es gibt immer noch viele Menschen in Frankreich, die sie sehr schätzen." "Wir sind nicht hierher gekommen um geschätzt zu werden", antwortete ich, "wir möchten nur nicht, dass man in der Öffentlichkeit über uns lacht."