Länger laufende Anleihen haben größere Kursschwankungen
Dr. Steve Sjuggerud in Investors Daily
vom 03. Januar 2005 18:00 Uhr
ENL5454
Niemand kann die Entwicklung der Zinsen voraussagen. Deshalb ist der Versuch zum Scheitern verurteilt, die richtigen Anleihen mithilfe der Prognose der Zinsentwicklung herauszupicken. Deshalb glaube ich nicht, dass es beim Anleihenkauf eine perfekte Timing-Strategie gibt. Deshalb sollten Sie Anleihen abwechslungsreich gestalten. Und es gibt verschiedene Anleihen-Typen, die Ihnen die Möglichkeit bieten, zu diversifizieren.
Was ist also in der Zeit zwischen 1982 und heute geschehen, dass Staatsanleihen den Aktienmarkt im größten Bullenmarkt seiner Geschichte schlagen konnten? Es ist ganz einfach: Die Zinsen sanken und sanken und sanken. Anfang der 1980er-Jahre spielten Anleihen zweistellige Zinsen ein. Und auf dem Hochpunkt, als die Zinsen wieder abwärts kletterten, strichen Anleihen-Investoren auch noch zweistellige Kursgewinne ein. Tja, das ist wohl ein verflixt guter Gesamtgewinn.
Wenn Sie Besitzer einer Anleihe mit kurzer Laufzeit sind – sagen wir mal, mit einer Laufzeit von fünf Jahren –, dann wirken sich Zinsveränderungen kaum auf den Wert der Anleihen aus. Was Sie da gekauft haben, kauften Sie wegen der Zinsen. Sie hoffen nicht auf einen Kursgewinn.
Aber Anleihen, die einen längeren Zeitrahmen bis zu ihrer Rückzahlung haben, sind aufgrund der unsteten Zinsen großen Wertschwankungen ausgesetzt.
Und Anleihen, die eine wirklich lange Laufzeit haben (sagen wir 30 Jahre), können so sehr schwanken wie Aktien – vielleicht sogar mehr. Das sollten Sie nicht vergessen!