KWS Saat – attraktiv für Investoren, riskant für kurzfristige Geschichten
Georg Pröbstl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 05. Oktober 2007 17:00 Uhr
ENL5454
Lieber Leser,
billig kaufen, teuer verkaufen. Ein kluger Spruch. Nur: Wann ist eine Aktie billig, wann ist sie teuer? Ich möchte Ihnen das Thema „teuer“ und „billig“ heute einmal kurz am Beispiel der KWS Saat (WKN 707400) darstellen.
KWS Saat ist ein Traditionsunternehmen mit einer Firmengeschichte von mehr als 150 Jahren. Der Konzern aus Einbeck ist Spezialist für Saatgut von Mais, Zucker und Getreide, wobei Mais einen Anteil von knapp 50 und Zucker etwa 40 Prozent vom Umsatz abliefert. Die Niedersachsen sind mit über 40 Töchtern in mehr als 65 Ländern vertreten.
Im Juli kostete die KWS-Aktie rund 130 Euro. Dann fiel der Kurs im Rahmen der allgemeinen Marktkorrektur rund 25 Prozent. Am 10. August, einem rabenschwarzen Tag an der Börse, gab es im SDAX Kursverluste von 3,7 Prozent. KWS verlor an dem Tag im Vergleich zum Hoch des Vortags rund 9 Prozent. Die KGV-Bewertung war dadurch innerhalb weniger wochen von ursprünglich etwa 20 bis in den Bereich von 14 abgeschmolzen.
Damals riet ich Ihnen im Nebenwerte Daily, sich günstige Aktien ins Depot zu legen. Auf der Liste stand auch KWS Saat. Bei einem KGV um 20 war die Aktie nicht attraktiv genug. Beim 14er-Gewinnmultiple dagegen schon. Seither, also in nur 2 Monaten, kletterte die Aktie von KWS rund 40 Prozent!
Tatsächlich liefert KWS auch gute Zahlen ab. So haben die Agrarexperten erst vor kurzem ihre Prognose für den Umsatz für das am 30. Juni 2007 abgelaufene Geschäftsjahr von 520 auf knapp 540 Millionen Euro hochgesetzt (Vorjahreswert: 505 Millionen Euro).
Auch das Umfeld sieht gut aus für KWS. So führt ein hoher Preis für Roggen – der Weizenpreis hat sich in den letzten Monaten glatt verdoppelt – zu einer Ausweitung der Anbauflächen und damit steigender Nachfrage nach KWS-Saatgut.
[Fortsetzung weiter unten]