KWS Saat: Optimistischer Ausblick
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 26. November 2010, 17:00 Uhr
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der alljährliche Massenmord an Millionen amerikanischer Truthähne ist vorbei. Heute geht es in die Geschäfte zum Weihnachtseinkauf. Der traditionelle Black Friday ist der umsatzstärkte und damit wichtigste Tag für den US-Einzelhandel. Jetzt werden die Weichen gestellt, ob das Weihnachtsgeschäft die Erwartungen erfüllt oder ob die US-Bürger weiter sparen wollen. Die Börsen in den USA werden heute einige Stunden geöffnet sein, aber die meisten Anleger werden dem Handel wegen des langen Wochenendes fern bleiben.
Portugal im Fokus der Schuldenkrise
Konzentrieren wir uns also im Marktbericht eher auf Europa. Hier gibt es genügend Neuigkeiten. Ganz oben auf der Agenda steht die Schuldenkrise der europäischen Länder. Wie angesichts der hohen und weiter steigenden Kreditspreads zu erwarten war, steht inzwischen Portugal im Fokus. Das Land soll als nächstes unter den Schutzschirm der EU-Beihilfen gedrängt werden. Damit nähern sich die Einschläge Spanien. Auch dieses steht auf der Liste der Wackelkandidaten inzwischen ganz oben. Da Spaniens Fall jedoch eine existenzielle Bedrohung für Europa und den Euro auslösen würde, sollen mit einer Stützung Portugals die stark im Nachbarland engagierten spanischen Banken (und andere) gerettet werden. Hoffen wir in unser aller Interesse, dass dies gelingt!
Euro fällt weiter - und zieht das Gold mit
Natürlich lässt die neue Beihilfediskussion auch den Euro nicht kalt. Er fällt gegenüber dem US-Dollar heute unter eine wichtige Unterstützung ab. Leider macht das Ihre weihnachtlichen Käufe von Goldmünzen wieder etwas teurer, solange sich das Gold in US-Dollar über der besonders wichtigen Unterstützung von rund 1.320 US-Dollar halten kann. Darunter ergibt sich die Gefahr einer oberen Umkehr in Form einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation, die dem Goldpreis nicht gut bekommen würde. Noch ist der US-Dollar gegenüber anderen Währungen aber nicht so stark, dass dies eine wirklich große Bedrohung für die recht heiß gelaufenen Rohstoffpreise bedeutet. Das hat der gestrige starke Tag erneut bewiesen.
Die Welt braucht immer mehr Kupfer für neue Stromleitungen
Besonders die industriell benötigten Rohstoffe agierten mit teils kräftigen Aufschlägen, die sich in den entsprechenden Aktien widerspiegelten. Dazu beigetragen hat natürlich auch die Diskussion um den Ausbau der Stromnetze, der in vielen Ländern nötig wird. Wenn aufgrund der starken Expansion alternativer Energien überall neue Anbindungen an die entlegenen Standorte von Wind- oder Solarparks geschaffen werden müssen, wird dafür viel Kupfer und andere, seltenere Metalle benötigt. Die Deutsche Energieagentur hat am Dienstag eine neue Studie veröffentlicht. Laut dieser werden allein in Deutschland 3.600 km neuer Leitungen benötigt. Die von Umweltverbänden geforderte unterirdische Verlegung wird jedoch wahrscheinlich nur in geringem Umfang kommen, denn sie wäre rund dreimal so teuer wie die oberirdische Führung.
KWS Saat im Fokus: Weitere Geschäftsexpansion geplant
Kurz noch zu einer Nachzügler-Aktie, die heute vorbörslich ihre Quartalszahlen abgeliefert hat, KWS Saat. Wie üblich war das Ergebnis im Sommerquartal relativ schwach, denn die Hauptaussaat ist dann gerade gelaufen. Dennoch konnten die Umsätze gegenüber Vorjahresquartal um 9% auf 71,1 Mio. EUR gesteigert werden. Verantwortlich war dafür vor allem ein höherer Umsatz im Geschäft mit Wintergetreide und Winterraps trotz schwieriger Witterungsbedingungen.
Für das nächste Quartal erwartet KWS Saat vor allem erneut steigende Umsätze mit modernen Mais- und Zurckerrübensorten. Besonders in Südamerika soll die Expansion weiter erfreulich laufen. Unterstrichen werden die positiven Aussichten von einem forcierten Ausbau der Arbeitnehmer um derzeit fast 10%. KWS beschäftigt aktuell 3.513 Personen und will diese Zahl bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres Mitte 2011 sogar auf 3.600 steigern.
Die Aktie ist mit einem erwarteten KGV 2011 von 15,58 nicht mehr wirklich günstig. Angesichts der positiven langfristigen Aussichten für die weltweiten Agrarmärkte stellt dieser deutsche Marktführer im Saatgutgeschäft jedoch bei jeder Schwäche eine solide Langfristanlage dar. Nachdem in den vergangenen beiden Tagen ein Ausbruch auf ein neues Hoch gestartet worden war, wird dieser Vormarsch heute angesichts von Gewinnmitnahmen erst einmal abgeblasen. Eine solide Unterstützung findet sich bei rund 132 EUR. Sollte die Aktie spätestens hier nach oben abdrehen, stehen einem Angriff auf das Allzeithoch nicht mehr viele Widerstände im Wege.