Langfristchart
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 24. Juni 2011, 08:30 Uhr
ENL5454
heute zeige ich Ihnen einmal einen Monatschart des amerikanischen S&P 500 Index (jede Kerze steht für das Kursverhalten eines ganzen Monats). Dieser Index dürfte nach wie vor der Leitindex der Börsen weltweit sein, auch wenn seine Führungsrolle zugunsten chinesischer Haupt-Indizes bröckelt.
Aus einem solchen langfristig angelegten Chart verschwindet das Grundrauschen der Tagebewegungen und zurück bleibt nur der langfristige „nackte" Trend.
S&P 500 im Monatschart
Und der ist völlig intakt. In Bärenmärkten zeigen sich drei charakteristische Erscheinungen:
Erstens: Das Umsatzverhalten wird auffällig. Bereits vor dem finalen Hoch steigen die Börsenumsätze deutlich an. Die breite Masse wacht auf und versucht, noch auf den längst abgefahrenen Zug aufzuspringen. Weit fährt der aber nicht mehr. In der ersten Abwärtsbewegung nach dem Hoch nehmen die Umsätze noch weiter zu - die Großanleger steigen aus. Natürlich nicht ohne weiter Propaganda für die ach so günstigen Einstiegskurse zu machen. Irgendwie müssen die riesigen Aktienpakete ja den Kleinanlegern aufs Auge gedrückt werden. Aber mit Ihrem Börsenwissen aus dem DAX Daily sind Sie ja schlauer.
Zweitens: Der 20er Durchschnitt auf Monatsbasis wird deutlich nach unten durchbrochen. In Bullenmärkten ist diese Linie (grün im Chart dargestellt - wie die Hoffnung) das beim S&P 500 das maximal mögliche Korrekturniveau, ohne den langfristigen Aufwärtstrend zu gefährden. Eine Art flexible Aufwärtstrendlinie also. Nur in einem Bärenmarkt wird diese Linie geknackt.
Drittens: Der MACD-Indikator auf Monatsbasis dreht nachhaltig auf ein Verkaufssignal und verfestigt dies danach immer weiter (als keine Eintagsfliege).
Und wo stehen wir da aktuell beim S&P 500? Die Umsätze sind - ähnlich wie schon während der Korrektur des letzten Sommers - rückläufig und niedrig. In einem Bärenmarkt wäre das genaue Gegenteil der Fall, wie Sie von mir in den vergangenen Ausgaben erfahren haben. Der 20er Durchschnitt auf Monatsbasis verläuft bei 1190 Punkten im S&P 500. Da ist also noch reichlich Platz nach unten, bis es wirklich brenzlig wird. Aber Sie sollten diese Marke natürlich trotzdem weiter im Auge behalten. Der MACD-Indikator auf Monatsbasis ist noch weit von einem Verkaufssignal entfernt. Selbst die typische Schwäche vor einem Hoch, das Herumdümpeln um die Signallinie, ist nicht zu erkennen.
So wird das nichts mit dem Bärenmarkt. Wir sehen eine Korrektur, nichts weiter. Danach neue Hochs. Eine Korrektur bietet aber günstige Kaufgelegenheiten. Vielleicht sollten Sie besser zugreifen, bevor es andere tun? Wann und wo, erfahren Sie hier:
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Viel Erfolg und herzliche Grüße,
Ihr Henrik Voigt.
Chefredakteur DAX Profits
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Folker W (24.06. 2011 10:16 Uhr):
Sehr geehrter Herr Voigt, danke für diese interessante Artikelreihe. 2 Punkte sind mir insbesondere bei Ihrer letzten Abbildung des S&P 500 aufgefallen: 1.) Die vielzitierte Umsatzrelationszahl von 1,8 konnte ich auch in Ihrer Abbildung des S&P500 im Jahr 2008 nicht ausmachen. In keinem einzigen Monat erreicht der Umsatz das 1,8-fache seines Vormonats-Umsatzes. 2.) Ich befürchte, dass dieser 1,8-fache Umsatz ein wenig zu einfach wäre. Die seit Mitte 2010 zu registrierenden rückläufigen Umsätze können auch andere Gründe haben. So können z.B. Direkhandelsplattformen den "offiziellen" Börsen viel Umsatz wegnehmen. Hier wäre auch eine Trendentwicklung zu berücksichtigen, die sich in rückläufigen Umsätzen zeigt (wie ich vernommen habe, soll z.B. auch die NYSE von einfacher Umsatzzählung auf doppelte Umsatzzählung umgestellt haben, da ihre Umsätze - insbesondere im direkten Vergleich zu Vorperioden so niedrig ausfallen). Freue mich auf Ihre Antwort. Freundliche Grüße, Folker W.
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