Lange Liste der gescheiterten Papierwährungen
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 31. Dezember 2010, 07:30 Uhr
ENL5454
Als ich nach einer Liste mit den gescheiterten Papierwährungen der Welt suchte, da wurde ich von dieser Arbeit fast überwältigt. Ich fand eine gute, lange Liste, in alphabetischer Reihenfolge...aber nachdem ich nach Nummer 318 immer noch beim Buchstaben B" war, gab ich es auf, die Liste weiter durchzugehen.
Gegen diese bedauernswerte Historie der Papierwährungen steht das eine Beispiel von Gold. Egal, wessen Gesicht auf den Goldmünzen abgebildet ist, oder egal, welche Inschrift darauf zu sehen ist. Auch egal, wann eine Goldmünze hergestellt worden ist - eine Goldmünze ist heute immer zumindest ihren Goldwert wert, und mit einer solchen Münze kann man normalerweise so viele Güter und Dienstleistungen kaufen, wie zu dem Tag, als sie hergestellt wurde.
Gold findet sich auf der Erde in nur sehr begrenzten Mengen - nur 3,5 Teile von einer Milliarde Teilen sind Gold. Wenn Gott großzügiger mit dem Verteilen von Gold gewesen wäre, dann würde Gold allgegenwärtiger und weniger teuer sein. Aber es ist wertvoll, genau deshalb, weil die Erde es nur so widerwillig hergibt. Papiergeld hingegen kann in fast unbegrenzten Mengen hergestellt werden. Wenn die Zentralbanker die Grenzen der modernen Drucktechnik erreicht haben, dann fügen sie einfach eine Null hinzu, und dann haben sie die Geschwindigkeit direkt um den Faktor 10 erhöht. Und in der heutigen elektronischen Welt misst man sein Vermögen ohnehin nicht mehr an der Zahl der Geldsäcke, die man besitzt.
Heute sind es nur noch Informationen". Ein Zentralbanker muss keine mechanische Druckerpresse anwerfen lassen; elektronische Nullen können mit Lichtgeschwindigkeit hinzufügt werden. Angesichts der Leichtigkeit, mit der neues Papiergeld geschaffen werden kann, ist es da ein Wunder, dass das alte Papiergeld seinen Wert verliert?
Eine Zeitlang schien Gottes Segen auf den Zentralbanken zu liegen. So stieg die Dollar-Papierwährung gegenüber dem Gold zwei Jahrzehnte lang, während sie doch hätte fallen sollen.
Der ehemalige Fed-Vorsitzende Greenspan erklärt, warum dies so war: Die negativen Konsequenzen von exzessivem Geldmengenwachstum auf die finanzielle Stabilität und die wirtschaftliche Entwicklung führten zu einer Gegenreaktion. Die Zentralbanken wurden schließlich dazu gedrängt, die Überemission von Geld zu zügeln, selbst auf Kosten von bemerkenswerten temporären wirtschaftlichen Störungen. 1979 war die Notwendigkeit drastischer Maßnahmen in den USA schmerzhaft offensichtlich geworden. Die Federal Reserve unter Paul Volcker verlangsamte mit Unterstützung von sowohl der Carter- als auch der folgenden Reagan-Administration das Wachstum der Geldmenge dramatisch."
Und weiter: Zunächst fiel die Wirtschaft in eine Rezession, und die Inflation ging zurück. Allerdings - und das ist am wichtigsten - wurde der Fortschritt der reduzierten Inflationsrate auch erhalten, als es danach wieder eine kräftige Erholung gab. Ende der 1980er war das Inflationsklima drastisch geändert worden. Die Beobachtungen der letzten 20 Jahre unterstreichen die Ansicht, dass eine kluge Geldpolitik, die über einen längeren Zeitraum durchgehalten wird, die Macht der Inflation begrenzen kann, trotz des chronischen Drucks zur Überemission des Papiergeldes."
Bis 2001 wurde der Genius von Greenspan universell gefeiert. Das Zentralbanking sah wie ein großer Erfolg aus. Aber dann platzte die Blase.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Alban (31.12. 2010 14:04 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner, Paul Krugman hat am Beispiel eines Babysitting-Netzwerkes (eine Gruppe von Eltern unterstützt sich gegenseitig beim Aufpassen auf die Kinder) zu zeigen versucht, daß Geldvermehrung manchmal eine belebende Wirkung haben kann, wenn etwa die Kooperation aus übergroßer Sparsamkeit ins Stocken gerät. Was halten Sie davon? Ergäbe das für Sie in der jetzigen Situation überhaupt keinen Sinn? mit freundlichen Grüßen P.S.: Das Beispiel ist zu finden in: Paul Krugman, Die neue Weltwirtschaftskrise
Antworten - Kommentar von Herbert Rixinger (02.01. 2011 13:21 Uhr):
Lieber Herr Bonner, zum Einen hält die EZB als "Wertsicherung" für den Euro an Schwindsucht leidende Währungen und Anleihen der faktisch pleitegegangenen Euro Länder, zum Anderen ist die Geldschöüfung durch die Geschäftsbanken kaum kontrollierbar. Der Euro ist ein Auslaufmodell, gesteuert von unfähigen, um ihren Futtertrog bangenden Politikern meine ich. Freundliche Grüsse!
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