Lang leben die "1 Prozent"!

in Kapitalschutz Akte zum Thema Weitere Börsenthemen
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Meine Gedanken drehten sich in den letzten Tagen um Häuser, Familie, Freunde...

...und um reiche Leute.


Ja, ich danke den gescholtenen 1% der Bevölkerung, die in den letzten 10 bis 20 Jahren einen so spektakulären finanziellen Fortschritt gemacht haben. Diese 1% werden gehasst. Sie werden kritisiert, ihnen wird die Schuld gegeben. Doch was haben sie getan, um das zu verdienen?



Der typische Arbeiter in den USA verdient heute real gesehen weniger als vor 40 Jahren (im Durchschnitt).

Und was die Armen betrifft...ihnen geht es noch erheblich schlechter. Als ich nach Woodbine, Virginia fuhr...auf meinem Weg zu einem Familien-Zusammenkommen...da war ich überrascht, eine Ecke zu finden, an der sich Dutzende Latinos fanden, alle auf der Suche nach Arbeit. Die saßen unter einem Baum. Die standen auf dem Bürgersteig. Es gab Gruppen von ihnen. Obwohl es leicht regnete...behielten sie Haltung, einige hoben ihre Hand, als ich in einem Pickup vorbeifuhr.

Was für ein Leben! Diese armen Männer müssen sich jeden Tag da hinstellen, und hoffen, dass sie jemand mitnimmt und ihnen Arbeit gibt...und dann in Cash bezahlt. Keine Gesundheitsversicherung. Keine Rentenansprüche. Keine bezahlten Urlaubstage. Nichts.

Und dann....was ist mit der Mittelklasse? Selbst Ehepaare, bei denen beide verdienen, haben es manchmal schwer, zurechtzukommen. Die Steuern nehmen einen großen Teil ihres Einkommens weg. Und dann nimmt der Bereich "Transport" einen weiteren Teil. Wenn man ein oder zwei Kinder aufs College schicken möchte...einen Unfall hat...sich scheiden lässt...krank wird - dann fehlt nicht mehr viel, um eine Mittelklasse-Familie unter die Armutsgrenze zu drücken.

Und selbst wenn die Dinge gut laufen, dann hat die Mittelklasse in den USA eine harte Zeit. Sie verdienen genug, um gut zu leben...aber sie haben Probleme, das Niveau zu halten. Zwei Autos...zwei Jobs...zwei Kinder...manchmal zwei Hypotheken...und der Tag hat auch nur 24 Stunden.

Die Armen...die Mittelklasse...das Proletariat in allen Formen....kann sein Niveau gerade mal so halten. Können die mehr Geld investieren, um in der Zukunft mehr Reichtum zu haben?



Können diese Menschen die Wirtschaft anfachen, indem sie mehr nachfragen, mehr Güter und Dienstleistungen? Haben die die Zeit, neue Dinge zu entdecken...neue Ideen zu überprüfen...und ihren künstlerischen, philosophischen, religiösen oder wissenschaftlichen Neigungen nachzugehen?

Nein.

Die Unterschicht und die Mittelklasse sind ausgelaugt. Ihre Häuser haben an Wert verloren. Ihre realen Einkommen fallen. Sie haben kein Glück. Es geht weiter bergab.


Zum ersten Teil von: "Tag der Staatsanleihen"
von
Bill Bonner
Bill Bonner

Bill Bonner ist einer der anerkanntesten Finanzexperten der USA und Bestseller-Autor. Bei uns schreibt er regelmäßig im Börsen-Newsletter Kapitalschutz Akte.


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Kommentar von Franz Steinbauer

Bei Herrn Bonner wird man das Gefühl nie los, dass er als typischer Amerikaner überhaupt keinen Sinn für historische Zusammenhänge hat. Es ist doch völlig klar, dass eine Gesellschaft, die bereits derart stark auseinandergefallen ist, wie die der USA nicht nur auf einen ökonomischen, sondern auch auf einen sozialen Kollaps zusteuert. Wenn der Druck im Kessel zu groß wird, wird es für die herrschende Oligarchie praktisch unmöglich werden noch einmal gegenzusteuern. Die Grundregel für sozialen Ausgleich lautet, dass notwendige Konzessionen zu einem Zeitpunkt gemacht werden müssen, an dem sie noch "freiwillig" erscheinen. Wenn die 99 % erkennen, dass die 1% nur noch von den Ereignissen getrieben wird, ist es zu spät. Was dann folgt ist eine immer radikalere Zuspitzung von Parteienkämpfen bis zum Bürgerkrieg und kann in den Geschichtsbüchern beginnend mit Griechenland im 4.Jht.v.Chr. nachgelesen werden.

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Antwort von Armin Hellstern:

Die reichsten 1% sind doch nicht aus eigener Leistung so reich geworden, sondern aufgrund unseres kapitalistischen Systems, das keine Leistung über den Zinseszinsmechnismus belohnt und Leistung über Steuern und Abgaben bestraft. Warum werden z.B. Maschinen nicht so mit Steuern verteuert wie die Arbeitskraft ? Es gehört folglich ein dienendes Geldwesgen gem. Silvio Gesell installiert, keine Almosen von den Multimilliardären !

Kommentar von J Clauss

Tja.. Warum sind wohl die kleinen Leute und der Mittelstand am darben? Weil die Oberschicht(ich meine jetzt speziell die großen Unternehmen mit Hilfe von gigantischen Maschinenparks den 20-fachen Teil ihrer Gewinne machen.. Und die Maschinen zahlen weder Rentenbeiträge, noch Krankenversicherungen noch sonstige soziale Abgaben.. Sollen das Heer der unterbezahlten "Handarbeiter" das ganze System Alleine am laufen halten? So funktioniert das nicht! Entweder hätten all die maschinellen Produkte nicht "zu billig" verkauft werden dürfen und ein gewisser Satz generell an die Gesellschaft/den Staat abgeführt werden müssen, oder man hätte uns nicht ständig auf den "Konsumtrip" schicken dürfen in dem man uns mit Warenwerbung regelrecht zumüllt. Und dann uns auch noch einen Stolz hochhalten lassen, auf dem die ganze Wirtschaft inzwischen fußt.. Hauptsache, man ist IN, dem Mainstream entsprechend, oder besitzt etwas, um mitreden zu können.. Hauptsache Kredite, um all den Kram auch noch kaufen zu können.. Man muss sich sein Leben schon leisten können! Das war schon immer so!! Und wer glaubt, ungestraft schnelle Gewinne machen zu können, der irrt sich einfach.. Jeder Gewinn, der JETZT unverhältnismässig erwirtschaftet wird, fehlt nacher in der Zukunft an der finanziellen Basis der Gesellschaft.. Man kann keinem Bären das Fell ab ziehen, wenn man ihn noch gar nicht erlegt hat.. Es hilft also alles Jammern nichts, JEDER wird sich wohl an seine eigene Nase fassen müssen und DIEJENIGEN, die immer den "Anderen" die Schuld geben, erst recht!! Wir haben letztlich nur das, was wir uns als Einzelne und insbesonders als Gesellschaft verdient haben, weil wir uns meist und zu oft von ANDEREN unsere ureigensten Angelegenheiten managen ließen.. Es wird Zeit, sich wieder SELBST um seine ureigenen Dinge zu kümmern, was heisst: Selber sparen, Selber seine Ausgaben verwalten und selber finanzielle Verantwortlichkeiten zeigen(und sich nicht mehr von den Banken und all deren "Finanzlügnern" eine falschen Fuffziger in die Tasche lügen zu lassen.. Wacht auf, verdammte dieser Erde...

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