Lage am US-Arbeitsmarkt verschlechtert sich
unserem Korrespondenten Eric Fry in New York in Investors Daily
vom 12. März 2003 18:00 Uhr
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Während sich der Goldpreis in den letzten Wochen bis auf minimale Abtaucher solide über der Marke von 350 Dollar pro Feinunze gehalten hat, haben die meisten Goldminenaktien deutlich verloren. Der XAU Index (der den Kursverlauf von Goldminenaktien widerspiegelt) ist seit Jahresbeginn 15 % gefallen – während der Goldpreis per saldo in diesem Jahr 2 % zugelegt hat.
Niemand kann genau sagen, warum sich die Goldminenaktien so schwach entwickeln. Eine mögliche Erklärung ist, dass Goldminenaktien kurzfristig durchaus einfach als Aktien und nicht als Surrogat für Gold betrachtet werden. Viele Investoren verkaufen – wenn sie Geld brauchen – zuerst die Anlagen, mit denen sie einen Gewinn erzielt haben (die Verlierer werden sich wieder erholen, oder?). Und Goldminenaktien sind so ziemlich die einzigen Aktien, mit denen die Anleger in den letzten Monaten Gewinne erzielen konnten. Also werden diese Aktien jetzt zuerst verkauft ...
Aber sobald diese Verkäufe einmal abgeschlossen sind, sollten sich die Goldminenaktien schön erholen (natürlich nur unter der Annahme, dass der Goldpreis fest bleibt). Das ist zumindest das positive Szenario ...
Die "Gewinne" der Pensionspläne von General Electric (GE) trugen im letzten Jahr 806 Millionen Dollar zum Vorsteuergewinn der Gesellschaft bei. Dabei mussten die Pensionspläne im letzten Jahr in Wirklichkeit einen VERLUST von 5,25 Milliarden Dollar hinnehmen – das sind 29 % des Vorsteuergewinns von GE!
Das ist wieder einmal ein Beispiel für die Trickserei und die "finanzielle Alchemie". Wenn so etwas immer möglich wäre, dann könnten wir sofort einen neuen Bullenmarkt genießen. Aber solche Gewinne sind nichts weiter als eine Buchungsfiktion. Die Gesellschaft hat sich einfach auf legale Buchungspraktiken bezogen, die es erlauben, einen Gewinn zu vermelden, der auf den ERWARTETEN Pensionsplan-Gewinnen basiert – und nicht auf dem TATSÄCHLICHEM Ergebnis der Pensionspläne.
Bilanzielle Tricksereien und Betrug waren ein Merkmal des Bullenmarktes der späten 1990er. Leider muss sich jede Fiktion irgendwann an der Realität messen lassen. Und im Fall der Pensionspläne tut die Realität weh!
Wenn die Gesellschaften des S&P 500 ihre tatsächlichen Pensionsplan-Verluste bei der Berechnung ihrer Unternehmensgewinne 2001 berücksichtigt hätten (und nicht ihre fiktiven Pensionsplangewinne), dann wären die Ergebnisse um 69 % niedriger ausgefallen (Quelle: Credit Suisse First Boston)! Mit anderen Worten, ohne diese fiktiven Pensionsplangewinne hätten die Gesellschaften des S&P 500 einen Gewinn von 68,7 Milliarden Dollar und nicht von 219 Milliarden Dollar vermelden müssen.
Die Kursverluste am Aktienmarkt haben bei den Gesellschaften des S&P 500 zu Pensionsfonds-Verlusten von 200 Milliarden Dollar geführt (Quelle: Die eben zitierte CSFB-Studie). Unglaublicherweise sind fast gar keine dieser Verluste in den Gewinnberechnungen der entsprechenden Unternehmen aufgetaucht (der riesige Verlust bei den eigenen Pensionsplänen erschien bei General Electric nur in einer Fußnote auf Seite 27 des aktuellen Jahresberichtes). Aber diese Multi-Milliarden Dollar Verluste sind real.
Auch wenn sich die Wirtschaftslage ab morgen dramatisch verbessern würde: Diese angesammelten Fiktionen lasten signifikant auf den Gewinnen, dass sie sich nicht schnell verflüchtigen werden. Im Gegenteil, es ist viel wahrscheinlicher, dass die Unternehmensgewinne und damit auch die Aktienkurse in der Zukunft fallen werden.
David Tice sagte in einem aktuellen Interview mit Newsday: "Wir befunden uns in einem Bärenmarkt, der noch einen weiten Weg vor sich hat. So gerne ich Reichtum in den USA sehen würde – ich sehe, dass die Exzesse und Ungleichgewichte des letzten Booms noch aus dem System herausgewrungen werden müssen."
Tice ist der Manager des "Prudent Bear Fund", also eines Fonds, der auf fallende Aktienkurse setzt. Er meint: "Wir haben eine harte Party hinter uns, und jetzt haben wir den Kater." Tice empfiehlt den Investoren, Aktien zu verkaufen und Gold zu kaufen. "So gehen wir damit um", sagt er.
Es mangelt in den USA nicht an Gründen für die gesamtwirtschaftliche Vorsicht. Der negative Trend bei der Beschäftigung könnte einer der besten Gründe dafür sein, dass die Unternehmensgewinne weiterhin unter Druck stehen werden.
USA Today berichtet: "Der Prozentsatz der Amerikaner, die seit 6 Monaten oder mehr keine Arbeit haben, steht auf dem höchsten Niveau seit über einer Dekade und könnte bald den Höchstwert der Rezession von 1990 übersteigen. Der stetige Anstieg bei der Zahl der Langzeit-Arbeitslosen – die im Februar einen Anteil von 22,1 % an den gesamten Arbeitslosen hatten – ist ein deutliches Signal dafür, dass es der Wirtschaft schlechter geht, als die Arbeitslosenrate von 5,8 % signalisieren mag."
Arbeiter, die arbeitslos werden und nicht schnell wieder Arbeit finden, werden zu Konsumenten, die nicht konsumieren ... und wir wissen alle, wozu das führt.