Ölabhängigkeit
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 7. März 2011, 08:30 Uhr
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der hohe Ölpreis ist seit Wochen Tagesthema Nummer Eins in den Wirtschaftsnachrichten. "Findige" Köpfe in Berlin und Brüssel sind auf die Idee gekommen, unsere Abhängigkeit vom derzeit wieder mal sehr hohen Ölpreis dadurch zu verringern, dass man dem Sprit mehr Alkohol zusetzt. Nur leider ging der Schuss wieder mal nach hinten los, weil diese Köpfe eine Sache nicht bis zu Ende denken können.
Am Wochenende wurde bekannt, dass die neue Benzinsorte E10, die etwa zehn Prozent Alkohol enthalten soll, auch die Motoren moderner Kraftfahrzeuge stärker schädigen soll als bisher versichert wurde. Nach Medienberichten werde das Motorenöl und sogar bestimmte Dichtungen durch den recht hohen Alkoholanteil angegriffen. Wer die neue Benzinsorte tankt, handelt sich also nicht nur einen um zwei Prozent höheren Verbrauch ein, sondern muss zukünftig auch öfter zum Ölwechsel, was noch höhere Folgekosten nach sich zieht.
Aber das Zeug tankt sowieso kaum jemand. Die Tankstellen melden, dass die neuen E10-Spritsorten ein Ladenhüter sind und von den Verbrauchern boykottiert werden. Kein Wunder. Wer setzt sich schon gern dem Risiko hoher Folgekosten aus, wenn er davon nichts hat. Eine schriftliche Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Kraftfahrtbundesamt - wie vom ADAC gefordert - könnte hier sicher etwas bewirken. Zumindest ließe sich dann die Bundesregierung auf Schadenersatz verklagen, falls der Motor Schaden nimmt.
Eigentlich ist die Idee, den Sprit mit aus heimischen Pflanzen erzeugtem Alkohol zu strecken, auf den ersten Blick gar nicht so schlecht. Leider wird dieser Alkohol aber nicht hauptsächlich aus landwirtschaftlichen Abfällen, sondern aus Futterpflanzen und potenziellen Nahrungsmitteln hergestellt, was unter anderem die Getreidepreise in die Höhe treibt. Dem Verbraucher ist es am Ende Wurscht, ob er mehr für Brot oder mehr für Benzin ausgibt. Und für die meisten Menschen sind das unverzichtbare Ausgaben. Außerdem wird die Umwelt nicht "gerettet", wenn großflächig Monokulturen zur Energieversorgung angebaut werden.
Fazit: Für den Umweltromantiker eine schöne Idee mit dem "Bio"sprit (was ist daran eigentlich "Bio"?). Für den denkenden Menschen jedoch, gelinde gesagt, unausgegorener Schwachsinn an der Grenze zur Sachbeschädigung in großem Ausmaß. Gegen solche Machenschaften sind fehlende Quellenangaben in einer Doktorarbeit, über die sich die Gemüter derzeit so anschaulich erhitzen, reine Kinkerlitzchen. Mein Rat an Sie: Boykottieren Sie E10. Sie zahlen momentan zwar etwa 5 Cent mehr für den Liter "alten" Super E 5 (der nach ADAC-Berichten häufig nur zwei Prozent Alkohol enthält). Verbrauchsbereinigt sind es nur noch zwei Cent. "Ölwechselbereinigt" kommen Sie sogar billiger weg. Noch haben wir als Verbraucher die Wahl und damit die Macht, den Unsinn zu stoppen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Heinz Stiller (07.03. 2011 09:37 Uhr):
....dieses E10-Zeugs enthält also mehr Alkohol? Schade drum, den hätte man gerade jetzt zur Karnevalszeit nutzbringender anwenden können. Aber ich habe sowieso den Verdacht, dass die Politiker, die diese E10-Schnapsidee ausgebrütet haben, in heroischer Sebstaufopferung einen höheren Alkoholspiegel am eigenen Leib getestet haben. Allerdings scheint bei Ihnen der "Denkmotor" jetzt schon Schaden genommen zu haben. Also: Verschrotten!
Antworten - Kommentar von Peter (07.03. 2011 10:21 Uhr):
Lieber Herr Voigt, besten Dank für die wahren Worte. Diese hoch bezahlten, vollkommen Realitäts-fremden Beamten aus Brüssel haben nichts anderes im Sinn als bürokratische Hürden aufzubauen, Fortschritt zu erschweren, Macht an sich zu reißen und dem Bürger das Leben schwer zu machen. Sie sollen sich doch bitte weiter mit der Größe und Krümmungsradius von Bananen beschäftigen, da können sie weniger Schaden anrichten. Mit besten Grüßen P.
Antworten - Kommentar von Steffen Merz (07.03. 2011 10:31 Uhr):
Sehr geehrter Herr Voigt, Sie haben mit Ihren Artikel genau den Kern getroffen. In was für einen Deutschland leben wir denn. Unfähige Politiker und Parteien die sich mit Nebensächlichkeiten beschäftigen,unausgegorene Entscheidungen treffen,Ihre eigenen Leute schwerst beleidigen und Ihr sogenanntes Mandat vom Volk in keiner Weise wahrnehmen sondern die Meinung der Mehrheit derMenschen negieren und abtun. Ich bin kein Nazi,aber von dieser sogenannten Demokratie habe ich die Nase voll. Mit besten Grüßen S.Merz
Antworten - Kommentar von Josef Bärnthaler (07.03. 2011 10:52 Uhr):
Sie haben völlig recht in ihrer Argumentation. Daher sollte auch der Begriff "Biosprit" nicht verwendet werden, dafür aber "Agrosprit", damit wird die Sache verständlicher. Bio ist hier sicher nicht angebracht.
Antworten - Kommentar von Hubert (07.03. 2011 12:14 Uhr):
Kann nur zustimmen - jetzt werden fruchtbare Böden nicht nur zur Gewinnung von Futtermittel, sondern was noch schlimmer ist zur Kraftstoffherstellung mißbraucht!
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- Kommentar von Jürgen Sander (07.03. 2011 12:33 Uhr):
Die Grünen, welche uns das einge-bdrockt haben, sollen den Sprit doch tanken, dies müsste dann ja reichen um die Quote zu erfüllen.
Antworten - Kommentar von Wolfgang Mönkemeyer (07.03. 2011 13:36 Uhr):
In Brasilien wird (Bio-) Ethanol schon seit gut 10 Jahren als Kraftstoff verwendet. Über Motiorschäden etc. ist nichts bekannt geworden. Warum ein High-tec-Land wie wir da Probleme hat oder sieht, ist mir unverständlich.
Antworten - Kommentar von Trollo (07.03. 2011 15:40 Uhr):
Da frage ich mich, wie diese Motoren in Brasilien klar kommen, wo dort der "Bio"-Anteil bis 70 % beträgen kann? Und wieso "Tank gegen Teller"? Bio-Sprit der 2. Generation wird aus dem Pflanzenrest gewonnen. Was übersehen?
Antworten - Kommentar von relhüb nalim (07.03. 2011 18:02 Uhr):
DIE ÖKOMAFIA HAT UNS DAS EINGEBROCKT! LIEBER HUNGER LEIDEN IN DER WELT AKZEPTIEREN UND SINNLOSEN AGROSPRIT ZUM AUSPUFF RAUS JAGEN! DIE BRASILIANISCHEN MOTOREN SIND AUF DIESEN MIST AUSGELEGT UND KÖNNTEN MIT NORMALSPRIT NICHT PROBLEMLOS FAHREN! DAFÜR WRID DIE LUNGE DER WELT;AMZONAS URWALD UND ANDERSWO BRANDGERODET SOWIE IN INDONIESEN ; IM REST VON SÜDAMERIKA ; MEXICO UND AUCH ANDEREN SÜDOSTASIATISCHEN LÄNDERN! STATT LEBENSMITTEL ANBAUEN!! KLIMAMAFIA SEI DANK DASS WIR FÜR JEDEN UNSINN NUN EINE EU -VERORDNUNG HABEN! GLÜHBIRNEN; DUSCHKÖPFE;E- 10 SPRIT! LEIDER WURDE DAS DENKEN ABGESCHAFFT! DER SOMMER WIRD SICHER MIT 2 EUROSPRIT AUFWARTEN KÖNNEN WENN DIE REISEZEIT BEGINNT. SCHÖNEN SOMMER .
Antworten - Kommentar von Thomas Regelien (08.03. 2011 13:00 Uhr):
1.) "Bio-"Treibstoff (=Ethanol) verbrennt IM MOTOR (Brennkammer) bei anderen Temperaturen als mineralischer Treibstoff. Wenn beide gemischt werden, entsteht eine sog. SCHMUTZIGE Verbrennung, die zu erheblichen Verkokungen in der Brennkammer (= im Zylinder und an den Ventilen und Düsenstöcken) führt. Diese Tatsache bedeutet MotorBESCHÄDIGUNG = Kompressionsverluste durch erhöhte Spaltmaße (Teilespiel). Das ist es was der BMW-Ingenieur m.E. gemeint hatte; aber jetzt heute wieder zurücknehmen mußte, weil objektive Wahrheiten zu E-10 (noch) unterdrückt werden müssen. So will es Engel(a) Merkel & Co-horten. 2.) Der Anbau von E-10 Pflanzen auf Agrarflächen ist ein Naturfrevel und Verbrechen an der Menschheit -- hüben wie drüben. 3.) Das Dioxin was "kürzlich" (ha, ha) in den Hühnereiern entdeckt wurde, soll aus der Herstellung von E-10 Kraftstoffen kommen. Die daran beteiligten "Wissen-schaftler" können sich angeblich nicht erklären, wie durch ihr E-10 Herstellungsverfahren, diese hochgiftigen Dioxine entstehen; aber geben dies mittlerweile als Tatsache zu.
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