Lässt sich mit dem Yuan Geld verdienen? Teil 2
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 05. Dezember 2007 12:00 Uhr
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*** Nochmal zum Thema von gestern, den Yuan.
Was wäre, wenn China seine Währung so aufwerten würde, so dass sie im Verhältnis zum Dollar deutlich teurer würde? Die amerikanische Führung fordert das – aber hätten die USA davon wirklich so tolle Vorteile?
Dann würden zwei Dinge passieren.
- Erstens. Zunächst einmal würde deswegen wahrscheinlich kein einziger Job aus China in die USA zurückwandern. Sie könnten nach Lateinamerika, Indien oder sonst wohin in Asien gehen. Aber nicht zurück in die USA. Die geschlossene General Motors Fabrik in Flint würde dadurch nicht neu eröffnet.
- Zweitens: Vielen amerikanischen Unternehmen würde es mit einem stärkeren Yuan schlechter gehen. Darunter wären Hunderte von multinationalen Unternehmen mit Sitz in den USA, die Fabriken in China haben. Und auch die meisten Einzelhändler (Wal-Mart!), die ihre Waren aus China beziehen, wären negativ betroffen.
Die Leute wollen billige Güter. Und billige Güter bekommt man aus Ländern mit billigen Arbeitskräften. Wenn nicht aus China, dann von woanders. Wal-Mart importiert mehr aus China als Großbritannien, und die US-Konsumenten kaufen offensichtlich sehr gerne bei Wal-Mart ein.
Das ist wie mit dem Drogenhandel. Man kann den Bauern in Afghanistan vorwerfen, dass sie Opium anbauen – aber wenn es keine Abhängigen geben würde, die das Zeug kaufen, dann würde auch keins angebaut. Fairerweise kann sich kein Amerikaner darüber beschweren, dass Amerika Jobs verliert, während er gleichzeitig zu Wal-Mart fährt, um billige Güter "made in China" zu kaufen. Es heißt: "buy cheap or buy american – Kaufe billig oder kaufe amerikanisch." Das sind die Auswahlmöglichkeiten.
Das gilt übrigens auch für uns Europäer! Man kann sich nicht darüber beschweren, dass im Inland Arbeitsplätze abgebaut werden, wenn man gleichzeitig nur Billigprodukte aus Asien kauft. (Und es ist absolut unfair, den Asiaten vorzuwerfen, dass sie so billig produzieren, siehe voriger Abschnitt).
Doch zurück zur chinesischen Währung: Die wird eine wirklich frei austauschbare harte Währung werden, wie jetzt Dollar, Euro und Yen. Noch nicht dieses Jahr, und wahrscheinlich auch noch nicht nächstes Jahr – der Yuan ist vielleicht noch 10 Jahre davon entfernt, eine weltweit akzeptierte globale Währung zu sein. Aber er geht Schritt für Schritt in diese Richtung. Das passiert still und heimlich.
Der Yuan soll nur in China benutzt werden. Chinesen, die ins Ausland reisen, sollen ihre Yuans zu Hause lassen. Aber mehr und mehr Chinesen tun das nicht. Der Yuan ist bereits jetzt so etwas wie eine regionale Währung. In Hongkong kann man damit normal bezahlen, und er ist in einem großen Teil Südostasiens akzeptiert.
Die Märkte werden das berücksichtigen. Dadurch wird der Yuan im Wert steigen. Da dies allerdings ein Prozess mit sehr vielen kleinen Schritten sein wird, sah ich bis jetzt keine Möglichkeit für uns als Investoren, davon mit akzeptabler Rendite profitieren zu können.
*** Nun, seit diesem Monat hat sich das geändert: Da gibt es Währungs-Zertifikate, welche eine Aufwertung des Yuans gegenüber dem Dollar mit Hebel widerspiegeln. Und wenn nichts passiert? Tja, dann greift eine Kapitalgarantie, die dafür sorgt, dass Sie bei einem Kauf solcher Scheine zumindest den Nominalwert zurückerhalten. Wenn Sie nicht mehr als den Nominalwert bezahlt haben, ist das eine sehr feine Sache.
Welcher Schein das ist? Da ich den gerade kostenpflichtig in meinem Börsendienst Derivate Strategie empohlen habe, darf ich den hier nicht nennen. Strikte Vorgabe des Verlags, bitte da um Verständnis.
Aber Sie können ja selbst ein wenig recherchieren, um die Scheine zu finden...
...oder natürlich auch die Derivate Strategie unter diesem Link testen und dort die Angaben finden (habe ich doch schön darauf hingewiesen, oder nicht, lieber Produktmanager?).
Beste Grüße,
Michael Vaupel